Symbolbild Arbeit. Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Arbeit. Foto: Pascal Höfig

Alleinerziehende auf Hartz IV: DGB fordert Einsatz für Qualifizierung

Laut der Statistik der Agentur für Arbeit, Stand März 2018, waren im Landkreis Schweinfurt 581 Menschen auf Hartz IV angewiesen, darunter 60 Alleinerziehende, die im Schnitt seltener über eine berufliche Ausbildung als andere Hartz-IV-Bezieher verfügen. Fünf Alleinerziehende in Hartz IV hatten keinen Schulabschluss (8,3 %), 22 keinen Berufsabschluss (36,7%).

1.077 Hartz IV-Empfänger in der Stadt

Im Stadtgebiet sind diese Zahlen noch gravierender. Hier gab es zum gleichen Zeitpunkt 1.077 Hartz IV-Empfänger. Von Ihnen waren 99 alleinerziehend: 26 Personen (26,3 %) haben die Schule nicht beendet, 65 Personen (65,7%) waren ohne abgeschlossene Berufsausbildung.

DGB fordert Einsatz für Alleinerziehende

Der Vorsitzende des DGB Kreisverbands Schweinfurt, Martin Schmidl, fordert deshalb einen verstärkten Einsatz für die Qualifizierung von Alleinerziehenden durch die Jobcenter:

„Die fehlenden Abschlüsse können durch die Situation bedingt sein. Wenn das Kind oder die Kinder vor oder während einer Ausbildung geboren werden, dann ist der Abschluss nicht immer einfach. Ein Abschluss ist jedoch das A und O am Arbeitsmarkt. Arbeitslose Alleinerziehende brauchen mehr Unterstützung – egal, ob sie ihren Schulabschluss nachholen, eine Ausbildung machen oder sich beruflich weiterbilden wollen.

Bessere finanzielle Rahmenbedingungen

Vor allem müssen die finanziellen Rahmenbedingungen während der Weiterbildung verbessert werden. Wir brauchen einen Zuschlag auf Arbeitslosengeld oder Hartz IV, wenn eine Weiterbildung gemacht wird, damit sich der Abschluss der Weiterbildung mehr lohnt als ein kurzfristiger Job im Niedriglohnbereich. Das könnte politisch auch sehr schnell beschlossen werden, wenn der Zuschlag noch ins laufende Gesetzgebungsverfahren zum ‚Qualifizierungschancengesetz‘ aufgenommen wird.

Die Praxis zeigt auch, dass Teilzeit-Ausbildungen am besten geeignet sind, um berufliche Fortschritte und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bekommen. Arbeitsagenturen und Jobcenter haben das erkannt, sollten dieses Instrument aber noch stärker fördern, Unternehmen sollten hierfür sich stärker öffnen.“

Ausbau von Kinderbetreuung verbessern

Auch der Ausbau der Kinderbetreuung muss weiter verbessert werden. So waren im Jahr 2017 laut Statistischem Bundesamt im Landkreis Schweinfurt lediglich 34 % der Kinder unter 3 Jahren in öffentlich geförderten Kindertagesstätten untergebracht, im Stadtgebiet waren es 27 %. Gerade für Alleinerziehende ist eine bedarfsgerechte Kindertagespflege wichtig, damit sie Berufstätigkeit und Familie tatsächlich vereinbaren können.

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Region Unterfranken.

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