Schutzstreifen in der Stresemannstraße. Foto: Dirk Flieger.
Schutzstreifen in der Stresemannstraße. Foto: Dirk Flieger.

Unterschied zwischen Schutzstreifen und Radfahrstreifen?

Fahrradfahrer in Schweinfurt und auf der ganzen Welt haben es nicht immer einfach. Kein Exoskellett, wie z.B. das einer Fahrzeugkarosserie, schützt den geübten Radler vor Stürzen. Deshalb muss man sich als Fahrradfahrer umso mehr auf das eigene Fahrvermögen und die Umsicht andere Verkehrsteilnehmer verlassen. Beim gemütlichen Pedalieren durch die Stadt, können aber auch bauliche Maßnahmen der Stadt beitragen, wie z.B. die Einführung von Schutzstreifen, wie in Schweinfurt zum Beispiel in der Stresemannstraße.

Schutzstreifen bieten Radfahrern einen besonderen Schonraum, wenn die Einrichtung eines Radweges oder Radfahrstreifens beispielsweise aus baulichen Gründen nicht möglich ist. Schutzstreifen haben sich in den letzten Jahren objektiv als sichere Führungsform für den Radverkehr herausgestellt. Doch was genau ist das eigentlich und worin besteht der Unterscheid zu einem Radfahrstreifen?

Der Radfahrstreifen

Der Radfahrstreifen ist mit einer dicken, durchgehenden Linie von der Pkw-Fahrbahn abgetrennt. Auf Radfahrstreifen dürfen Autos nicht fahren, halten oder parken.

Fahrradstreifen in der Stresemannstraße. Foto: Dirk Flieger.

Fahrradstreifen in der Stresemannstraße. Foto: Dirk Flieger.

Der Schutzstreifen

Der Schutzstreifen hingegen ist kein eigener Fahrstreifen, sondern Bestandteil der Fahrbahn. Der Schutzstreifen, der auch Angebotsstreifen genannt wird, ist mit einer durchbrochenen, dünneren, gestrichelten Linie gekennzeichnet. Das bedeutet: Ein Fahrzeugführer darf die gestrichelte Linie bei Bedarf und unter besonderer Vorsicht überfahren, sofern er den Radfahrer nicht gefährdet. „Bei Bedarf“ bedeutet beispielsweise für Ausweichbewegungen im Begegnungsverkehr oder in engen Straßen. Eine durchgängige Nutzung als Fahrstreifen ist aber nicht zulässig, auch für Motorradfahrer. Nicht erlaubt ist das Parken auf Schutzstreifen. Das Halten zum Liefern und Laden hingegen schon.

Beim Überholen eines Radfahrers auf einem Schutzstreifen muss ein daneben fahrendes Kfz einen Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern einhalten. Ein Überholen von Radfahrern unter Einhaltung des Sicherheitsabstandes ist in den allermeisten Fällen nur unter Nutzung der Gegenfahrbahn möglich, wenn kein Gegenverkehr entgegenkommt.

Bahnhofsplatz Schutzstreifen. Foto: Dirk Flieger.

Bahnhofsplatz Schutzstreifen. Foto: Dirk Flieger.

Was bedeutet der Schutzstreifen für Radfahrer?

Der Schutzstreifen wurde 1977 in die Straßenverkehrsordnung eingeführt. Er ist für Radfahrer nicht benutzungspflichtig. Da sich das Rechtsfahrgebot aber auch an Radfahrer richtet, kann dies als indirekte Benutzungspflicht gelten. Radfahrer dürfen den Schutzstreifen bei Bedarf unter Berücksichtigung des Verkehrs zum Beispiel zum Überholen eines langsameren Radfahrers, oder zur Einordnung in den Linksabbiegestreifen an der Ampel, verlassen. Das Nebeneinanderfahren von Radfahrern auf dem Schutzstreifen ist aber genauso unzulässig wie das Befahren in entgegengesetzter Fahrtrichtung.

Schutzstreifen vor Ampel frei halten

Auf dem Schutzstreifen dürfen Radfahrer auf der Fahrbahn wartende Fahrzeuge rechts überholen (zum Beispiel im Rückstaubereich einer Ampel), aber nur mit besonderer Vorsicht und mäßiger Geschwindigkeit Aus diesem Grund ist es wichtig und erforderlich, dass Pkw-Fahrer im Rückstaubereich einer Ampel nicht auf dem Schutzstreifen zum Stehen kommen, da sie ansonsten die Zufahrt zur Ampel für Radfahrer blockieren, denn jeder Radfahrer ist ein Auto weniger im Stau.

 

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