Der Cannameleon Shop am Marktplatz in Schweinfurt. Foto: Dirk Flieger
Der Cannameleon Shop am Marktplatz in Schweinfurt. Foto: Dirk Flieger

Schweinfurt bekommt legalen Cannabis-Shop

„Ich muss noch zum Marktplatz in den Cannabisshop.“ So oder so ähnlich werden wir es vielleicht bald im Stadtbus hören und das ganz ohne Flüstern oder Tuscheln. Denn in Schweinfurt eröffnet am 24. August der Kaffee- und Gesundheits-Shop „Cannameleon“ am Marktplatz. Hier dreht sich alles rund um das Thema Cannabis – und das völlig legal.

Dritter Cannameleon-Laden

Der Laden in Schweinfurt ist nun schon der dritte seiner Art. Im Januar hat der erste Laden im Würzburger Stadtteil Grombühl eröffnet, kürzlich noch eine weitere, kleinere Filiale – ebenfalls in Würzburg. Und jetzt Schweinfurt. Hier wird laut Berichten der Mainpost der 23-jährige Francesco Kracht als Franchisenehmer den Laden eröffnen. Vom Konzept und von den Produkten mit Canabidiol (CBD) ist er so überzeugt, dass er sogar seinen Job in der Industrie aufgegeben habe und eine größere Summe Geld in das Geschäft am Markt investiert habe, so die Mainpost.

Cannabisprodukte, Snacks und Pflegeprodukte

In Shop findet man alle möglichen legalen Cannabisprodukte aber auch vegane Snacks, BIO-Fair-Trade-Kaffee, Nahrungsergänzungsmittel und Pflegeprodukte. Die Wirkstoffe CBD und jetzt auch CBG werden in verschiedenen Formen erhältlich sein. Beide Wirkstoffe seien völlig unbedenklich, erzeugen keinerlei Rausch, haben aber ein enormes gesundheitliches Potential – soweit zum Konzept.

Positives Feedback

Doch warum ausgerechnet der Standort Schweinfurt und kann man sich Cannameleon dann eigentlich wie einen Coffeeshop in den Niederlanden vorstellen? Wobei Cannabis in Deutschland ja überhaupt nicht legal ist – wie funktioniert das Ganze also?

Francesco Kracht erklärte gegenüber der Mainpost, dass bereits viele Kunden im Würzburger Laden aus Schweinfurt stammten und er sich deshalb für den Standort entschieden habe. Auch das Feedback der Kunden sei bisher durchweg positiv ausgefallen – so lag es nahe, noch eine weitere Filiale zu eröffnen.

Keine „Kiffer-Stube“

Lukas Schwarz, Startup-Gründer und Betreiber der Würzburger Läden, klärt allerdings auf, dass es sich bei Cannameleon sicherlich nicht um eine „Kiffer-Stube“ handelt. In Würzburg gibt es im Laden zwar einen abgetrennten Raucherbereich, allerdings dürfen hier nur legale E-Liquids konsumiert werden. Langfristig soll auch für Patienten (natürlich nach Vorzeigen eines gültigen Rezepts) dieser Bereich frei gegeben werden, da diese in der Öffentlichkeit immer noch Probleme haben, ihr verschreibungspflichtiges Medikament zu sich zu nehmen. „Wir distanzieren uns als Gesundheitsshop ganz klar von jeglichem Missbrauch. Auch der Gebrauch von Nikotin wird bei uns immer untersagt bleiben!“, so Schwarz.

Ist das Ganze nun legal?

Und wie sieht es jetzt mit der Frage der Legalität aus? „Hier muss ganz klar unterschieden werden: Das in Deutschland illegale Cannabis ist vor allem wegen seinem psychoaktiven Wirkstoff THC bisher nur auf Rezept und über Apotheken erhältlich. Hier muss angemerkt werden, dass die zuständigen Apotheker über keinerlei Fachwissen verfügen und das medizinische Cannabis mit erheblichen Qualitätseinbußen und teilweise sogar gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffen, über Kanada, die Niederlande oder jetzt auch Belgien bezogen werden muss“, erklärt Lukas Schwarz. Außerdem liege der THC Gehalt in diesem „Apothekengras“ bei über 15%! Das sei ein erschreckend hoher Wert und komme insbesondere durch Überzüchtung Zustande.

Viele positive Eigenschaften

Das Cannabis, welches in den Cannameleon-Produkten enthalten ist und vertrieben wird, enthält den psychoaktiven Wirkstoff THC nur bis zum maximalen gesetzlichen Grenzwert von 0,2% und könne als einfacher Nutzhanf bezeichnet werden. Dieser Grenzwert werde durch regelmäßige Laboruntersuchungen sicher gestellt. „Hier ein Rauscherlebnis zu haben, ist schier unmöglich. Wir setzen auf die vielen anderen positiven Eigenschaften der Pflanze und stellen uns der Dämonisierung der letzten Jahrzehnte entgegen“, so der Cannameleon-Gründer.

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