AfD-Kundgebung in Schweinfurt. Foto: Dirk Flieger
AfD-Kundgebung in Schweinfurt. Foto: Dirk Flieger

Nach Demo: AfD zeigt Bündnis „Schweinfurt ist bunt“ an

Unter dem Motto „Herz statt Hetze“ fand am vergangenen Wochenende eine Veranstaltung des Bündnis „Schweinfurt ist bunt“ statt, im Anschluss formierten sich die Teilnehmer zu einer Gegendemonstration. Anlass war die öffentliche Kundgebung der Initiative „Kandel ist überall“ zusammen mit der  Schweinfurter AfD zur Migrantengewalt. Beide Lager nahmen sich das Aufeinandertreffen auf dem nördlichen Markplatz in Schweinfurt sichtlich „zu Herzen“, das Bündnis mobilisierte zu lautstarken Gegenprotesten. Nun soll es seitens der AfD Anzeigen gegen „Schweinfurt ist bunt“ geben, dies geht aus einer Pressemitteilung von Christian Klingen, dem Vorsitzenden des AfD-Kreisverbands Schweinfurt-Kitzingen hervor.

50 Teilnehmer und rund 500 Gegenprotestanten

Lautstark wurden die AfD-Politiker von einem gellenden Pfeif-Konzert der Teilnehmer von „Schweinfurt ist bunt“ begleitet. Darunter mischten sich laut Pressemitteilung auch Ausrufe, wie „Nazis raus“ und „Haut ab“. Den rund 500 Protestierenden gegenüber standen laut Polizeiangaben etwa 50 Teilnehmer der AfD-Kundgebung. Die Anhänger der AfD werfen den Protestierenden in der Pressemitteilung unter anderem vor, mit ihrem Protest keinen Halt vor einem Vater gemacht zu haben, „der über den brutalen Mord an seinem Sohn durch einen vorbestraften Syrer berichtete“. „Das Bedürfnis, „bunt“ zu sein, scheint Anstand und Pietät offenbar auszuschließen…“, heißt es weiter in der Pressemitteilung.

Polizei spricht von friedlichem Verlauf

Nach Angaben der Main-Post verlief, auf Nachfrage bei dem Einsatzleiter der Polizei, die Demonstration und Kundgebung friedlich. Dieser bestätigte gegenüber der Tageszeitung auch, dass die durchgeführten Schallpegelmessungen keinerlei Einschränkungen für die Redner der AfD zeigten. Es habe keinen Grund gegeben die Proteste aufzulösen.

Strafanzeige wegen Körperverletzung, Nötigung und Verstoß

Trotzdem zeigt sich die AFD-Landtagsabgeordnete und Mitbegründerin des Bündnis „Kandel ist überall“ Dr. Christina Baum angegriffen. Laut der AfD-Pressemitteilung werde Strafanzeige wegen Körperverletzung, Nötigung und Verstoßes gegen das Versammlungsgesetztes gegen das Bündnis „Schweinfurt ist bunt“ erstattet. Weitere Anzeigen von Beteiligten würden folgen.

Die Initiative „Kandel ist überall“ wurde nach dem Mord an der 15-Jahre alten Mia im südpfälzischen Kandel am 27.Dezember 2017 durch einen afghanischen Asylbewerber gegründet. Ein Gericht verurteilte ebendiesen vor Kurzem nach Jugendstrafrecht zu achteinhalb Jahren Haft.

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