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Schweinfurter Rathaus. Foto: Pascal Höfig
Schweinfurter Rathaus. Foto: Pascal Höfig

Aufklärung und Aufmerksamkeit: Welt-Aids-Tag 2019

Jedes Jahr am 1. Dezember ist Welt-Aids-Tag. Ziel dieses Tages ist, aufzuklären und Vorurteile abzubauen. Das Motto des Welt-Aids-Tages 2019 lautet „Communities make the difference“ und zielt auf einen entscheidenden Aspekt der Bekämpfung der weltweiten HIV-Epidemie ab: Die Einbeziehung der Betroffenen in Entscheidungen der medizinischen Behandlung, die Selbstorganisation von Patienten in Selbsthilfegruppen sowie inklusive Strategien, die die gesellschaftliche Stigmatisierung und Diskriminierung von Menschen mit HIV reduzieren. Auch in Schweinfurt gibt es im Gesundheitsamt eine Aids-Beratungsstelle.

Rückgang der Neuinfektionen

Zum zweiten Mal in Folge weist die Schätzung des Robert-Koch-Instituts (rki) für die Zahl der Neuinfektionen mit HIV eine Verringerung gegenüber dem Vorjahr aus. Lag die Schätzung für 2017 noch bei 2.500 Neuinfektionen, liegt diese Zahl für 2018 nun bei 2.400. Der Rückgang ist besonders deutlich in der Gruppe der Männer, die Sex mit Männern haben (MSM). Offenbar zeigen die erweiterten niedrigschwelligen Testangebote und der frühere Behandlungsbeginn Erfolge. Dieser Trend gilt insbesondere in den Ballungsgebieten. Man muss davon ausgehen, dass in den ländlichen Regionen dieser erfreuliche Rückgang weniger stark ausgeprägt ist.

„Wir gehen aktuell davon aus, dass sich im Regierungsbezirk Unterfranken jährlich 25 bis 30 Personen neu mit dem HI-Virus anstecken und erwarten, dass die Neuinfektionen in den kommenden Jahren leicht zurückgehen werden. Die Neudiagnosen lagen für Unterfranken in den vergangenen Jahren im Durchschnitt bei 30. Für das Jahr 2019 rechnen wir aufgrund der aktuellen Datenlage mit mehr als 30 Neudiagnosen. Dies ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass sich Personen mit einem Risiko früher testen lassen und damit auch früher in eine Behandlung gehen, ein durchaus erfreulicher Trend“, so die Caritas Beratungsstelle in Würzburg.

980 HIV-Infizierte in Unterfranken

In Unterfranken leben zum aktuellen Zeitpunkt geschätzt 980 HIV-Infizierte. Etwa 110 Menschen von den 980 wissen zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts von ihrer Infektion. Das Gesundheitsamt in Schweinfurt mit seinem „Ärztlichen“ und „Sozialpädagogischen Dienst“ steht für HIV-infizierte und an AIDS Erkrankte sowie für deren Angehörige, Partnerinnen und Partner und alle Personen, die wegen der Immunschwäche Fragen oder Probleme haben zur Beratung zur Verfügung. Außerdem gibt es zusätzlich zehn psychosoziale AIDS-Beratungsstellen und die AIDS-Hilfen, die zur Information über HIV und AIDS beraten.

Im Gesundheitsamt wird kostenfrei und anonym ein HIV-Antikörpertests angeboten. Der Test kann immer zu den Geschäftszeiten von Montag bis Donnerstag (letzter Termin 14:00 Uhr) nach vorheriger telefonischer Anmeldung durchgeführt werden und die Bearbeitung dauert etwa eine Woche.

Leben mit Infektion

Das Leben mit der Infektion ist mehr als 30 Jahre nach Beginn der Epidemie sei vielschichtig, heißt es. In der Beratung geht es darum, diese Komplexität für den Einzelnen zu verringern und den Ratsuchenden auf seinem Weg zu einem lebenswerten Leben zu begleiten. Neben der unmittelbaren Krankheitsbewältigung nach dem Schock der Diagnose spielt die Frage „Wem erzähle ich von meiner Infektion?“ bei fast allen Ratsuchenden eine zentrale Rolle, erklärt die Beratungsstelle. Auch die Angst vor unangemessenen Reaktionen aus dem beruflichen und privaten Umfeld sei bei den meisten Klienten immer wieder Thema in den Beratungsgesprächen.

Neue Möglichkeiten

Der Gesetzentwurf zum Masernschutzgesetzt sieht vor, dass Schnelltest auf HIV, Hepatitis C und Syphilis künftig in Beratungsstellen ohne ärztliche Aufsicht durchgeführt werden können.

Mit der „Prä-Expositions-Prophylaxe“ (PrEP) gibt es eine weitere Möglichkeit, sich vor einer Infektion zu schützen. Die PrEP ist eine Safer-Sex-Methode, bei der HIV- Negative ein HIV-Medikament einnehmen, um sich vor einer Ansteckung mit HIV zu schützen. Seit September ist die PrEP als Kassenleistung anerkannt. Dies erleichtert die Zugangsmöglichkeiten und wird die Zahl der Anwender sicherlich erhöhen, so die Aids-Beratungsstelle.

Sehr erfreulich auch unter dem Aspekt der Prävention sei die Tatsache, dass sich der Anteil der Menschen mit einer HIV-Infektion, die sich in einer erfolgreichen medizinischen Behandlung befinden, kontinuierlich erhöhen würde. Eine frühzeitig behandelte Infektion kann nicht übertragen werden. Nach wie vor ist und bleibt die Empfehlung, Kondome zu verwenden, eine der zentralen Botschaften der HIV/STI-Prävention.

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