Müll Symbolbild. Foto: Dominik Ziegler.
Müll Symbolbild. Foto: Dominik Ziegler.

MHD: Nicht jedes Lebensmittel reif für die Tonne

Der Joghurt riecht noch gut, der Käse sieht auch lecker aus, doch beides landet im Müll. Der Grund: das abgelaufene Mindesthaltbarkeitsdatum. „Dabei können die meisten Lebensmittel auch über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus eine gewisse Zeit ohne Bedenken gegessen oder getrunken werden“, so Lothar Zachmann, Gesundheitsexperte bei der AOK in Schweinfurt. Wie lange das der Fall ist, lässt sich nicht pauschal beantworten.

Mindestens haltbar bis…

Für Milchprodukte und Eier sind es Tage. Für Mehl, Kaffee, Nudeln und Reis Monate, vorausgesetzt, sie sind richtig gelagert. Als Faustformel können sich Verbraucher folgendes merken: Je weniger Flüssigkeit, desto länger haltbar. Das Mindesthaltbarkeitsdatum besagt lediglich, bis zu welchem Zeitpunkt ein ungeöffnetes und richtig gelagertes Lebensmittel seine speziellen Eigenschaften unverändert behält. Dazu gehören Geschmack, Geruch, Farbe, Konsistenz und Nährwert.

Eigene Sinne einsetzen

55 Kilogramm Lebensmittel wirft jeder von uns pro Jahr rein rechnerisch auf den Müll, fast die Hälfte davon wäre vermeidbar, besagt eine Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). „Bevor wir Lebensmittel wegwerfen, sollte ihr Zustand mit Nase, Augen und Mund getestet werden“, rät daher Lothar Zachmann. Wie sieht das Produkt aus: Ist Schimmel vorhanden? Riecht das Lebensmittel sonderbar und anders als sonst? Schmeckt es anders als gewohnt? Meist kann man sich dabei auf seinen eigenen „Riecher“ gut verlassen. Offensichtlich verdorbene Produkte gehören natürlich in den Müll. Manchmal müssen Lebensmittel auch dann weggeworfen werden, wenn nur einige kleine Stellen betroffen sind. Bei anderen reicht es, betroffene Stellen zu entfernen.

Konserven länger haltbar

Bei Schimmel am Brot, in Getreidepackungen oder im Joghurt muss der gesamte Laib beziehungsweise die ganze Packung in den Müll. Je weniger Flüssigkeit im Produkt ist, desto eher kann es reichen, auch nur einen Teil großflächig abzuschneiden. Das gilt zum Beispiel für Hartkäse oder luftgetrocknete Wurst.

Idee Foodsharing

Haben Obst und Gemüse mit viel Flüssigkeit wie Äpfeln, Birnen oder Tomaten faule Stellen, sollten Verbraucher diese wegwerfen. Konserven sind ebenfalls deutlich über das Mindesthaltbarkeitsdatum haltbar. Ein gewölbter Deckel ist jedoch ein Hinweis auf Keimgefahr und verdorbenen Inhalt.

Verbrauchsdatum – nach Ablauf nicht mehr verzehren

„Anders als das Mindesthaltbarkeitsdatum ist das Verbrauchsdatum zu bewerten, das auf der Verpackung mancher Lebensmittel aufgedruckt ist“, so Lothar Zachmann. Dieses Datum zeigt, bis wann das Lebensmittel wirklich verzehrt sein muss. Zudem ist meist ein genauer Hinweis auf die Lagerungsbedingungen (Temperaturbereich) angegeben. Das trifft zum Beispiel zu bei Hackfleisch, bei Geflügel oder Feinkostsalaten.

„Zu gut für die Tonne“ – Kampagne

Bei diesen Lebensmitteln kann die Besiedlung von Keimträgern, wie beispielsweise Salmonellen, sehr hoch sein durch falsche oder zu lange Lagerung. „Deshalb gehören Lebensmittel nach Ablauf des Verbrauchsdatums tatsächlich in die Tonne statt auf den Teller“, so Lothar Zachmann.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der AOK Bayern – Direktion Schweinfurt.

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