Fahrrad im Straßenverkehr. Symbolfoto: Dominik Ziegler
Fahrrad im Straßenverkehr. Symbolfoto: Dominik Ziegler

Fahrradklima-Test: Schweinfurt bekommt nur Note 4

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat gestern gemeinsam mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) die fahrradfreundlichsten Städte Deutschlands ausgezeichnet. Fahrradfreundlichste Großstadt ist erstmals Karlsruhe. Neu ist auch der Sonderpreis für die familienfreundlichste Fahrradstadt, der an die Stadt Wettringen geht. Beim Städteranking der Ortsgrößenklasse von von 50.000 bis 100.000 Einwohner findet man Schweinfurt auf dem 68. Platz von 106 Städten. Mit einer Note von 4,10 hat Schweinfurt im Vergleich zum Jahr 2016 eine ähnliche Durchschnittsnote erzielt.

„Radfahren muss Spaß machen“

Scheuer: „Der ADFC-Fahrradklima-Test gibt Städten und Kommunen Hinweise darüber, welche Verbesserungen sich die Menschen für den Radverkehr wünschen. Radfahren muss Spaß machen und darf kein ewiger Kampf mit den Autofahrern sein. Ich werde deshalb bis Pfingsten Vorschläge für eine Novelle der Straßenverkehrs-Ordnung vorlegen, die den Radverkehr nutzerfreundlicher und damit noch attraktiver machen soll. Mit der Überarbeitung der Vorschriften wollen wir noch mehr Menschen dazu bringen, häufiger auf das Rad zu steigen. Ein attraktiver und sicherer Fahrradverkehr kann besonders in urbanen Räume und Metropolregionen dabei helfen, Staus zu vermeiden, den Verkehr insgesamt zu verflüssigen und Schadstoffemissionen zu reduzieren.“

Mittel in Höhe von 200 Millionen Euro für den Radverkehr

Speziell zur BMVI-Förderung des Radverkehrs sagte Scheuer: „Das Bundesverkehrsministerium stellt 2019 allein Rekordmittel in Höhe von rund 200 Millionen Euro für den Radverkehr bereit. Wir fördern Radwege an Bundesstraßen, Radschnellwege, innovative Modellprojekte wie zum Beispiel zur Erprobung von Lastenrädern in Logistikketten oder den Einsatz von Abbiegeassistenten. Klar ist aber auch: Für die Radwege in den Ländern und Städten sind Länder und Kommunen zuständig. Der Bund darf nur Radwege entlang von Bundesstraßen finanzieren. Ausnahme sind die vom Bund geförderten Radschnellwege.“

Stärken und Schwächen in Schweinfurt

Im Test wurden die unterschiedlichsten Kriterien abgefragt und bewertet. Besonders positiv in Schweinfurt wurde der gute Winterdienst auf den Radwegen, die ebenen Radwege und die gute Wegweisung für Radfahrer bewertet. Negativ hingegen fällt die schlechte Ampelschaltung für Fahrradfahrer und die Fahrradfreundlichkeit im Allgemeinen ins Gewicht. Dem Test nach sind in Schweinfurt häufig Umwege nötig und Radfahrer werden als Verkehrsteilnehmer nicht akzeptiert.

Über den ADFC-Fahrradklima-Test

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist eine nicht repräsentative Umfrage zur Zufriedenheit der Radfahrenden. Die Befragten wurden vom ADFC auf der Grundlage von 32 Fragen zu Sicherheit, Komfort oder Infrastruktur aufgerufen, die Situation der Radfahrenden in ihren Städten und Kommunen zu bewerten. Abgestimmt haben in diesem Jahr rund 170.000 Menschen. Das sind rund 40 Prozent mehr als bei der letzten Umfrage. In die Wertung gekommen sind 683 Städte und Gemeinden.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) fördert den ADFC-Fahrradklima-Test mittlerweile zum achten Mal aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP). Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. führt das Projekt durch. Die gesamten Ergebnisse des Fahrradklima-Tests 2018 sowie eine interaktive Karte findet Ihr unter: www.bmvi.de/fahrradklimatest

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