Symbolbild Überlandleitungen. Foto: Dirk Flieger
Symbolbild Überlandleitungen. Foto: Dirk Flieger

Landrat Töppner spricht sich gegen neue Stromtrassen aus

Vor allem im Landkreis Schweinfurt gibt es derzeit Spannungen, was die Stromtrassenplanung „SuedLink“ betrifft. Am 21. Februar hat TenneT in Würzburg kommunalen Mandatsträgern aus der Region den sogenannten Vorschlagskorridor des SuedLinks vorgestellt. Ein endgültiger Entschluss über den Verlauf stehe aber laut BR noch aus. Die Ergebnisse sind aus Sicht des Landkreises Schweinfurt dennoch abermals nicht zufriedenstellend, heißt es in einer Pressemitteilung. Landrat Florian Töpper:

„Das Landratsamt sowie die potentiell betroffenen Gemeinden haben in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von Stellungnahmen von Arten-, Natur- und Wasserschutz bis zu Hinweisen zu Bauleitplanungen und geologischen Barrieren gegeben. Auch haben wir auf bestehende politische Vereinbarungen hingewiesen. Auf den ersten Blick scheinen unsere nachdrücklich formulierten Eingaben nur geringfügig gewürdigt worden zu sein“, so der Landrat.

135 Kilometer durch Bayern

TenneT und TransnetBW planen aufgrund bundesgesetzlicher Vorgaben eine Stromtrasse von der Nordsee nach Süddeutschland, die laut BR 135 Kilometer durch Bayern verlaufen soll und in einer gemeinsamen Stammstrecke der Leitungen bis nördlich von Poppenhausen führt. Die Weiterführung der einen Leitung nach Großgartach soll dann über den nordwestlichen Teil des Landkreises Schweinfurt im Bereich Wasserlosen, Greßthal und Burghausen verlaufen, während die Verknüpfung mit dem bestehenden Stromnetz bei Bergrheinfeld mittels Trassenführung der anderen Leitung entlang der A71 bis Schnackenwerth und von dort geradlinig zum Felsenhof erreicht werden soll.

Am Felsenhof soll nach den Planungen auch der am Endpunkt der Leitung notwendige Konverter errichtet werden. TenneT bestätigte auf Nachfrage den Kommunalvertretern aus dem Landkreis, an diesen Planungen trotz des jüngst zurückgezogenen Antrags auf Vorbescheid festhalten zu wollen.

Bürger sollen Stellungnahmen abgeben

Auf der Grundlage des Vorschlagskorridors wird in einem nächsten Schritt nun die Bundesnetzagentur als zuständige Behörde den betroffenen Bürgern, Kommunen und Behörden die Möglichkeit zur Stellungnahme einräumen. Anfang Mai möchte TenneT in Grafenrheinfeld zudem eine Informationsveranstaltung für interessierte Bürger beziehungsweise Betroffene abhalten. Landrat Töpper kündigt an, dass der Landkreis Schweinfurt sich zusammen mit der rechtlichen und fachlichen Kompetenz des „Hamelner Bündnisses“, das sich für einen bürger- und umweltfreundlichen Energieleitungsbau einsetzt, auch bei dieser Veranstaltung einbringen wird.

Laut Landrat keine Notwendigkeit nachweisbar

Landrat Töpper ist weiterhin der Auffassung, dass die Forderung aus der Kreistagsresolution 2015, die grundsätzliche Notwendigkeit nachzuweisen, bis heute nicht erfüllt sei. Der Landkreis Schweinfurt wird weiterhin auch im Rahmen des jetzt anstehenden Bundesfachplanungsverfahrens auf die gravierenden Raumwiderstände im Kreisgebiet, zum Beispiel Ver- und Entsorgungsleitungen, bestehende Stromtrassen, Verkehrswege, städtebauliche Entwicklungsflächen und Naturschutzbelange, gegenüber der Bundesnetzagentur verstärkt hinweisen.

Töppner vehement gegen Stromtrassenplanung

Vehement spricht sich Landrat Töpper noch einmal gegen die weiteren Stromtrassenplanungen aus, die sich weiterhin aus dem jüngst veröffentlichten Netzentwicklungsplan 2030 ergeben. Mit den Trassen P43 und P44 sind weitere, neue, Freileitungen in bislang unberührten Naturräumen des Landkreises geplant. „Im Namen der gesamten Region fordere ich für den Landkreis Schweinfurt, dass der Netzknoten Bergrheinfeld/Grafenrheinfeld entlastet wird. Insoweit möge die Bundespolitik dahingehend glaubhaft bei den Menschen vor Ort erscheinen, indem die im Jahr 2015 getroffenen Vereinbarungen zur Entlastung des Netzknotenpunkts Grafenrheinfeld eingehalten werden“, unterstreicht Landrat Töpper.

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Landratsamtes Schweinfurt.

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