Der Schweinfurter Bahnhof. Foto: Pascal Höfig
Der Schweinfurter Bahnhof. Foto: Pascal Höfig

Zukünftig mehr Bahnfahrten in Mainfranken

Zukünftig soll sich das Eisenbahnnetz in Mainfranken verbessern. Bis Ende 2021 soll das Netz dichter werden, mit Fahrten mindestens im Stundentakt, das berichtet die Bayerische Eisenbahngesellschaft. Die Baye­ri­sche Ei­sen­bahn­ge­sell­schaft, die den Regional- und S-Bahn Verkehr im Auftrag des Frei­staats plant, fi­nan­ziert und kon­trol­liert, erteilte am 09. Juli 2019 zusammen mit den weiteren be­tei­lig­ten Auf­ga­ben­trä­gern, dem Rhein-Main-Ver­kehrs­ver­bund (RMV) und dem Mi­nis­te­ri­um für Verkehr Baden-Würt­tem­berg, den Zuschlag auf das Angebot des sogenannten E-Netz Mainfranken der DB Regio AG.

4,35 Mio. Zug­ki­lo­me­tern pro Jahr

Die Vergabe erfolgte in einem eu­ro­pa­wei­ten, so­ge­nann­ten offenen Ver­ga­be­ver­fah­ren. Die Leis­tun­gen in einem Umfang von rund 4,35 Mio. Zug­ki­lo­me­tern (Zkm) pro Jahr werden mit elek­tri­schen Ge­braucht­fahr­zeu­gen der Baureihe ET 440 (Alstom Coradia Lirex) erbracht. Der Ver­kehrs­ver­trag erstreckt sich über sechs Jahre und hat eine Laufzeit von Dezember 2021 bis Dezember 2027. Darüber hinaus be­inhal­tet er eine Ver­län­ge­rungs­op­ti­on von einem Jahr.

Fahr­plan­kon­zept

Das Wett­be­werbs­pro­jekt E-Netz Main­fran­ken umfasst folgende Strecken:

  • Würzburg – Nürnberg
  • Würzburg – Bamberg
  • Würzburg – Lauda
  • Würzburg – Gemünden
  • Würzburg – Marktbreit
  • Gemünden – Schlüchtern
  • Gemünden – Aschaffenburg

Mehr tägliche Fahrten

Das Fahr­plan­kon­zept mit täglich min­des­tens stündlich ver­keh­ren­den Re­gio­nal­zü­gen wird mit folgenden An­ge­bots­ver­bes­se­run­gen fort­ge­führt:

Strecke Würzburg – Schwein­furt – Bamberg

Die heute an Samstagen und Sonntagen be­ste­hen­de zwei­stünd­li­che RB-An­ge­bots­lü­cke zwischen Schwein­furt Stadt und Haßfurt wird ge­schlos­sen. Damit verkehren die Re­gio­nal­bah­nen zwischen den ICE-Kno­ten­bahn­hö­fen Würzburg und Bamberg täglich im Stun­den­takt. Die Station Scho­nun­gen wird zukünftig ebenfalls täglich stündlich bedient. Ebenso wird das Zug­an­ge­bot am Abend gegen 22:00 Uhr zugunsten eines lü­cken­lo­sen Stun­den­tak­tes aus­ge­wei­tet.

Strecke Würzburg – Lauda

Die heute an Samstagen und Sonntagen noch zwei­stünd­lich ver­keh­ren­den Re­gio­nal­bah­nen fahren zukünftig täglich im Stun­den­takt.

Strecke Würzburg – Gemünden – Schlüch­tern/Lohr

Das Angebot auf der RB-Linie Würzburg – Gemünden – Schlüch­tern wird im hes­si­schen Abschnitt auf einen durch­ge­hen­den Zwei­stun­den­takt und ein zu­sätz­li­ches Zugpaar am Abend aus­ge­wei­tet. Her­vor­zu­he­ben ist die Ein­rich­tung einer neuen Früh­ver­bin­dung von Montag bis Freitag ab Jossa um 06:36 Uhr nach Würzburg Hbf (an 07:34 Uhr) sowie die Schlie­ßung einer An­ge­bots­lü­cke am Abend an Samstagen und Sonntagen. Auch Lohr pro­fi­tiert von einer neuen Früh­ver­bin­dung von Montag bis Freitag: Lohr Bahnhof ab 05:04 Uhr – Würzburg Hbf an 05:49 Uhr.

