Die LKW-Flotte bei Pabst Transport. Foto: Andreas Wagner/ Pabst Transport
Die LKW-Flotte bei Pabst Transport. Foto: Andreas Wagner/ Pabst Transport

Pabst Transport: Ein Logistik-Unternehmen in Zeiten von Corona

Grenzen sind geschlossen, Mitarbeiter fallen aus, um die Kinder daheim zu betreuen, doch die Supermarktregale sind weitestgehend gut gefüllt. Möglich machen dies die Logistikunternehmen, die auch in Krisenzeiten dafür sorgen, dass die Grundversorgung in Deutschland gewährleistet wird, Pakete zugestellt werden können und wichtige Lieferungen pünktlich ankommen. So auch das Unternehmen Pabst Transport aus Gochsheim. Seit 60 Jahren sind sie in der Logistik-Branche tätig, doch solch eine Krise wie die Corona-Pandemie ist auch für das Familienunternehmen bisher einmalig.

Andreas Wagner hat uns ein paar Fragen zur aktuellen Situation im Unternehmen beantwortet. Dabei klärt er auf, ob Hamsterkäufe wirklich notwendig sind und wie mit verschärften Einreisekontrollen umgegangen wird.

Schweinfurt City (SwC): In Deutschland und in anderen europäischen Ländern kaufen die Menschen die Supermarktregale leer. Gute Zeiten also für Logistik-Firmen wie Pabst?

Andreas Wagner: Ganz klar: Jein. Natürlich spüren wir auch den Run auf die Supermärkte und durch die Hamsterkäufe werden mehr Laderaumkapazitäten benötigt, die den Nachschub an die Märkte liefern. Allerdings ist es nicht in allen Branchen so. In der Industrie und im Handel steht das Geschäft teilweise komplett und auch das merken wir natürlich. Zum Glück sind wir in vielen Sektoren tätig und können das im Moment gut kompensieren. Aber wenn wir es uns aussuchen könnten, wäre es uns lieber, wenn es im Sektor der Lebensmittelläden etwas ruhiger wäre und dafür alle gesund blieben.

SwC: Wie sieht es bezüglich Personalkapazitäten bei Ihnen aus?

Andreas Wagner: Das ist eine sehr gute Frage. Zurzeit gibt es noch keine Probleme. Wir haben genug Fahrer, sodass alle Fahrzeuge rollen. Wie das in ein paar Tagen oder Wochen aussieht, wenn das Virus weiter um sich greift, weiß niemand.

SwC: Wie gehen Sie mit der Problematik der verschärften Einreisekontrollen um?

Andreas Wagner: Zum Glück sind wir davon nur wenig betroffen. Unsere Fahrzeuge sind fast ausschließlich in Deutschland unterwegs und daher haben wir in der Lieferkette wenig Kontakt mit langen Schlangen bei der Einreise.

SwC: Haben die Leute denn zurecht Angst, dass die Lieferungen nicht mehr rechtzeitig in die Supermärkte kommen?

Andreas Wagner: Nun ja, was kommt, weiß niemand genau. Wir tun natürlich alles dafür, dass die Lieferungen immer rechtzeitig ankommen. Natürlich könnte es sein, dass auch unsere Fahrer in größerer Zahl in Quarantäne müssen, weil sie sich mit Corona angesteckt haben. Doch gibt es genügend frei werdende Laderaumkapazitäten aus anderen Wirtschaftssektoren, sodass dies kompensiert werden kann. Ich persönlich habe auch keinerlei Hamsterkäufe getätigt.

SwC: Wie sehen die verstärkten Hygienemaßnahmen bei Pabst Transport aus?

Andreas Wagner: An den wichtigen Punkten gibt es Desinfektionsmittel. Darüber hinaus sind unsere Vorschriften zum Umgang untereinander unter anderem über unser Social Intranet veröffentlicht worden. Und darüber haben auch alle Fahrer über Tablets in den Fahrzeugen Zugriff auf die aktuellsten Infos und Empfehlungen im Umgang. Gerade unsere Kraftfahrer sind ja ständig bei Firmen vor Ort und meist auch dort darauf angewiesen, dass geeignete Maßnahmen getroffen wurden. Leider sehen diese ab und an so aus, dass die Fahrer aus Angst die Toiletten nicht mehr benutzen dürfen. Und das darf meiner Meinung nach kein Zustand sein, dass in Zeiten von gesteigerten Hygienevorsichtsmaßnahmen Menschen gebeten werden, besser „in die Büsche“ zu machen, weil man sie nicht mehr ins Haus lässt. Aber anschließend darf er dann den LKW mit Lebensmitteln auf der Halle abladen…

SwC: Wie gehen Ihre Mitarbeiter mit dieser angespannten Situation um? Wie ist die Stimmung?

Andreas Wagner: Wie immer muss man das Beste daraus machen. Die Stimmung bei uns ist gut. Wir haben eine Hotline eingerichtet, bei der sich alle Mitarbeiter mit Sorgen und Ängsten melden können. Und gemeinsam kommen wir durch diese Krise. Und in jeder Krise muss man auch Chancen sehen. Durch die veränderten Arbeitsbedingungen mit Home-Office und Quarantäne verändert sich auch ein Stück weit die Arbeitsweise. Und vielleicht gibt es ja das ein oder andere, das man auch in Zukunft auf diese Weise tun kann, weil es in der Krise gut funktioniert hat.

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