Banner
Das Leopoldina-Krankenhaus in Schweinfurt. Foto: Dirk Flieger
Das Leopoldina-Krankenhaus in Schweinfurt. Foto: Dirk Flieger

Wie Krankenhäuser aus Stadt und Region sich für Ernstfall rüsten

Das Coronavirus hat unsere Region, unser Land und nahezu die ganze Welt verändert. Keine Stunde vergeht, in der sich nicht neue Hintergrundinformationen und Entwicklungen ergeben. Auch in den Krankenhäusern ändern sich Abläufe und Routinen. Natürlich stellen sich auch zahlreiche Bürger Fragen rund um den aktuellen Stand der Krankenhäuser in Stadt und Landkreis Schweinfurt.

Infos und Updates zu Corona in Schweinfurt

Wie ist die aktuelle Lage in den Krankenhäusern in Stadt und Landkreis Schweinfurt? 

Es steht dabei aktuell die Schaffung zusätzlicher Kapazitäten, durch die Ausweitung von Isolationsbereichen und Intensiv- bzw. Beatmungsplätzen, im Vordergrund. Es gilt, so viele Kapazitäten wie möglich, für eine große Zahl erwarteter Patienten mit voraussichtlich schweren Verläufen einer COVID-19 Infektion zu schaffen.

Wie werden die Mitarbeiter*innen auf die Herausforderungen vorbereitet? 

Rectangle
topmobile2

Es werden für alle Bereiche Informationen aufbereitet und zur Verfügung gestellt, um den Kolleginnen und Kollegen das nötige Rüstzeug für alle möglichen Szenarien an die Hand geben zu können. Zudem werden Personalkonzepte, auch vor dem Hintergrund, dass auch Krankenhausmitarbeiter sich infizieren, erarbeitet. Es geht letztlich darum bestmöglich vorbereitet zu sein, um die Versorgung der Patienten zu gewährleisten und aufrechterhalten zu können. An dieser Stelle ist es uns wichtig, unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in einer außergewöhnlichen Situation außergewöhnliches leisten, von Herzen zu danken!

Wie sieht es mit der Betreuung der Patienten aus, welche an anderen Krankheiten als Corona leiden? Ist diese Betreuung gewährleistet?

Operationen und Eingriffe, die nicht unbedingt notwendig sind, wurden in allen Krankenhäusern verschoben. Auch ambulante Termine von Patienten werden, soweit möglich, verschoben. Selbstverständlich stehen alle Krankenhäuser für die notwendige medizinische Versorgung der Menschen weiterhin zur Verfügung. Alle Notaufnahmen sind für Notfälle wie gewohnt uneingeschränkt im Einsatz. Patienten müssen aufgrund der Coronainfektionen auch keine Ängste haben, die vorbereiteten Bereiche für infizierte Patienten sind strikt von anderen Bereichen der Krankenhäuser getrennt.

Wie arbeiten die verschiedenen Krankenhäuser in Stadt und Region zusammen? 

In allen Häusern wurden Krisenteams installiert, die täglich, wenn nötig mehrmals, zusammenkommen, die aktuellen Entwicklungen beurteilen und direkt Entscheidungen treffen. Zahlreiche Mitarbeiter stellen ihre eigentlichen Aufgaben derzeit hinten an und fokussieren ihre Arbeit auf das notwendige Krisenmanagement. Danke dafür!

Alle Krankenhäuser in Stadt und Region Schweinfurt tauschen sich auf Fach- und Führungsebene zu Erkenntnissen, Fragestellungen und Best Practice – Beispielen aus. Darüber hinaus stehen die Krankenhäuser in engem Austausch mit allen anderen, an der Versorgung beteiligten Institutionen, wie Rettungsdienste, Polizei, Feuerwehr, Behörden und Kommunen. Gemeinsam gilt es für die Region die schwierige Lage zu meistern.

St. Josef Krankenhaus Schweinfurt. Foto: Meliz Kaya

St. Josef Krankenhaus Schweinfurt. Foto: Meliz Kaya

Wie bereiten sie sich auf die Krisensituation vor? Gibt es überhaupt genug medizinische Materialien und Medikamente? 

Rectangle2
topmobile3

Schon vor dem Ausruf des Katastrophenfalles haben sich die Krankenhäuser der Region vorbereitet. Es wurden Lagerbestände von wichtigen medizinischen Verbrauchsmaterialien und Medikamenten aufgestockt und wo immer lieferbar, zusätzliche Schutzausrüstung für das Personal beschafft. Derzeit warten alle deutschen Krankenhäuser auf zusätzliche Lieferungen von Material und Technik, für deren Beschaffung und Verteilung der Bund das Management übernommen hat. Wie lange Material, Medikamente etc. derzeit ausreichen, ist aufgrund der nicht prognostizierbaren Fallzahlen nicht seriös zu sagen. Wir erwarten hier Unterstützung von den öffentlichen Stellen, dem Bund und den Ländern.

Kann man denn Patienten noch besuchen? 

Das Besuchsrecht von Patienten wurde in allen Kliniken eingeschränkt. Grundsätzlich besteht in den Krankenhäusern Besuchsverbot. Für Palliativpatienten, Kinderkliniken und Schwangere wird es aber Sonderregelungen geben. Die jeweils geltenden Regelungen können den Homepages der Kliniken entnommen werden.

Wie sieht es bezüglich der Personalkapazitäten aus? Welchen Herausforderungen müssen Sie sich stellen?

Um ausreichend Personalkapazitäten, auch für eventuelle Worst-Case-Szenarien zur Verfügung zu haben und in den kritischen Bereichen gut aufgestellt zu sein, wird Personal, das aufgrund der weniger werdenden Regelpatienten zur Verfügung steht, in andere Bereiche der Versorgung verschoben. Teilweise werden Mitarbeiter derzeit nach Hause geschickt, um zur Verfügung stehen zu können, sobald die Zahl infizierter Mitarbeiter steigt und diese aufgrund der Infektion nicht mehr arbeiten können. Alle Maßnahmen werden in enger Abstimmung mit den Personal- und Betriebsräten der Krankenhäuser vorgenommen. Den Klinikleitungen ist dabei durchaus bewusst, dass auch unpopuläre Entscheidungen, wie zum Beispiel eine Urlaubssperre, eventuell getroffen werden müssen. Wir bedanken uns bereits jetzt bei unseren Mitarbeitern für deren Verständnis und vor allem für das vorbildliche Engagement.

Abschließend wollen wir noch einmal deutlich auf die Verpflichtung jedes Einzelnen hinweisen. Meidet Menschenansammlungen und Sozialkontakte und unterstützt damit die Krankenhäuser! Wir bleiben für euch da! Bleibt ihr bitte für uns zu Haus!

Der Artikel basiert auf einer gemeinsamen Pressemitteilung der Krankenhäuser aus Stadt und Landkreis Schweinfurt sowie im Landkreis Haßberge.

Banner 2 Topmobile