Wir fragen Jamie: Wie ist es als Knochenmarkspenderin? Foto: privat
Wir fragen Jamie: Wie ist es als Knochenmarkspenderin? Foto: privat

Wir fragen Jamie: Wie ist es als Knochenmarkspenderin?

Jamie ist 20 Jahre alt und kommt aus dem Landkreis Schweinfurt. Durch eine Präsentation ist sie auf die DKMS aufmerksam geworden und hat sich sofort registrieren lassen. Nur kurze Zeit später wurde sie für eine Knochenmarkspende ausgewählt – nun möchte sie auch andere dazu bewegen, über eine Registrierung bei der DKMS nachzudenken. Wir haben sie dazu gefragt: Wie läuft so eine Knochenspende eigentlich ab?

Mund auf, Stäbchen rein, Spender sein“

SwC: Wie bist du auf das Thema Knochenmarkspenden aufmerksam geworden?

Jamie: Um ehrlich zu sein wusste ich zunächst nicht einmal, dass es das gibt. Als ich mit 17 in der Berufsschule war, gab es irgendwann eine Präsentation der DKMS. Wie sie erzählt hatten einen völlig fremden Menschen das Leben zu retten, hat mich begeistert. Also habe ich mich sofort registrieren lassen. Dieser Gedanke, dass das einfach in meinem Leben passiert, dass ich sowas tolles machen könnte, war für mich einfach unbeschreiblich. Die Chance, dass jemand in seinem ganzen Leben angeschrieben wird, ist ja nicht besonders groß.

SwC: Wie war hier das Vorgehen?

Jamie: Naja, wie es der Slogan schon sagt: Mund auf, Stäbchen rein, Spender sein – Genauso lief das ab, nur, dass ich noch einen Fragebogen mit ausfüllen musste.

SwC: Du wurdest schließlich als Spender ausgewählt: Wie lange nach deiner Registrierung ist das passiert? Wie ging es dann weiter?

Jamie: Kurz nach meinem 18. Geburstag habe ich den Anruf bekommen, dass ich eventuell in Frage für eine Spende käme,  ich aber nochmal Blut abnehmen lassen müsste um es genauer zu wissen. Das hat dann alles nochmal ca. 5 bis 6 Monate gedauert. Dann erhielt ich den Anruf, dass ich in eine für mich auserwählte Klinik gehen müsste, um nochmal ein paar Tests zu machen. Die verliefen auch alle super, also wurde ein Termin für die Spende vereinbart. Also machte ich mich am Spendentermin mit meiner Mama los ( Hotel wurde für sie extra mitgebucht) und wurde nochmal für ein paar Untersuchungen ins Krankenhaus gebracht.  Ich wurde super herzlich empfangen und alles zum Ablauf wurde nochmal genau mit den Ärzten besprochen. Am nächsten Morgen ging es dann auch direkt los.

Wie ein „Pferdetritt“

SwC: War der Eingriff schmerzhaft?

Jamie: Trotz Vollnarkose war ich nach der OP sehr schnell wieder fit. Die Ärzte meinten vorher, es fühle sich an wie ein „Pferdetritt in den Rücken“ – Und ja, so war es dann auch. Aber das ist nach einer Woche spätestens wieder weg. Man muss ja auch bedenken, für was man das gerade tut und aushält.

Jamie nach der Knochenmarkspende. Foto: privat

Jamie nach der Knochenmarkspende. Foto: privat

SwC: Welche Informationen zum Empfänger hast du bekommen?

Jamie: Nach der OP habe ich direkt erfahren, dass ich an ein kleines Kind aus Großbritannien gespendet habe. Mittlerweile habe ich auch die Nachricht, dass die Spende gut angenommen wurde und bis jetzt alles nach Plan verläuft.

SwC: Hast Du auch Kontakt zum Empfänger?

Jamie: Bis jetzt noch nicht – zwei Jahre gilt erst mal Anonymität.

Tolles Gefühl

SwC: Wie hast du dich nach der Spende gefühlt?

Jamie: Es war ein tolles Gefühl jemanden zu helfen, den man vielleicht nie persönlich treffen wird. Aber so einfach ein Leben zu retten, ohne großartig viel Aufwand, ist ein tolles Gefühl. Ich habe mich noch nie besser gefühlt!

SwC: Was rätst Du allen, die noch nicht registriert sind?

Jamie: Registriert euch! Jemanden zu helfen ist ein tolles Gefühl – ich kann gar nicht wirklich beschreiben, wie schön es ist. Aber man muss bedenken, man selber oder einer aus der Familie könnte auch in diese Situation kommen und eine Spende benötigen. Und da wäre man froh, wenn ein passender Spender registriert wäre.

Unsere Rubrik „Wir fragen…“

In unserer Rubrik „Wir fragen…“ stellen wir Schweinfurter Persönlichkeiten aus den verschiedensten Lebensbereichen vor und fragen sie nach ihren Erfahrungen. Wen wolltet ihr schon immer mal etwas Bestimmtes fragen? Schreibt uns per Mail an redaktion@swity.de oder kommentiert unter unserem Facebook-Posting!

- ANZEIGE -

AUCH INTERESSANT