Das Schweinfurter Rathaus. Foto: Dirk Flieger
Das Schweinfurter Rathaus. Foto: Dirk Flieger

300 neue Behörden-Stellen in Schweinfurt

Strukturschwache Regionen in Bayern stärken, das ist das Ziel der geplanten Behörden-Verlagerung, die Ministerpräsident Markus Söder nun vorstellte, so der BR. 400 Stellen sollen dabei in Unterfranken entstehen – auch Schweinfurt soll davon profitieren.

Von der Stadt aufs Land

Weg von der Stadt und raus aufs Land: Auch umliegende Örtlichkeiten abseits von Metropolen sollen gestärkt und durch eine Verlagerung der Behörden gleichwertige Lebensverhältnisse geschaffen werden, so der BR. Bis 2025 sollen in Bayern 70 neue Standorte für Behörden und staatliche Einrichtungen, wie beispielsweise Hochschulen, entstehen. Vor allem aus dem Raum München sollen rund 3.000 Stellen in ländliche Gegenden verlagert werden – eine Entlastung für die Hauptstadt und ein Gewinn für das Umland, heißt es in Berichten des BR.

Neue Stellen in Schweinfurt

Profitieren sollen davon in erster Linie Nord- und Ostbayern: in Unterfranken werden rund 400 Stellen entstehen, davon allein 300 in Schweinfurt. Bad Kissingen und die Umgebung erhalten zudem 100 Stellen, die vor allem im Rahmen des neuen Schulungszentrums des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit entstehen. Auch Schweinfurt wird gestärkt, so soll die Stadt eine Einheit des Finanzamts München bekommen.

Grundsätzlich begrüßt Landrat Florian Töpper die Pläne der Staatsregierung, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes: „Wo auch immer diese Stellen bei uns dann sein werden, ist das eine gute Nachricht für uns. Denn der Landkreis profitiert davon in jedem Fall.“

Conn Barracks als Option

Ebenso wünscht Landrat Töpper eine Prüfung der Flächen beziehungsweise Gebäude in den Conn Barracks, heißt es weiter. „Dort könnte, unabhängig von der Nutzung der zentralen Flächen für den geplanten Gewerbepark Conn Barracks, die vom Freistaat derzeit noch als Ankerzentrum genutzte Fläche für die Behördenverlagerung in Betracht kommen“, sagt Töpper. Nach dem vereinbarungsgemäß von der Staatsregierung zugesicherten Ende des Ankerzentrums im Jahr 2025 stünden diese Flächen sowie die dort aktuell bereits von Behörden des Freistaats genutzten Gebäude, als potentieller Standort zur Verfügung.

Die Conn-Barracks bei Schweinfurt. Foto: Dirk Flieger

Die Conn-Barracks bei Schweinfurt. Foto: Dirk Flieger

„Um eine echte Stärkung und Unterstützung des ländlichen Raumes zu erzielen, hoffe ich sehr, dass die Staatsregierung die genannten Optionen ernsthaft prüft. Bei ihrem grundsätzlich positiven Ansinnen müssen eben auch Orte mit zentralörtlicher Funktion im ländlichen Raum, wie dies in unserem Landkreis die Stadt Gerolzhofen oder auch der Markt Werneck sind, ernsthaft in Betracht gezogen werden.“, so Töpper in der Presseinformation.

München als Regierungsbezirk

Insgesamt 3.000 Stellen sollen ausgesiedelt werden, unter anderem nach Mittelfranken, Niederbayern, Schwaben und in die Oberpfalz, so der BR. Betroffene Mitarbeiter sollen zu einem Wechsel allerdings nicht gezwungen werden: Die Umstrukturierung soll durch Freiwilligkeit und durch Anlocken mit speziellen Angeboten erfolgen, so Minister Söder.

Auswirkungen wird vor allem die Landeshauptstadt selbst spüren: von 1.600 Stellen sollen am Ende nur noch 600 übrig bleiben, zudem soll mit München ein eigener Regierungsbezirk entstehen, heißt es weiter. Dadurch würde die Landeshauptstadt aber nicht geschwächt, sondern entlastet werden – das biete neue Chancen, so Söders Einschätzung.

Hochschule stärken

Betroffen von der Auslagerung sind aber nicht nur die Behörden: auch Studienplätze sollen im Rahmen der Hightech-Offensive entstehen, wie der BR berichtet. 13.200 zusätzliche Plätze soll es damit auf den ganzen Freistaat verteilt geben, rund 9.200 davon im Bereich Informatik und künstliche Intelligenz.

Mit der FHWS ist Schweinfurt bereits ein immer größer werdender Hochschulstandort in Franken. Hier kann nicht nur Maschinenbau und Elektrotechnik studiert werden, sondern auch Wirtschaftsingenieurwesen und angewandte Natur- und Geisteswissenschaften wie Fachjournalismus.

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