Kalter Beton und warmer Glanz. Foto: Pascal Höfig
Kalter Beton und warmer Glanz. Foto: Pascal Höfig

MAD: Strahlende Madonna zu Besuch in Würzburg

Was ist alt, weltberühmt und wird verehrt? Madonna. Obwohl die Beschreibung auf beide, die Sängerin wie die Heilige zutrifft, ist hier die Rede von der Mutter Gottes. Diese wird seit Jahrhunderten als Heiligenfigur dargestellt. In der Sonderausstellung „Strahlkraft“ im Würzburger Museum am Dom kann man die Madonna der Eucharistisch-Marianischen Männersodalität Aschaffenburg nebst vielen weiteren Heiligenfiguren betrachten.

Madonna von Aschaffenburg

Vor fast 270 Jahren, 1750, fertigte der Augsburger Silberschmied Joseph Ignaz Saler die Madonna für die religiöse Bruderschaft in Aschaffenburg. Die Männersodalität ist eine von vielen Laienbewegungen unter dem Patronat der heiligen Maria. Seit 1612 wirken die Brüder in Aschaffenburg und konnten ihr Abbild der Gottesmutter über die Jahrhunderte bewahren – auch nachdem ihre ursprüngliche Kirche in direkter Nachbarschaft zum Schloss des Bischofs im zweiten Weltkrieg zerstört wurde.

Strahlkraft im MAD. Foto: Pascal Höfig

Strahlkraft im MAD. Foto: Pascal Höfig

Durch Kriege und Notzeiten

Die Ausstellung trägt ihren Namen „Strahlkraft“ nicht umsonst. Die ausgestellten Heiligenfiguren sind aus Silber gefertigt und teilweise vergoldet. Als Leihgaben aus der gesamten Diözese Würzburg sind sie einmalig zur Ausstellung im Museum am Dom zusammengetragen worden. Jede der Figuren hat eine bewegte Geschichte hinter sich, denn obwohl die Abbilder von den religiösen Bruderschaften sicher verwahrt und gehütet wurden, sind doch viele über die Jahre Kriegen und Notzeiten zum Opfer gefallen.

Heiligenfiguren in ihrer ganzen Pracht. Foto: Pascal Höfig

Heiligenfiguren in ihrer ganzen Pracht. Foto: Pascal Höfig

Siegreiche Maria

Die Madonna aus Aschaffenburg ist eine Figur im Typus einer „Maria vom Siege“. Dies ist dadurch begründet, dass das Jesuskind mit einem Kreuzstab auf den Kopf einer Schlange zielt. Das Tier symbolisiert dabei das biblische Böse und in späteren Interpretationen auch die Feinde des Katholizismus. Eine Marienstatue des gleichen Typus befand sich auch im Besitz des Gotteshauses im Bürgerspital. Durch Kriegsschäden in der Mitte des letzten Jahrhunderts wurden jedoch der ursprüngliche Sockel und der Kreuzstab zerstört, sodass die Bedeutung der Figur verloren ging.

Wunderbare Handwerkskunst mit Geschichte. Foto: Pascal Höfig

Wunderbare Handwerkskunst mit Geschichte. Foto: Pascal Höfig

Sonderausstellung im Museum am Dom

Von Oktober 2018 bis Januar 2019 widmet sich die Ausstellung „Strahlkraft – Silberfiguren für die Heiligen“ im Museum am Dom kirchlichen Silberfiguren im Bereich der Diözese Würzburg. An verschiedenen Terminen in der Ausstellungszeit werden Führungen angeboten. Ein Höhepunkt ist im Januar das klassische Konzert geistlicher Vokalmusik am 20. Januar 2019. Es werden Werke mainfränkischer Komponisten, unter anderem von Benedict Geisler und Peregrin Pögl, gespielt.

Events rund um die Sonderausstellung

Zum Ausklang der Sonderausstellung können sich die Besucher auf zwei besondere künstlerische Highlights im Veranstaltungsprogramm des MAD freuen: Am 18. Januar 2019 liest der Schauspieler Kai Christian Moritz aus dem Tagebuch des Hofkanzlisten Johann Georg Endres (1736-1802). Dabei wird er Alltag und Frömmigkeit im Würzburg des späten 18. Jahrhunderts zum Leben erwecken. Beginn: 19.30 Uhr, Karten zu fünf Euro an der Museumskasse.

Mit dem Konzert geistlicher Vokalmusik wird das Museum am Dom dann zur Finissage einen weiteren kulturellen Höhepunkt setzen und damit die Ausstellung beschließen. Beginn: 16 Uhr, Karten zu zehn Euro an der Museumskasse.

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