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Die Malteser Würzburg konnten Heidrun T. den letzten großen Wunsch erfüllen. Foto: Malteser/Manfred Kirst
Die Malteser Würzburg konnten Heidrun T. den letzten großen Wunsch erfüllen. Foto: Malteser/Manfred Kirst

Malteser Herzenswunsch-Krankenwagen fährt schwerstkranke Dame an die Ostsee

„Tschüss, Meer…“, die Stimme der älteren Dame ist leise, ihre Enkelin hat Tränen in den Augen, als sie am Strand von Boltenhagen an der Ostsee dem geliebten Meer noch mal zuwinkt. Drei wunderbare Tage hat Heidrun T. aus Bad Königshofen dort verbracht, begleitet von ihrem Sohn, der Schwiegertochter und der Enkelin. Heidrun T. hat Krebs und wohl nicht mehr lange zu leben. In den letzten Wochen war sie oft und lange auf der Palliativstation in Bad Neustadt. Es war ihr großer Herzenswunsch, noch einmal das Meer zu sehen, ein Sehnsuchtsort für sie.

Herzenswünsche wahr machen

Viele schöne Erinnerungen verbindet die 72-Jährige mit Strand und frischer Brise. Wie oft war sie mit ihrer Familie am Ufer eines Meeres gewesen. „Wir wollen genau solche Herzenswünsche wahrmachen“, sagen die Malteser Würzburg und deshalb gibt es seit zwei Jahren den Herzenswunsch-Krankenwagen, mit dem Ehrenamtliche Menschen an Orte fahren, die sie gerne noch einmal besuchen möchten. „Die Fahrt an die Ostsee war die längste, die wir bislang gemacht haben“, sagt Joachim Gold, Stadtbeauftragter der Malteser Würzburg.

Und dementsprechend anstrengend war es auch für Heidrun T., die aber auf der Hinfahrt „voller Vorfreude und Anspannung war“, erzählt Manfred Kirst, der zusammen mit Kathrin Rieger die Fahrt begleitet hat. „Es war so schön zu sehen, wie Frau T. auf die Tage dort oben hinfiebert.“

Glückliche Erinnerungen produzieren

In Boltenhagen angekommen ließen die beiden Malteser die Familie erst einmal allein, damit sie die Zeit gemeinsam genießen können. „Denn darum geht ja auch bei der Erfüllung von Herzenswünschen: Erinnerungen an gemeinsame glückliche Stunden zu produzieren, die dann vielleicht in den nächsten Wochen Kraft geben können – nicht nur dem sterbenskranken Menschen sondern auch den Angehörigen“, so Gold. Und glückliche Momente gab es viele während der Tage an der Ostsee, wie den, als die fröhliche Enkelin ihre Oma so übermütig und ausgelassen über die Strandpromenade kutschiert, dass der Rollstuhl fast in Schräglage gerät. Nur der Abschied ist traurig. Aber das gehört dazu, das wissen auch die beiden Malteser, die die etwas gedämpfte Stimmung auf der Heimfahrt aushalten mussten.

„Es ist auch für uns traurig, dass es der letzte große Wunsch war, den wir erfüllen durften, aber andererseits ist es doch toll, dass wir ihn erfüllen konnten“, freut sich Rettungsassistent Manfred Kirst: „An solchen Tagen fühlt es sich noch besser an, Malteser zu sein!“

Herzenswunsch-Krankenwagen seit 2017

Seit 2017 gibt es den Malteser Herzenswunsch-Krankenwagen in Würzburg. Menschen sortieren am Ende des Lebens ihre Gedanken, lassen ihr Leben Revue passieren. Wünsche werden wach, von denen die Sterbenden dann glauben, dass sie unerfüllbar sind angesichts des gesundheitlichen Zustands. Mit ihrem Herzenswunsch-Krankenwagen fahren die Malteser an den Ort der Wahl und können so Menschen am Lebensende mit unvergesslichen Momenten glücklich machen. Einzige Voraussetzung ist, dass der Patient transportfähig ist und ihm die behandelnden Ärzte die Fahrt zutrauen und erlauben. Das Angebot ist für die Patienten und ihre Angehörigen kostenfrei. Um möglichst vielen Menschen einen letzten Herzenswunsch erfüllen zu können, brauchen die Malteser dennoch finanzielle Unterstützung, denn das Projekt ist rein spendenfinanziert.

Malteser Hilfsdienst e.V., Pax-Bank eG
IBAN DE22 3706 0120 1201 2223 00
BIC GENODED1PA7
Stichwort „Herzenswunsch“

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Malteser Hilfsdienst.

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