Das Horten war für viele Schweinfurter ein Highlight. Foto: Willi Hobner
Das Horten war für viele Schweinfurter ein Highlight. Foto: Willi Hobner

Horten Kaufhaus: Eure Erinnerungen

Kürzlich posteten wir auf unserer Facebookseite ein historisches Bild vom ehemaligen Kaufhaus „Horten“, welches heute der Kaufhof ist. Ihr habt mit uns zahlreiche Erinnerungen geteilt: die erste Angel, die Mutter, die in der Feinkostabteilung gearbeitet hat und leckeres Softeis im Untergeschoss – das war der Horten in Schweinfurt. „Bei mir ist es immer noch der Horten“, sagt Gerhard, und damit ist er nicht der Einzige.

Eröffnung

Horten, gegründet von Helmut Horten, war ein bekanntes Vollsortiment-Warenhaus mit mehreren Filialen, davon eine in Schweinfurt. Rolltreppen, SB-Supermarkt, Modeboutiquen und Gastronomie – das alles beherbergten die Horten Kaufhäuser, teilweise auch mit Tankstelle, wie beispielsweise in Nürnberg. Charakteristisch an den Kaufhäusern waren auch die sogenannten „Hortenkacheln“ der Außenfassade, die Aufschrift „Horten“ war in dunklem blau gestaltet. Sein Ende hatte der Kaufhaus-Riese mit der Übernahme durch Kaufhof. In Schweinfurt wurde die Filiale am 29. Oktober 1964 eröffnet.

Einkaufserinnerungen

Viele Schweinfurter erinnern sich noch gerne an den Horten. Dort gab es schließlich so gut wie alles: „Wir haben dort für unsere Tochter das erste Fahrrad gekauft“, erzählt Karin. Für Manche begann mit dem Horten auch ein neues Hobby: „Hab da meine erste Angel gekauft“, kommentiert Harry freudig. Und auch Gamer wurden hier glücklich: „Meinen ersten Gameboy dort gekauft“, berichtet Stefan stolz. Tanja findet auch, dass die Verkäufer noch anders waren: „Damals waren die Verkäuferinnen in der Parfüm- und Makeup-Abteilung noch richtig freundlich und nicht so schnippisch und arrogant wie die Jetzigen!“

Treffpunkt

Der Horten war auch „der Treffpunkt in Schweinfurt“, wie Getraud es bezeichnet. Das Kaufhaus Horten konnte damals schon mal zum Tagesausflug werden, wie Markus erzählt: „Als Dorfkind sind meine Eltern mit mir alle paar Monate zum Horten gefahren. Dann gab es was zum anziehen, was mich immer genervt hat und wenn ich artig war, gab es ne Kleinigkeit aus der Spielzeugabteilung. Mei was ich da geträumt habe…“, sagt er, „zum Abschluss ging es hoch ins Restaurant. Eine der wenigen Momente, wo ich ein Spezi bekam. Mei Vadder hat immer ein Belohnungsbier getrunken. Weil er Klamottenshoppen und Spielzeugabteilung überstanden hat.“ Und das Restaurant schätzten damals noch Viele!

Leckeres Essen

„War dort mit meiner Familie auch zum Essen“, erklärt Maureen, und damit war sie nicht die Einzige. „Der Kupferspiess war einmalig, leckere Gerichte vom Grill und zum Zuschauen gekocht“, schwärmt Hildegard. „Wir waren mit meinen Eltern immer bei Horten, das schönste für uns war das Restaurant mit den kleinen Tischen wo man bedient worden ist“, findet Kirsten. Ein besonderes Highlight stellten für sie auch die Gummibärchen in der unteren Etage dar, die waren besonders dick, meint sie. Dort gab es auch leckeres Softeis, wie Diana erzählt. Das findet auch Karin: „Mit meiner Mutter Klamotten kaufen, im Restaurant essen und unten ein Softeis“.

Arbeiten im Horten

„Da hat mein Papa meine Mama kennengelernt. Hab dem Haus viel zu verdanken“, erinnert sich Gunnar. Gerlinde hat ihre ersten Berufserfahrungen hier gesammelt: „Habe 1966 dort meine Lehre begonnen!“ So auch Peggy: „Hab da gelernt. Meine ganze Familie hat irgendwann dort mal gearbeitet.“ Und auch Barbara arbeitete sehr lange dort: „Habe hier gelernt und über 20 Jahre gearbeitet“. Damit war Horten ein beliebter Arbeitgeber bei den Schweinfurtern.

Für immer im Herzen

Vergessen können den Horten nur die Wenigsten: „Meine Mutter sagt heute noch dazu Horten. Und jeder weiß genau, was gemeint ist“, kommentiert Kristin. „Für alte Schweinfurter ist das immer noch Horten, auch wenn Kaufhof drauf steht …“, meint auch Yvonne. Marlene trifft die Meinung der älteren Schweinfurter gut: „Drum is und bleibd des immer unner Hordn!“, und bleibt damit ein unvergessenes Kaufhaus in Schweinfurt!

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