Industrie und Wirtschaft in Schweinfurt. Foto: Pascal Höfig
Industrie und Wirtschaft in Schweinfurt. Foto: Pascal Höfig

Schweinfurt Platz 12 bei Hochtechnologiestandorten

Welche EU-Regionen lohnen sich für ein Unternehmen als Hochtechnologiestandort besonders? Dieser Frage ging nun Contor nach und untersuchte dieses Thema in einer Studie. Überraschend: Schweinfurt liegt hier als kreisfreie Stadt innerhalb der EU sehr weit vorne im Ranking – und das bei 1.342 untersuchten Standorten.

Anforderungskatalog

Die Studie stützte sich vor allem auf die Anforderungen aus der Studie „Standorte typisierter Unternehmen in Europa“ aus 2004. Indikatoren sind beispielsweise regionale Attraktivität, nochmal unterteilt in Demographie und Wohlstand, die Verkehrsinfrastruktur, Bildung, Technikaffinität sowie Unternehmenssituationen bezüglich der Steuerbelastung, Löhne und Arbeitsstunden.

Schweinfurt Platz 12

Die kreisfreie Stadt Schweinfurt ist hier Vorreiter und erreicht im Ranking Platz 12. Insgesamt wurden über 1.000 Standorte in der EU untersucht, Platz 1 sicherte sich die deutsche Stadt Ingolstadt. Unter den deutschen Städten belegt außerdem Ludwigshafen am Rhein Platz 6, Erlangen Rang 8 und Wolfsburg und München die Ränge 9 und 10. Die unterfränkische Hauptstadt Würzburg erreichte hierbei nur den Rang 459 und liegt damit im dreistelligen Bereich. Schlechter verhält es sich außerdem jenseits der Stadt: der Landkreis Schweinfurt belegt in der Studie Rang 963.

43% Hochtechnologie

Betrachtet man die Datenauswertung von Contor, stellt man fest, dass Schweinfurt in nahezu allen Bereichen weit vorne liegt. Mit einer direkten Bahn- und Autobahnanbindung gibt es eine hervorragende Verkehrsinfrastruktur und der Bevölkerungsanteil an Abiturienten mit ca. 60% und rund 27% Studierenden ist im Vergleich sehr hoch. Außerdem sind etwa 48% im verarbeitenden Gewerbe tätig. Der Anteil der Hochtechnologie liegt in Schweinfurt bei 43% und liegt damit weit über dem Durchschnitt, einen besonders hohen Anteil macht in Schweinfurt der Maschinenbau-Bereich aus.

Seit 2004 viel geändert

Hierbei hat sich in den letzten 15 Jahren die Lage stark verändert: Wirtschaftsreformen in Deutschland und auch die Wirtschaftskrise 2007 führten zu beträchtlichen Umwälzungen in ganz Europa. 2004 erreichte beispielsweise der jetzige erste Platz Ingolstadt nur Rang 443. Auch in Zukunft wird sich hinsichtlich des bevorstehenden Austritt Großbritanniens aus der EU die wirtschaftliche Lage erheblich ändern.

Über die Studie

Contor führt regelmäßig Studien zu Hochtechnologie-Standorten durch, unter anderem auch mit Hilfe verschiedener Universitäten in Deutschland. Unter Hochtechnologie werden die Bereiche des verarbeitenden Gewerbes verstanden, sowie wissensintensive Dienstleistungen mit Technologieniveau. Diese können sowohl große wie auch kleine Unternehmen beinhalten und sind branchenunabhängig. Ein typisches Hochtechnologieunternehmen gebe es laut Contor aber nicht.

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