Geldschein aus der Inflation. Foto: Kerstin Tetzlaff.
Geldschein aus der Inflation. Foto: Kerstin Tetzlaff.

Das Geheimnis hinter dem 50 Mio. Mark Schein

Einmal fühlen wie Dagobert Duck in seinem Geldspeicher. Das ist wohl der Traum von tausenden Menschen. Keine Sorgen machen, weil man Kohle ohne Ende hat. Ein paar Millionen hier zum Fenster rauswerfen, ein paar Millionen dort verprassen. Man hätte Scheine bis zum Abwinken.

Millionen für jedermann

Wie der abgebildete 50 Mio. Markschein aus Schweinfurt zeigt, gab es Zeiten in Deutschland, da hatte fast jedermann ein paar Millionen in seinen Hosentaschen stecken. So auch die Urgroßmutter von Kerstin Tetzlaff, die uns dieses Bild freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. 50 Mio.- Scheine und noch sehr viel höhere Beträge waren damals keine Seltenheit. Aber ob die Uroma von Kerstin damals auch ihre Waren mit großen Geldscheinbündeln bezahlt hatte, wie es laut der ARD üblich war, wissen wir leider nicht. Doch woher kamen diese hohen Geldbeträge?

Geldschein aus der Inflation. Foto: Kerstin Tetzlaff.

Geldschein aus der Inflation. Foto: Kerstin Tetzlaff.

Deutschland in Bedrängnis

Um die Geschichte etwas abzukürzen sagen wir einfach Deutschland hatte nach dem ersten Weltkrieg sehr viele Schulden, auch gegenüber der Bevölkerung. Und weil die Siegerstreitmächte auf ihre Reparaturleistungen pochten musste sich die deutsche Regierung dringend etwas überlegen. Die Idee: Mehr Geld in Umlauf bringen. So fing der verhängnisvolle Entwertungsstrudel der Mark an.

Inflation 1923

1923 war dann so viel Geld in Umlauf, dass es schlicht kaum noch Gegenwert der Waren für die hohe Anzahl an Banknoten gab. Als Folge war immer mehr Geld bald immer weniger wert, Preise und Löhne schossen in die Höhe. „Geld war Spielgeld geworden. Wer seinen Lohn nicht gleich nach Erhalt wieder ausgab, konnte sich schon Tage, manchmal Stunden später, kaum mehr etwas davon kaufen. Wer seinen Lohn am Monatsende erhielt, war buchstäblich mittellos“, so schildert die ARD das damalige Zeitgeschehen.

Beispiele

Am 2. Dezember 1923 kostete beispielsweise ein Liter Milch 360 Milliarden Reichsmark, während er zuvor im Juni noch 1440 Reichsmark wert war. 1 Dollar hatte damals einen Gegenwert von 4,21 Billionen Reichsmark. (Quelle: ARD)

Alliierte helfen Deutschland

Als den Alliierten klar wurde, dass ein wirtschaftlich geschwächtes Deutschland den Reparaturzahlungen nicht nachkommen konnte, besannen sie sich laut ARD zur Hilfe. So konnte Deutschland seine neue Währung, die nicht viel später bereits eingeführt war, wieder stabilisieren und seine Schulden tilgen.

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