Schweinfurter Fußgängerzone. Foto: Pascal Höfig
Schweinfurter Fußgängerzone. Foto: Pascal Höfig

Konzept für Innenstadtentwicklung in Schweinfurt

Im Auftrag des IHK-Bezirksausschusses Schweinfurt hat die „AG Innenstadt“ aus Sicht der gewerblichen Wirtschaft jetzt Eckpunkte für ein Konzept zur Belebung der Schweinfurter Innenstadt entwickelt, so berichtet die IHK in einer Pressemitteilung. Wichtige Punkte seien hier Leerstände, die Gestaltung von öffentlichen Plätzen, Magnete für Besucher aus der Umgebung und Möglichkeiten für ein attraktiveres Mobilitätsangebot, sowie ein neuer Markenkern: „Schweinfurt ist mehr als Kunst und Industrie“.

Leerstände beheben

Zur Belebung der Schweinfurter Innenstadt soll ein Innenentwicklungskonzept erstellt werden. Dieses zielt darauf ab, die Innenstadt insgesamt aufzuwerten und die Leerstände, z.B. Ladenlokale wie auch Obergeschosse, zu beheben. Durch gezieltes Management und Marketing soll dieses Ziel dauerhaft verfolgt werden.

Leerstände: Das sagt die Stadt

Zur Umsetzung gehört aus Sicht der regionalen Wirtschaft die gezielte Nutzung von Förderprogrammen auf EU-, Bundes- und Landesebene wie z.B. die Ausweisung städtebaulicher Sanierungsgebiete. Hinzu kommt die Auflage eines kommunalen Investmentfonds sowie ein Programm zur steuernden Förderung gewerblicher Investitionen, und die Einrichtung eines One-Stop-Shops der Stadtverwaltung als aktiv beratender Ansprechpartner, insbesondere für Unternehmen, Eigentümer und Investoren.

Flächen für Dienstleistungen oder Wohnraum

Innerstädtische Leerstände sollen durch eine breit angelegte Nutzung mit nachhaltig räumlichen Funktionen behoben werden. Eine wesentliche Rolle nimmt hierbei die Immobilienwirtschaft ein: Neben dem weiterhin bedeutenden, klassischen Einzelhandelsbesatz, der Gastronomie und der Hotellerie sollte die Innenstadt als attraktiver Standort für die Erbringer von Dienstleistungen, etwa aus dem Bereich unternehmensnaher Dienstleistungen oder der Gesundheitswirtschaft ertüchtigt werden.

Darüber hinaus können Flächen zwischen Leerstände in Wohnraum umverlagert werden und für alle Altergruppen attraktiv gemacht werden. So bieten Erdgeschossflächen Möglichkeiten zur Realisierung von barrierefreiem oder seniorengerechtem Wohnen. Obergeschosse können per Sanierung attraktiver Wohnraum für junge Familien und für Studierende werden.

Leerstand in der Schweinfurter Innenstadt. Foto: Dirk Flieger

Leerstand in der Schweinfurter Innenstadt. Foto: Dirk Flieger

Plätze attraktiver gestalten

Durch attraktiv gestaltete Plätze wie Zeughaus, Kornmarkt, Georg-Wichtermann-Platz, Marktplatz und Schillerplatz, mit jeweils klaren funktionalen Schwerpunkten und zielgruppenorientierten Angeboten soll eine angenehme Umgebung geschaffen werden. Übergeordnetes Ziel ist eine wirtschaftsverträgliche Stadtentwicklung unter Schaffung von sogenannten „Magnetfunktionen“, die den Plätzen fest zugeordneten werden, wie ein Viktualienmarkt, gastronomische Außenbewirtschaftung und urbane Sportangebote. Hierbei gilt es auch das Potenzial des Quartiers „Neue Gasse – Bauerngasse – Zeughaus“ in Wert zu setzen und dabei einen räumlichen Brückenschlag zum neuen Kulturforum zu schaffen.

