Der Heilige Nikolaus. Foto: Dirk Flieger
Der Heilige Nikolaus. Foto: Dirk Flieger

Äpfel, Nuss und Mandelkern: Wer ist eigentlich der Nikolaus?

Äpfel, Nuss und Mandelkern, essen fromme Kinder gern – so heißt es schon seit Jahrzehnten. Und das vor allem ist das an einem ganz bestimmten Tag im Jahr der Fall: Am 6. Dezember zieht der heilige Nikolaus von Haus zu Haus, liest aus seinem goldenen Buch und beschenkt artige Kinder mit Leckereien aus seinem Nikolaussack.

Heiliger Nikolaus fiktive Figur

Der heilige Nikolaus ist laut kritischen Textanalysen eine fiktive Figur. Sie verbindet in sich die Eigenschaften der realen Personen des Bischofs Nikolaus von Myra aus Lykien (heutige Türkei) und des gleichnamigen Abts von Sion. Die Legenden besagen, dass Nikolaus von Myra unter anderem drei zu Unrecht eingesperrte Offiziere befreite und drei unschuldig zum Tode verurteilte Jünglinge rettete. Er ermöglichte auch drei armen Mädchen die Heirat, indem er ihnen in den Kamin jeweils einen Goldklumpen als Mitgift warf. Auch gilt er als Schutzpatron der Schiffer, da er der Legende nach ein Schiff aus größter Seenot rettete. Er zählt wie der heilige Martin zu den ersten Heiligen, die keine Märtyrer waren.

Vielfältige Nikolausbräuche

Nikolausbräuche gibt es viele. Sie werden schon lange Zeit praktiziert. Der älteste stammt aus der Zeit des Mittelalters. Am 28. Dezember feierten damals Schüler an Kloster- und Domschulen das Knabenbischofsspiel, das sich später mit dem Nikolausbrauch vermischte. Bei dem ursprünglichen Narrenfest wählten die Kinder einen Abt oder Bischof, der ein pompöses Fest und Umzüge durchführte und wie ein Bischof mit Chorkleidung, Mitra und einem Stab ausgestattet war. Ab dem 13. Jahrhundert wanderte der Brauch allmählich auf den 6. Dezember.

Nikolaus auf dem Weihnachtsmarkt

Im 15. Jahrhundert kam die Tradition des Wurf- und Streuabends sowie des Nikolaus-Schiffs auf. Am Nikolausabend wurden Äpfel, Nüsse oder andere Leckereien in einen Raum geworfen, in dem die Familie zusammensaß, oder über Nacht heimlich Kleinigkeiten vorbeigebracht. Kinder bastelten dafür aus Papier Schiffchen, in die der Heilige seine Gaben legte. Hintergrund dieses Brauchtums ist sein Schifferpatronat. Später wurden die Schiffchen durch Stiefel, Schuhe, Strümpfe oder Gabenteller ausgetauscht. So ist es auch heutzutage noch Brauch, dass brave Kinder am 6. Dezember einen gefüllten Stiefel oder Nikolaussack erwarten dürfen.

Nikolaus und Knecht Ruprecht

Der sogenannte Einlegebrauch wurde im 17. Jahrhundert in katholischen Regionen vom Einkehrbrauch abgelöst. Der Nikolaustag bekam eine pädagogische Prägung. Der heilige Nikolaus spielt dabei die Rolle des gütigen Richters, der lobt oder tadelt. Aus seinem „Goldenen Buch“ bezieht er sein Wissen, welches Kind artig war und welches nicht. Der Einkehrbrauch wird heute noch in vielen Regionen praktiziert. Mit dabei ist meist ein Begleiter. Knecht Ruprecht stellt das Böse dar, das böse und unartige Kinder straft, aber im Dienste des Guten steht, also des heiligen Nikolaus.

Weihnachtsmann erst seit 1923

Mit der Kunstfigur des Weihnachtsmannes hat der heilige Nikolaus nichts zu tun. Der Weihnachtsmann taucht erst seit 1923 in der Werbung auf. Er steht für Handel und Konsum, während der heilige Nikolaus als Nothelfer und Schutzpatron für Kinder, Schüler und Schiffsleute gilt.

Was ist los an Nikolaus in Schweinfurt?

In Schweinfurt kommt der Nikolaus am 6. Dezember von 15 bis 16 Uhr auf den Weihnachtsmarkt und verteilt Kleinigkeiten für die Kinder, musikalisch begleitet wird er von der Kita Christuskirche und dem Knecht Ruprecht. In Abersfeld, einem Gemeindeteil von Schonungen, gibt es auf dem Dorfplatz eine große Nikolausparty mit Kinderbescherung.

Artikel beruht in Teilen auf einer Pressemitteilung des POW.

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