Das Bezirkskrankenhaus Schloss Werneck. Foto: Pascal Höfig
Das Bezirkskrankenhaus Schloss Werneck. Foto: Pascal Höfig

Immer mehr Unterfranken sind psychisch krank

Grund für die Überlastung

In einem Interview mit Bayern 1 bestätigt Dominikus Bönsch, Chefarzt in Lohr, dass die Hemmschwelle für eine psychologische Behandlung immer mehr sinke. Die Patienten würden kontaktfreudiger auf die behandelnden psychiatrischen Anlaufstellen in Unterfranken zugehen. Patienten würden sich laut Prof. Dominikus Bönsch nicht mehr mit jahrelangen Beschwerden quälen und suchen nun viel öfter, schnell, den direkten Kontakt. Besonders der Trend bei älteren Menschen nehme laut dem Chefarzt zu.

Das Problem

Gerade hier liegt aber laut BR ein großes Problem. Dadurch, dass die Leute immer mehr und häufiger die psychiatrische Hilfe in Anspruch nehmen, würden die Kliniken überlastet. Deshalb ergeben sich längere Wartezeiten, die im schlimmsten Fall zu einer Verschlechterung der Gesundheitszustände führen können.

Mangelnde Ärztedichte in Unterfranken

Ein weiteres Problem in Unterfranken sei die mangelnde Abdeckung durch psychiatrische Arztpraxen. Der Andrang in Klinik und Ambulanz nehme dadurch massiv zu, wie der Oberarzt in Aschaffenburg, Dr. Kevin Streblow, anmerkt. Der gesamte Landkreis Kahlgrund bei Aschaffenburg sei sogar unterversorgt, so der BR. Aufgrund dessen habe nun der Bezirk Unterfranken eine Institutsambulanz in Alzenau beantragt, die mittlerweile genehmigt sei und die Lage vor Ort verbessern soll.

Bauprojekte zur Verbesserung

Auch der Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel plant für eine Verbesserung der Situation bauliche Maßnahmen. In Schweinfurt soll die schon bestehende Tagesklinik verlagert werden, dazu soll die psychiatrische Institutsambulanz neu errichtet werden. Darüber hinaus soll in Münnerstad, in der Thoraxklinik, eine zusätzliche Station eröffnet werden. Den Angaben des BR zufolge, werden Millionen in die ambulanten und stationären Therapieangebote investiert.

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