Aus­wei­tung des Angebotes im engeren Ein­zugs­be­reich Würzburgs von Montag bis Freitag:

In der Zeit­span­ne zwischen 13:00 und 19:00 Uhr besteht zukünftig ein ungefähr halb­stünd­li­ches RB-Zug­an­ge­bot zwischen Würzburg, Karlstadt, Kitzingen und Markt­breit.

Neue Stationen im Netz

  • Würzburg – Heidingsfeld Ost (Strecke Würzburg – Marktbreit – Aschaffenburg)
  • Würzburg – Heidingsfeld West (Strecke Würzburg – Lauda)

Diese werden nach Eröffnung täglich min­des­tens stündlich bedient.

Bahnsteig. Foto: Pascal Höfig

Bahnsteig. Foto: Pascal Höfig

Hohe Qua­li­täts­an­for­de­run­gen

Um den Fahr­gäs­ten einen hohen Komfort und um­fang­rei­chen Service zu bieten, gelten hohe An­for­de­run­gen hin­sicht­lich Pünkt­lich­keit und An­schluss­si­che­rung, Stör­fall­ma­nage­ment, Sitz­platz­ka­pa­zi­tä­ten, Sau­ber­keit und Ser­vice­ori­en­tie­rung, heißt es in einer Pressemitteilung. Bei jeder Fahrt wird min­des­tens ein Zug­be­glei­ter ein­ge­setzt. Zu­sätz­lich wird in unter Si­cher­heits­gesichtspunkten aus­ge­wähl­ten Zügen be­darfs­ori­en­tiert speziell ge­schul­tes Si­cher­heits­per­so­nal ein­ge­setzt. Die Sitz­platz­ka­pa­zi­tä­ten wurden ent­spre­chend der er­war­te­ten Nachfrage, unter be­son­de­rer Be­rück­sich­ti­gung stark fre­quen­tier­ter Züge im Berufs- und Schü­ler­ver­kehr sowie im Frei­zeit­ver­kehr an Wo­chen­en­den, fest­ge­legt.

Züge mit bis zu 600 Sitzplätzen

In den Haupt­ver­kehrs­zei­ten werden Züge mit bis zu 600 Sitz­plät­zen zwischen Würzburg und Nürnberg verkehren. Ab­wei­chun­gen von den ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Leis­tun­gen werden durch Ent­gelt­min­de­run­gen (so­ge­nann­te Pönale) bestraft. In diesem Vertrag kommt das neue Pünkt­lich­keits­mess­sys­tem der BEG zur Anwendung, durch das unter anderem Ver­spä­tun­gen abhängig von ihrer tat­säch­li­chen Dauer pö­na­li­siert werden. Des Weiteren muss das Ver­kehrs­un­ter­neh­men am Qua­li­täts­mess­sys­tem der BEG teil­neh­men, das auch im RMV Anwendung findet. Damit prüft die Baye­ri­sche Ei­sen­bahn­ge­sell­schaft die Sau­ber­keit der Züge, die Funk­ti­ons­fä­hig­keit der Aus­stat­tung, die Fahr­gast­in­for­ma­ti­on im Zug, die Kompetenz und Ser­vice­ori­en­tie­rung der Zug­be­glei­ter, den Vertrieb, d. h. Fahr­schein­au­to­ma­ten und per­so­nen­be­dien­te Ver­kaufs­stel­len, und die Kun­den­ori­en­tie­rung bei Be­schwer­den.

Vorgaben zur Bar­rie­re­frei­heit

Be­son­de­ren Wert legen die drei Auf­ga­ben­trä­ger auf die Bar­rie­re­frei­heit. Die Fahrzeuge haben Nie­der­flu­r­ein­stie­ge und er­mög­li­chen einen stu­fen­frei­en Zustieg an Bahn­stei­gen mit einer Höhe von 55 Zen­ti­me­tern über der Schie­nen­ober­kan­te. Auch an nied­ri­ge­ren oder höheren Bahn­stei­gen (38 bis 76 Zen­ti­me­ter) können mo­bi­li­täts­ein­ge­schränk­te Reisende ohne Vor­an­mel­dung ein- und aus­stei­gen. Dazu sind die Züge mit einer roll­stuhl­ge­rech­ten Rampe aus­stat­tet, die vom Zug­per­so­nal angelegt wird. Der Zustieg an sehr niedrigen Bahn­stei­gen wird durch eine aus­fahr­ba­re Tritt­stu­fe er­leich­tert. Zudem verfügt jeder Trieb­wa­gen über zwei roll­stuhl­ge­rech­te Toiletten und Roll­stuhl­plät­ze.

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft.

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