Die Schweinfurter Innenstadt: Rueckertstraße. Foto: Pascal Höfig
Die Schweinfurter Innenstadt: Rueckertstraße. Foto: Pascal Höfig

Studie: Kaufen lohnt mehr als Mieten in Schweinfurt

In Schweinfurt gibt es seit Jahren einen anhaltenden Bauboom. Die Stadt ist bei Immobilienkäufern beliebt, gleichzeitig ist das Angebot an Wohnimmobilien knapp. Lohnt sich der Kauf von Wohneigentum in Schweinfurt und im angrenzenden Landkreis noch? Wo bekommt man wie viel für sein Geld? Und wie haben sich die Immobilienpreise in den letzten Jahren tatsächlich entwickelt? Antworten für die Region gibt die aktuelle Studie „Wohnen in Deutschland 2019“ der Sparda-Bank Nürnberg eG.

Stefan Schindler, der Vorstandsvorsitzende der Bank, fasst das überraschende Ergebnis zusammen: „Kaufen ist in Schweinfurt trotz des Anstiegs der Immobilienpreise weiterhin langfristig günstiger als Mieten. Der Wunsch nach den eigenen vier Wänden ist also nach wie vor realisierbar und ein attraktiver Ansatz für die Altersvorsorge.“

Ergebnisse der Studie

Die Kernergebnisse der Studie für die Stadt Schweinfurt zusammengefasst:

  • Im Durchschnitt investieren Eigentümer in Schweinfurt das 6,5-fache ihres Haushaltsjahreseinkommens für den Immobilienkauf. Dies liegt über dem deutschlandweiten Schnitt von 5,6.
  • Für die Investitionssumme von 264.000 Euro erhalten Schweinfurter Interessenten im Durchschnitt 112 Quadratmeter. (Deutschlandweit: 111 Quadratmeter)
  • Demnach liegt der Quadratmeterpreis von 2.365 Euro in Schweinfurt knapp unter dem deutschlandweiten Schnitt von 2.379 Euro/Quadratmeter. (Bayernweit: 3.408 Euro/Quadratmeter).
  • Der Kostenvorteil des Kaufens gegenüber dem Mieten liegt in Schweinfurt bei rund 24 Prozent (Deutschlandweit: 33 Prozent, bayernweit: 25 Prozent).

Immobilienpreise stark gestiegen

Laut Studie beträgt der Preisanstieg für Wohnimmobilien seit 2005 in Bayern durchschnittlich 78 Prozent. Die bundesweite Entwicklung im selben Zeitraum liegt mit 54 Prozent niedriger. Spitzenreiter in Nordbayern ist Erlangen (101 Prozent), gefolgt von Nürnberg (97 Prozent). Moderatere Erhöhungen gibt es in der Region: In der Stadt Schweinfurt sind die Preise um 78 Prozent gestiegen, im Landkreis Schweinfurt um 23 Prozent. Dies hat zur Folge, dass Käufer für den bundesdeutschen durchschnittlichen Kaufpreis einer Immobilie in Höhe von 264.000 Euro in der Stadt Schweinfurt 112 Quadratmeter Wohnfläche erhalten, im Landkreis Schweinfurt hingegen 150 Quadratmeter. Zum Vergleich: In der Stadt Erlangen erhalten Käufer für das gleiche Geld nur 64 Quadratmeter, in der Stadt Nürnberg 77 Quadratmeter und im Bundesschnitt 111 Quadratmeter (Bayern: 77 Quadratmeter).

Schweinfurt: 6,5-fache des Jahreseinkommens für Immobilienkauf

Die Preisdynamik wirkt sich auch auf das Verhältnis des Kaufpreises zum Jahreseinkommen aus: In der Stadt Schweinfurt muss man für den Erwerb einer Immobilie im Durchschnitt das 6,5-fache des Haushaltsjahresnettoeinkommens für den Immobilienkauf aufwenden. Im Landkreis Schweinfurt liegt dieser Wert bei 3,9. „Eine Überhitzung des Marktes sehen wir trotz der gestiegenen Immobilienpreise nicht“, erläutert Stefan Schindler und ergänzt: „Neben dem Kostenvorteil gegenüber der Miete ist die Wertstabilität der Immobilien gegeben.“

Eigene vier Wände machen glücklicher

Für den Traum vom Eigenheim sind die potentiellen Käufer bereit, in anderen Lebensbereichen kürzer zu treten oder auch weiter zum Arbeitsplatz zu pendeln, wie die Studie zeigt: 40 Prozent der Befragten in Deutschland planen in diesem Zusammenhang sich sehr stark oder stark einzuschränken. Auch die Bereitschaft, bis zu 30 km zwischen Wohnort und Arbeitsplatz zu pendeln, ist weiter von 67 Prozent in 2017 auf 78 Prozent in 2019 gestiegen.

Drei Viertel der Befragten sehen das eigene Heim als wichtigen Beitrag für ihre Altersvorsorge. 60 Prozent sind sich sicher, dass Kaufen am Ende günstiger ist als Mieten. „Abseits der finanziellen Sicht – Menschen, die sich ihren Traum vom eigenen Heim verwirklich haben, sind laut Studie doppelt so glücklich wie Mieter“, schließt Stefan Schindler die Ergebnisse der Sparda-Studie ab.

Online-Tool

Das Online-Tool zur Studie ist unter www.sparda-wohnen2019.de verfügbar. Hier können detaillierte Informationen zur gewünschten Region interaktiv abgerufen und verglichen werden. Auch steht die Sparda-Studie „Wohnen in Deutschland 2019“ dort zum Download bereit.

Über die Studie

„Wohnen in Deutschland 2019“ ist eine Studie, die durch die Sparda-Bank Nürnberg eG gemeinsam mit dem Verband der Sparda-Banken e.V. beauftragt wurde. Eingebunden sind die Ergebnisse des Beratungsunternehmens „Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult (IW Consult)“ und des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD). Sie ist die dritte Sparda-Studie „Wohnen in Deutschland“ nach 2014 und 2017.

Anhand ausgewählter Wohnungsmarktindikatoren sowie Ergebnissen der Zukunftsampel – einer Entwicklungsprognose auf Basis von Wirtschaftsstärke, Zukunftsfähigkeit, Demografie und Attraktivität – wird die derzeitige Immobilienmarktlage aller 401 Kreise und kreisfreien Städte (= Regionen) in Deutschland sowie ihre Zukunftsfähigkeit analysiert. Ergänzt wird die Analyse durch Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage zu den Themen aktuelle Wohnsituation und Eigentumserwerb. Insgesamt 1.249 Personen wurden hierzu vom 5. Januar bis 17. Januar 2019 in Face-to-Face-Interviews befragt.

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Sparda-Bank

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