Der Zeughausplatz mit Zeughaus. Foto: Dirk Flieger

Der Zeughausplatz mit Zeughaus. Foto: Dirk Flieger

Eye Catcher schaffen

Die vorhandene, historische Bausubstanz soll hierbei gewinnbringend für eine Wahrung des Ortsbildes integriert werden. Hierauf abgestimmt sollen durch optische Highlights „Eye Catcher“ geschaffen werden, welche die Plätze aufwerten. Dauerhaft soll auch die Sauberkeit in der Innenstadt verbessert werden.

Für die Aufenthaltsqualität in urbanen Räumen gilt es hier, vor allem in den Sommermonaten, dauerhaft angenehme Bedingungen sicherzustellen, z.B. durch gezieltes Begrünen durch geeigneten Baumbestand, durch das Anlegen grüner Bänder zwischen Parks und Plätzen sowie durch die Etablierung zielgerichteter Luftschneisen.

Überregional attraktiv machen

Auch künftig stellen Besucher aus dem Schweinfurter Umland, Tagesgäste aus umliegenden Regionen und Touristen wichtige Nachfragegruppen zur Belebung der Innenstadt dar.

Über 200.000 Gästeübernachtungen

Museen sollen hierfür mit einem besseren Angebot dauerhaft Leute anlocken – so z.B. durch eine Technik-Ausstellung zur Industriegeschichte Schweinfurts mit aktiven Mitmach-Elementen, wodurch auch Familien angelockt werden könnten. Überregional bekannte Events, wie z.B. Honky Tonk, Pflasterklang, oder das Stadtfest bieten zudem das Potenzial regelmäßig Besucher nach Schweinfurt zu ziehen.

Unerlässlich für eine Belebung der Schweinfurter Innenstadt ist deren Erreichbarkeit mittels zukunftsfähiger Mobilitätsangebote: hinreichende Parkmöglichkeiten und ein regional harmonisierendes ÖPNV-System mit Anbindung an die Innenstadt, z.B. mit regelmäßigen und hohen Taktfrequenzen und einer attraktive Anbindung an die umliegenden Oberzentren Würzburg, Bamberg, Bad Kissingen, Bad Neustadt und Fulda.

Tram-Train-Konzept

Entlang der SPNV-Strecken soll ein attraktives Park- & Ride-System (P&R) etabliert werden. Große Chancen zur Entwicklung einer zukunftsfähigen Direktanbindung der Schweinfurter Innenstadt birgt außerdem ein Tram-Train-Konzept bzw. Citybahn Schweinfurt unter Einbezug der SPNV- Strecken Würzburg – Schweinfurt, Bad-Kissingen – Schweinfurt und der möglichen SPNV- Strecke Kitzingen – Gerolzhofen – Schweinfurt. Auch Radanbindungen sollen verbessert werden, genauso wie Ladeinfrastrukturen für E-Mobilität, dazu auch eine innenstädtische Versorgung mit E-Lastenrädern.

„Mehr als Kunst und Industrie“

Auch soll ein neuer Markenkern entstehen, etwa unter dem Aspekt, dass Schweinfurt „mehr als Kunst und Industrie“ ist. Hierbei müssen neue Zielgruppen, z.B. weitere Gewerbebranchen, Studierende, Familien oder Senioren in den Fokus genommen werden – auch in Zusammenarbeit mit dem Tourismusmarketing und Organisatoren von Events oder Festivals.

Auch in Sachen Digitalisierung soll sich was tun: erstellt werden soll für das Innenstadtmarketing eine zentrale, digitale Plattform oder App. Im Zuge dessen sollen auch die kulturellen Angebote in der Innenstadt sowie die Mobilitätsangebote mit Hilfe eines einheitlichen digitalen Ticketsystems barrierefrei vernetzt werden.

Dieser Artikel beruht auf eine Pressemitteilung der IHK Würzburg-Schweinfurt.

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