Mélanie Richet, die stolze Inhaberin der einzigartigen Strohmarketerie Werkstatt in Schweinfurt. Foto: Daggi Binder - Maizucker
Mélanie Richet, die stolze Inhaberin der einzigartigen Strohmarketerie Werkstatt in Schweinfurt. Foto: Daggi Binder - Maizucker

Strohmarketerie – schon mal gehört?

Wegen ihrer großen Liebe kam sie vor 14 Jahren nach Schweinfurt und jetzt lebt sie hier ihren Traum. „So habe ich Frankreich für Franken verlassen“ sagt sie selbst ohne es auch nur eine Sekunde zu bereuen. Mélanie Richet hat auf ihr Herz gehört und damit alles richtig gemacht und sich selbst ermöglicht, ihre Leidenschaft auszuleben.

Das vergessene Handwerk

Ihre Werkstatt für Strohmarketerie verbirgt sich direkt in der Schweinfurter Innenstadt, in der  Neuen Gasse 34. Hier geht Mélanie ihrer Leidenschaft nach. Die Strohmarketerie ist ein altes vergessenes Handwerk aus dem 17. Jahrhundert, bei dem es sich um Einlegearbeiten aus Stroh handelt. Die Finger einer Hand reichen aus, um die Kunsthandwerker zu zählen, die in Deutschland Strohmarketerie anfertigen. Mélanie Richet ist wie ihre Arbeiten also ein echtes Unikat.

Kunterbunte Strohhalme zählen zu Mélanies alltäglichem Arbeitsmaterial. Foto: Mélanie Richet

Kunterbunte Strohhalme zählen zu Mélanies alltäglichem Arbeitsmaterial. Foto: Mélanie Richet

Neuentdeckung von Guerlain, Vuitton und Co.

Es ist einzigartig zu sehen, wie das Licht auf dem Stroh bricht, so Mélanie. Dadurch entsteht ein ganz besonderer Schimmer, der gleichzeitig etwas Metallisches und Warmes besitzt. Große Häuser wie Guerlain, Vuitton, Armani Casa, Cartier oder Hermès haben sich nicht getäuscht. Sie haben seit einigen Jahren die Strohmarketerie neu entdeckt und empfangen ihre Kunden in Geschäften, die mit Strohmarketerien eingerichtet sind, oder bieten exklusive Produkte mit Strohmarketerie an.

Jede Kette, jeder Ohrring, jedes Armband ein absolutes Unikat. Foto: Mélanie Richet

Jede Kette, jeder Ohrring, jedes Armband ein absolutes Unikat. Foto: Mélanie Richet

Mélanies Laden in der Neuen Gasse. Foto: Mélanie Richet

Jede Kette, jeder Ohrring, jedes Armband ein absolutes Unikat. Foto: Mélanie Richet

Naturmaterial mit Charakter

Mélanie liebt nicht nur ihr Handwerk sondern schätzt vor allem das Material mit dem sie arbeitet. Das Stroh mit dem in der Strohmarketerie gearbeitet wird, wird extra hierfür angebaut und ist dennoch ein sehr einfaches Naturmaterial. Häufig arbeitet Mélanie mit einem zusätzlichen Trägerholz um die Strohhalme zu stabilisieren. „Stroh ist zwar ein einfaches Material, aber es hat auch sehr viel Charakter und verzeiht nichts. Das macht meine Arbeit umso interessanter“, sagt sie. Die Strohmarketerie verlangt eine extreme Genauigkeit und sehr viel Geduld. Jeder Strohhalm wird zunächst aufgemacht und per Hand geglättet. Er wird dann entweder direkt auf dem Träger geklebt und geschnitten, oder zuerst auf Papier geklebt und geschnitten, um eine Art Furnierblatt zu bekommen.

Jedes Kunstwerk ein Unikat

Dass sie nur Unikate anfertigt, findet sie besonders spannend. Da Stroh ein Naturmaterial ist, reagiert jeder Strohhalm anders auf das Färben. Es entstehen dadurch sehr viele Farbnuancen. „Auch wenn ich es wollte, könnte ich nicht zweimal dasselbe Ergebnis bekommen. Das versuche ich aber auch nicht, ich möchte meinen Kunden individuelle Kreationen anbieten, die zu ihnen passen, und keine reproduzierbaren Waren“, erklärt Mélanie Richet.

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