Die blaue "Schwein gehabt" - Karte am Auto eines Parksünders. Foto: Dirk Flieger
Die blaue "Schwein gehabt" - Karte am Auto eines Parksünders. Foto: Dirk Flieger

„Schwein gehabt“ – blaue Karte für Parksünder

„Da sind Sie aber nochmal mit dem blauen Schwein davon gekommen!“ – Das konnte man am Eröffnungstag des Schweinfurter Weihnachtsmarktes tatsächlich hören als Oberbürgermeister Remelé eine Karte mit einem blauen Schwein hinter den Scheibenwischer eines parkenden Autos klemmte. Doch was hat es denn mit diesen Karten auf sich, die gestern offiziell vorgestellt wurde?

Vorwurf der Abzocke

Ganz klar, in der Vorweihnachtszeit und im Weihnachtstrubel herrscht in der Schweinfurter Innenstadt reges Treiben. Einerseits natürlich schön für die Markt- und Geschäftsleute, andererseits nehmen auch mit dem Besucherandrang die Parkverstöße stark zu. Keine einfache Aufgabe für den Außendienst der Stadt Schweinfurt. Gerade in der Vorweihnachtszeit müsse sich oft der Vorwurf der Abzocke angehört werden, so die Stadt. Dabei ist es doch der Fahrzeugführer, der gegen die Regeln verstoßen hat.

OB Sebastian Remelé verteilte die blauen Karten. Foto: Dirk Flieger

OB Sebastian Remelé verteilte die blauen Karten. Foto: Dirk Flieger

Doch dass man nicht nur mit Sanktionen gegen die „Parksünder“ vorgehen kann, möchte die Stadt Schweinfurt nun eben mit der Aktion „Schwein gehabt“ zeigen. Zum ersten Mal war die blaue Karte gestern, Donnerstag, 29. November, im Einsatz. Statt einer kostenpflichtigen Verwarnung bekamen Parksünder die Karte mit dem blauen Schwein hinter den Scheibenwischer geklemmt. „Schwein gehabt“ ist auf der Postkarte zu lesen – und das hatten die Autofahrer in dem Sinne auch, denn die Verwarnung war kostenlos. Gerade Besuchern und Touristen solle so ein positiver Eindruck der Stadt und ihrer Verwaltung vermittelt werden.

Nicht alles bleibt kostenlos!

Einmalig erlassen werden mit der blauen Karte Parkverstöße mit geringerem Umfang, wie zum Beispiel Parken mit abgelaufenem Parkschein, Parken im fünf Meter Bereich einer Kreuzung, Parken ohne Parkschein oder Parken außerhalb markierter Flächen im verkehrsberuhigten Bereich.

Doch nicht alles bleibt kostenlos! Weiterhin gezahlt werden müssen größere Parkvergehen, die den vorgegebenen Rahmen überschreiten. Dazu gehört beispielsweise das Parken in einer amtlich gekennzeichneten Feuerwehrzufahrt, Parken auf einem Behindertenparkplatz oder Parken auf dem Gehweg bzw. generell rücksichtsloses Parken mit Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer.

Blaue Karte kein Dauerzustand

Die Aktion „Schwein gehabt“ soll laut Stadt außerdem daran erinnern, dass alle Verkehrsteilnehmer davon profitieren, wenn sie aufeinander Rücksicht nehmen und sich jeder an die Regeln hält. Doch man darf jetzt natürlich nicht davon ausgehen, dass Falschparken in Zukunft kostenfrei bleibt in Schweinfurt! Die blaue Karte wird kein Dauerzustand bleiben. Mit ihr soll gelegentlich vielmehr ein Akzent gesetzt werden, so die Stadt Schweinfurt.

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