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Blick über Schweinfurt. Foto: Pascal Höfig
Blick über Schweinfurt. Foto: Pascal Höfig

Contra Bürgerbegehren: Genügend Wohnraum in Schweinfurt

Das Bürgerbegehren „Bezahlbarer Wohnraum in Schweinfurt“ ist seit Oktober im Gange. Zu wenig bezahlbare Wohnungen und insbesondere Sozialwohnungen seien in der Stadt vorhanden, so die Initiatoren des Bürgerbegehrens. Nun meldet sich allerdings die Arbeitsgemeinschaft Schweinfurter Wohnungsunternehmen (Arge) zu Wort: In Schweinfurt sei ein ausreichendes Wohnungsangebot vorhanden – sie sprechen sich gegen den Neubau von Sozialwohnungen aus und empfehlen eine Investition in den vorhandenen Bestand.

Rund 1/3 der Wohnungen gehören Arge

Die Arbeitsgemeinschaft der Schweinfurter Wohnungsunternehmen, kurz Arge, ist eine Interessenvertretung unter dem Dach des Verbands der bayerischen Wohnungsunternehmen e.V. Der Arbeitsgemeinschaft gehören der Bauverein Schweinfurt eG, die Eisenbahner-Baugenossenschaft Schweinfurt eG, die Postbaugenossenschaft Schweinfurt eG und die Stadt- und Wohnbau GmbH Schweinfurt an. Rund ein Drittel des Wohnungsbestands in Schweinfurt gehört der Arge an, was etwa 8.000 Wohnungen entspricht – davon sind etwa 30% Sozialwohnungen, sprich öffentlich finanziert, der Rest ist frei finanziert und steht damit jedem Interessenten zur Verfügung.

Nicht nur Sozialwohnungen für Bedürftige

„Unabhängig von der Finanzierungsart der Wohnung, übernimmt die Stadt Schweinfurt die Miete für Bedürftige“, so die Arge. Der Höchstsatz für die Teil- oder komplette Übernahme der Mietkosten liegt hier je nach Größe der Wohnung bei einem aktuellen Höchstsatz von ca. 5,60 € – 6,00€ /m2 im Monat. Somit stehen einer sozial bedürftigen Person nicht nur Sozialwohnungen zur Verfügung, sondern auch andere Wohnungen.

Genug Wohnungen vorhanden

Ein Defizit an Wohnungen ist der Arge nach nicht erkennbar: „Die Erfahrungen der Mitgliedsunternehmen der Arbeitsgemeinschaft der Schweinfurter Wohnungsunternehmen deuten auf einen in weiten Teilen ausgeglichenen Wohnungsmarkt in Schweinfurt hin.“

Mietpreise in Schweinfurt

Die Problematik liege eher an den Ansprüchen der Mieter: „Die Praxis zeigt, dass Mietinteressenten in großen Teilen sehr spezielle Ansprüche an die gewünschte Wohnung stellen. Kriterien, nach denen eine Wohnung gesucht wird, sind neben der Größe und der Lage z. B. auch die Ausstattung der Wohnung bzw. des Gebäudes. Je spezifischer die Suchkriterien gefasst sind, desto länger wartet der Mietinteressent in der Regel auf eine Wohnung.“ Wem die Obdachlosigkeit droht, der werde erfahrungsgemäß recht zügig mit einer Wohnung versorgt, so die Arge weiter.

Mieten in Schweinfurt vergleichsweise günstig

Im bayernweiten bzw. frankenweiten Vergleich liegen die Mietpreise in Schweinfurt im günstigen Bereich. „Der Marktbericht des Immobilienverbands Deutschland Süd e.V. bescheinigt Schweinfurt den geringsten Anteil der Wohnungskosten in Bezug auf das Haushaltseinkommen in Bayern“, so die Arge. Im Bezug auf den Nettohaushalt einer Familie liegt der Wert in Schweinfurt bei 19,4% , die Arbeitsgemeinschaft Schweinfurter Immobilienunternehmen achtet hierbei darauf, einen Wert von 30% nicht zu überschreiten. Der Quadratmeterpreis lag hier 2018 bei 5,13 €, neugebaute Sozialwohnungen seien hingegen teurer.

„In Neubauprojekten sind Mieten von mindestens 9,50 €/m2 notwendig, um eine niedrige, einstellige Rendite zu erwirtschaften und zwar unabhängig davon, ob es sich um öffentlich geförderte oder frei finanzierte Wohnungen handelt.“ Die Nachfrage nach modernen Wohnungen ist zwar hoch, allerdings nicht zu jedem Preis – das erschwert die Vermietung von Neubauten erheblich.

Nicht nur Fokus auf Sozialwohnung

„Aus diesem Grund spricht sich die Arbeitsgemeinschaft der Schweinfurter Wohnungsunternehmen vor dem Hintergrund der stetig lautwerdenden Forderungen nach mehr Sozialwohnungen in Schweinfurt dafür aus, den Wohnungsmarkt der Stadt Schweinfurt weiterhin ausgeglichen bewirtschaften zu können, ohne den Fokus explizit auf die Errichtung von Sozialwohnungen zu legen“, so die Aussage der Arge. Es soll, wie bisher, flächendeckend in den Bestand investiert werden, „anstatt erhebliche Summen in ein Teilsegment des Wohnungsbaus zu investieren“.

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