Geld in Hand. Symbolfoto: Pascal Höfig
Geld in der Hand. Symbolfoto: Pascal Höfig

„Fridays gegen Altersarmut“: Mahnwachen in Unterfranken

Die Aktivisten von #FridaysForFuture erreichen schon seit gut einem Jahr die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit, nun hat sich auch eine andere Gruppierung gebildet: „Fridays gegen Altersarmut“ besitzt Berichten des BR zufolge eine Facebook-Community mit rund 300.000 Mitgliedern und veranstaltet am heutigen Freitag über 200 Mahnwachen bundesweit. Auch in Unterfranken finden heute Mahnwachen zum Thema Altersarmut von lokalen Facebook-Gruppen statt, so auch in Würzburg und Schweinfurt. Doch was steckt eigentlich dahinter?

Gegen Altersarmut

Seit dem Spätsommer 2019 existiert die Facebookgruppe „Fridays gegen Altersarmut“, nun hat die Gruppe über 300.000 Anhänger. Über 200 Kundgebungen soll es Berichten des BR zufolge in ganz Deutschland geben, die größte in Bayern findet in München statt. Gründer der Aktion ist der 55-jährige Heinrich Madsen, welcher laut dem BR immer wieder in Medienberichten auftritt, oftmals zum Thema „Soziale Ungleichheit“.

Derzeit setzt Madsen sich mit seiner Gruppierung gegen die Altersarmut ein. Laut Statistischen Bundesamt liegt die Armutsschwelle in Deutschland bei 13.628€ im Jahr – vor allem Rentner seien betroffen. Um der Altersarmut zu entgehen, sei bei einer Vollzeitbeschäftigung zumindest ein Stundenlohn von 12€ notwendig, so ein Bericht der ARD. Seit diesem Jahr liegt der Mindestlohn in Deutschland bei 9,35€.

Mahnwachen in Unterfranken

In Unterfranken gibt es auch in Würzburg und Schweinfurt Anhänger. „Das Thema Altersarmut geht uns alle an. Deswegen gehen wir auf die Straße, um die Leute dazu zu bewegen, mit uns zu kämpfen“, so die Aussage der Organisatorin der Würzburger Mahnwache Brigitte Bauer, die nebenbei ehrenamtlich in einem Hammelburger Sozialcafé arbeitet, gegenüber dem BR. Forderungen der Bewegung seien vor allem eine solidarische Rente mit einem gleichen Prozentsatz für alle sowie eine Grundrente von 960€, so der BR.

Initiativen warnen

Von der bundesweiten Facebook-Gruppe „Fridays gegen Altersarmut“ distanzieren sich allerdings die Würzburger und Schweinfurt Initiatoren: Medienberichten nach sei in der Gruppe ein „brauner Hintergrund“ vorhanden, mit dem die unterfränkischen Gruppen nichts zu tun haben möchten. Initiativen und Gewerkschaften seien ebenfalls kritisch und warnen vor problematischen Inhalten der Gruppe, so rufen teilweise rechtsextreme Parteien wie „Die Rechte“ zu Mahnwachen auf.

Auch die Gewerkschaft Verdi warne ihre Mitarbeiter vor populistischen Inhalten der Gruppierung, wie der BR berichtet, so gäbe es keine konkreten Ziele und Forderungen und auch keine Analysen zur Altersarmut. Stattdessen würden andere Gruppierungen angefeindet werden, wie beispielsweise die #FridaysForFuture-Bewegung. Auch der Sozialbund Vdk und der paritätische Wohlfahrtsverband in Bayern kritisieren die Facebook-Gruppe.

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