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Festnahme. Symbolfoto: Pascal Höfig
Festnahme. Symbolfoto: Pascal Höfig

Nach über 22 Jahren: Festnahme im Mordfall Ramona K.

Über 20 Jahre nach dem Mord an der 10-Jährigen Ramona K. aus Jena, ist es den Ermittlern der Sonderkommission „Altfälle“ gelungen einen Tatverdächtigen festzunehmen. Bei dem Mann handelt es sich um einen 76-jährigen Mann aus Mühltroff, der bereits wegen schwerster Sexualstraften in Haft saß. Zuletzt wurde er 1999 in Schweinfurt verurteilt.

Verurteilter Kinderschänder

Willfried M. ist dringend verdächtig am 15.08.1996 die damals zehnjährige Ramona Kraus in der Nähe des Columbus-Centers in Jena Winzerla angesprochen und mit seinem PKW an einen unbekannten Ort verbracht zu haben, an dem er das Mädchen tötete. Anschließend fuhr er die Leiche des Mädchens in das 130 km entfernte Großburschla, wo er sie ablegte.

Getötet um andere Straftat zu verdecken

Am 13.02.1997 fand ein Jäger dort zuerst den Schulranzen und einige Tage später Leichenteile des bis dahin vermissten Mädchens.Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten einen sogenannten Verdeckungsmord vor. Er soll Ramona K. umgebracht haben, um eine andere Straftat zu verdecken.

Schwerste Sexualstraftaten

Wie in einer Pressekonferenz gestern mitgeteilt wurde, war Willfried M. nach einer 15-jährigen Haftstrafe wegen Sexualstraftaten mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Diese wurde später aufgehoben, weshalb er unter Führungsaufsicht stand.

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Er war immer wieder wegen schweren sexuellen Missbrauchs, darunter vier Kinder, und Vergewaltigung verurteilt worden, zuletzt 1999 in Schweinfurt.

Dank an „SoKo Altfälle“

Die zunächst bei der Landespolizeidirektion Jena eingerichtete SoKo Altfälle untersucht seit Oktober 2016 ungeklärte Tötungsdelikte. Seitdem konnte sie mehrere Mordfälle aufklären.

Thüringens Innenminister Georg Maier spricht den Ermittlern der Sonderkommission Altfälle seinen Dank aus: „Mein Dank gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Polizei, die an der Aufklärung des Falles mitgearbeitet haben. Es ist beruhigend zu wissen, dass sich Täter dank unserer Polizei auch nach über 20 Jahren nicht sicher fühlen können.“

„Bei so lang zurückliegenden Fällen ist die Ermittlungsarbeit oft sehr schwierig. Aber die Erfolge der SoKo Altfälle machen deutlich, dass es sich lohnt, auch scheinbar unlösbare Fälle nicht aufzugeben und mit unkonventionellen Ermittlungsmethoden oder neuer Technik weiter nach Lösungen zu suchen“, so der Innenminister.

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