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Fridays for Future - Demo in Schweinfurt. Foto: Dirk Flieger.
Fridays for Future - Demo in Schweinfurt. Foto: Dirk Flieger.

Gastbeitrag: Die FFF-Bewegung aus Sicht einer Schülerin

Gastbeitrag von Lilly, 15 Jahre alt, Schülerin. 

Ich würde die FridaysForFuture-Bewegung wie einen reißenden Fluss beschreiben, der besonders meine Generation mit Begeisterung mitzieht. Plötzlich ist es nicht mehr uncool, fair produzierte Kleidung zu tragen, Bio-Lebensmittel zu kaufen und sich vegetarisch zu ernähren. Als ich zum ersten Mal von Greta Thunberg hörte, war ich total begeistert und fasziniert von ihrem Mut und Engagement für die Zukunft unserer Erde.

FridaysForFuture in Schweinfurt

Gleichzeitig schockten mich die vielen Fakten, die wie ein riesiger Schwall auf uns herab prasselten: Zuvor hatte ich mir keine Gedanken gemacht, dass man für die Herstellung von einem Kilogramm Kakao 27.000 Liter Wasser benötigt oder dass pro Minute 35 Fußballfelder Regenwald für den Ackerbau abgeholzt werden. Durch diese Fakten ist mir (und vermutlich den meisten Jugendlichen) einfach klargeworden, dass wir handeln müssen, um den nachfolgenden Generationen noch ein gleichwertiges Leben auf der Erde zu ermöglichen.

Klimastreiks während Schulzeit

„SKOLSTREJK FÖR KLIMATET“ – Damit fing alles an. Am 20. August 2018 stellte sich Greta Thunberg vor das Parlamentsgebäude in Stockholm, um für eine bessere Klimapolitik zu streiken, statt zum Unterricht zu erscheinen. Heute, fast ein Jahr später, folgen weltweit zahlreiche Schülerinnen und Schüler ihrem Beispiel. Wie zu erwarten, waren die Schulen davon eher nicht begeistert – nach den ersten Streiks wurden zahlreiche Verweise verteilt. Die Begründung ist rein rechtlich: Während der Schulzeit hat die Schule die Aufsichtspflicht und somit die Verantwortung für die Schüler. Aus eigener Erfahrung muss ich jedoch sagen, dass sich dadurch die Beziehung zwischen Lehrern und Schülern verschlechtert hat: Die Schulleitung stellt strengere Regeln und Maßnahmen auf, dadurch fühlen sich Schüler ungerecht behandelt und das Arbeitsklima wird beschädigt.

Ich persönlich muss leider zugeben, dass ich noch nie an einem Schülerstreik teilgenommen habe. Vermutlich hatte ich einfach zu große Angst davor, einen Verweis zu erhalten, der sich dann negativ auf mein späteres Berufsleben auswirkt. Aber ganz ehrlich – wen kümmert es, ob ich in der neunten oder zehnten Klasse einen Verweis bekomme? Ich bewundere die Courage derjenigen, die trotz Verweisen an den Streiks teil nehmen.

Demos nach der Schule

Im Gegensatz zu Schulstreiks finden die Demos nach der Schule statt. Ich persönlich verbinde die Erinnerungen an diese mit einem unbeschreiblichen Gefühl. Allein schon deshalb lohnt es sich meiner Meinung nach, zu demonstrieren: Man ist in einer Gemeinschaft, in der es vollkommen egal ist, woher man kommt oder welche Sprache man spricht, hier sind alle gleich und verfolgen nur das eine Ziel: Für einen besseren Umweltschutz zu kämpfen. Außerdem bekommt man durch die Demos die Möglichkeit, Kontakte mit Menschen zu knüpfen, die man sonst vielleicht nicht kennengelernt hätte.

Auswirkungen von FFF sichtbar

Seit fast zehn Jahren bin ich Vegetarierin. Anfangs nur aus ethischen Gründen, doch seit dem Beginn der FridaysForFuture – Bewegung ernähre ich mich auch der Umwelt zu Liebe vegetarisch. Auch habe ich meinen Konsum von Kleidung reduziert und nutze öffentliche Verkehrsmittel ohnehin schon. Die Auswirkungen von FridaysForFuture habe ich aber besonders in meinem Freundeskreis erlebt. Plötzlich engagieren sich Freundinnen in Umweltorganisationen, von denen ich das niemals erwartet hätte oder ernähren sich sogar komplett vegan!

„Unsere Zeit ist jetzt“

Bei FridaysForFuture macht man keine halben Sachen. Diese jungen Menschen nehmen trotz Schulstress ihre wertvolle Freizeit durch Demos und Mahnwachen in Anspruch und riskieren sogar Verweise durch die Teilnahme an Streiks. Jeder kann etwas zum Umweltschutz beitragen, sei es durch die Teilnahme an Streiks und Demos oder durch die kleinen Veränderung des privaten Lebensstils. Unsere Zeit ist jetzt. Worauf wartet ihr noch?

Anmerkung der Redaktion

Gastbeiträge geben nicht automatisch die Meinung der Redaktion wieder. Sie sollen zur Debatte anregen  – so wie auch jeder gute Kommentar auf Facebook. Wir geben deshalb allen unseren Lesern die Chance, ihre Meinung bei uns zu veröffentlichen und diese diskutieren zu lassen. Wir freuen uns über Gastbeiträge zu allen Themen an: redaktion@swity.de

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