Bahngleise. Symbolfoto: Pascal Höfig
Bahngleise. Symbolfoto: Pascal Höfig

Mögliche Reaktivierung der Steigerwaldbahn?

Die mögliche Reaktivierung der Steigerwaldbahn – die Bahnstrecke Kitzingen-Schweinfurt, die für den Personenverkehr 1981 bzw. 1987 eingestellt wurde – wird im Landkreis Schweinfurt derzeit von vielen Akteuren kontrovers diskutiert. Um das Thema ganzheitlich zu beleuchten und um Befürwortern wie Gegnern der Reaktivierung gleichermaßen Raum zu geben, veranstaltet das Landratsamt Schweinfurt am Montag, 28. Januar, um 16 Uhr (Einlass ab 15.30 Uhr) eine öffentliche Konferenz mit allen Beteiligten. Alle Interessierten können sich ab sofort zu dieser Veranstaltung anmelden.

Richtige und wichtige Vorgehensweise

„Diese Art der Veranstaltung mit so vielen unterschiedlichen Akteuren ist auch für uns ein neues Format mit einem gewissen experimentellen Charakter. Doch aufgrund der bisher sehr kontrovers und teils auch sehr emotional geführten Diskussion halten wir dies für die richtige und angemessene Vorgehensweise, um alle auf denselben Wissenstand zu bringen und allen die Möglichkeit zu geben, ihre Interessen vorzutragen, um am Ende sachlich und im Sinne für den gesamten Landkreis zu einer mehrheitlichen Meinung zu kommen“, sagt Landrat Töpper in einer Pressemitteilung.

Zwei Gutachten

Geplant sind unter anderem, dass sowohl Dr. Konrad Schliephake als auch ein Vertreter der kobra Nahverkehrsservice GmbH jeweils ihre beiden Gutachten und Schlussfolgerungen zur Steigerwaldbahn vorstellen. Im weiteren Verlauf sind die Statements der einzelnen Interessensvertreter vorgesehen, so heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes.

Zu dieser Veranstaltung sind alle Bürgermeister der Anrainergemeinden der Strecke, der ÖPNV-Beirat des Landkreises Schweinfurt sowie weitere politische Vertreter der Region, Vertreter der Wirtschaft, des Tourismus und andere beteiligten Akteure geladen, um ihre Interessen und Argumente vortragen zu können. Auch interessierte Bürgerinnen und Bürger können an der Veranstaltung als Zuhörer teilnehmen. Aufgrund der räumlich begrenzten Kapazitäten ist eine Anmeldung unbedingt erforderlich.

Hintergrund

Im Dezember 2016 hatte Dr. Konrad Schliephake, Lehrbeauftragter für Geographie und Regionalforschung an der Universität Würzburg, ein Potentialgutachten vorgelegt, das im Anschluss unter anderem dem Landkreis Schweinfurt zugesandt wurde. Das Fazit des von privater Seite beauftragten Gutachters lautete, dass eine Reaktivierung der Steigerwaldbahn durchaus sinnvoll und machbar wäre.

Um einen Vergleich, eine weitere Expertenmeinung und zusätzliche Daten zu gewinnen, beauftragte der Landkreis Schweinfurt ein weiteres Gutachten zur Steigerwaldbahn. Dieses wurde unter anderem von der kobra Nahverkehrsservice GmbH erstellt. Der deutschlandweit agierende ÖPNV-Dienstleister begleitet den Landkreis Schweinfurt seit gut einem Jahr bei dessen Erstellung eines umfassenden Mobilitätskonzeptes für den Landkreis.

50 Kilometer lang

Die Steigerwaldbahn ist eine etwa 50 Kilometer lange eingleisige Nebenstrecke, die von Kitzingen über Wiesentheid und Gerolzhofen nach Schweinfurt verläuft und gehört zu den längsten ihrer Art in Deutschland. BIs ende 2001 gab es auf der Strecke noch Güterverkehr, doch seitdem ist die Bahnstrecke still gelegt.

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