Um die Fachliteratur bearbeiten zu können, kann die Arbeit über zwei Bildschirme Abhilfe schaffen. Foto: FHWS/ Klein
Um die Fachliteratur bearbeiten zu können, kann die Arbeit über zwei Bildschirme Abhilfe schaffen. Foto: FHWS/ Klein

Bachelorarbeit & COVID-19: Eine Studierende erzählt

Magdalena U. hatte sich das Anfertigen ihrer Bachelorarbeit ganz anders vorgestellt.

„Sicher wäre ich öfters mal in die Bib gegangen, um dort an meiner Arbeit zu schreiben. Die Atmosphäre dort gehört in meinen Augen einfach zum Studentenleben dazu und kann sehr motivierend sein. Außerdem fehlt mir der persönliche Kontakt zu meinen Kommilitoninnen – ein Mittagessen in der Mensa oder ein Kaffee in der FHWS war immer eine willkommene Abwechslung bzw. Belohnung im Bachelor-Alltag.“

Statt eines geselligen Studierendenlebens plötzlich ein einsames Home-Office zu Zeiten des COVID-19.

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Studierendenfreundliche Regelungen

Die Bibliothek hat geschlossen, bei den Professorinnen und Professoren, die die Abschlussarbeiten betreuen, gibt es keine Sprechstunden mehr, das Hochschulgebäude hat zu, ebenso die Mensa, die Cafés. Die junge Frau, die Wirtschaftswissenschaften studiert an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt, hat sich mit den neuen Bedingungen arrangiert. Sie hat alternative Lösungen gefunden, schätzt die Möglichkeit, die Kommunikation statt auf persönlichem nun auf digitalem Weg durchführen zu können, auch wenn alles nun etwas länger dauert als geplant.

„Die Hochschulleitung hat alle Bearbeitungsfristen für Bachelor- und Masterarbeiten, die zu Beginn des Sommersemesters 2020 noch liefen, um fünf Wochen verlängert. Diese Regelung ist in meinen Augen sehr studierendenfreundlich und entspannt die Lage für diejenigen, die ihre Arbeit schon angemeldet haben, sehr“, erläutert Magdalena U.

Literaturversorgung

Auch mit der Fachbuch-Beschaffung hat sie Glück: „Es gibt reichlich Literatur zu meinem Thema `Employer Branding`, das zu großen Teilen (ich würde sagen ca. siebzig Prozent) auch online verfügbar ist.“ Darüber hinaus leiste der Leiter der Bibliothek und sein Team einen hervorragenden Fern-Support, für den sie und ihre Kommilitonen und Kommilitoninnen sehr dankbar seien.
Dass sie nun nicht mehr „real“ mit Professorinnen und Professoren Rücksprache halten könne, ließe sich alternativ über andere Kanäle realisieren. Die Betreuer seien sich über die „erschwerten Verhältnisse“ im Klaren.

„Der Austausch ist jetzt natürlich auch auf Mailkontakt bzw. Skype-Konferenzen beschränkt. Ich habe mit meinem Betreuer auch schon vor der Corona-Krise viel über digitale Kommunikationswege abgewickelt und sehe darin sogar eine Chance, um im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung in diesem Kontext ein bisschen flexibler und agiler zu werden.“

Angewandte Wissenschaften

An einer Hochschule für angewandte Wissenschaften eine Abschlussarbeit anzufertigen, bedeutet fast immer, diese in Zusammenarbeit mit Unternehmen durchzuführen – inklusive Umfragen oder Experten-Interviews. Wie kann die angehende Betriebswirtin diesen Bereich im Zuge der vorgeschriebenen Kontaktlosigkeit realisieren?  Sie schreibt ihre Bachelorarbeit in Kooperation mit einer Nürnberger Versicherungsgesellschaft und ist auf deren Input angewiesen.

„Meine beiden Betreuer auf Unternehmensseite sind sehr flexibel. Auch hier sind wir auf Telefon- bzw. Videogespräche umgestiegen, was mir jetzt sogar eine Reise nach Nürnberg erspart. Daher ist die Krise auch eine Art Chance bzw. Lehre für mich und meine Betreuer.“

Probleme durch Homeoffice

Bei allen erfreulichen Alternativen gibt es auch einen Bereich, den sie sich anders gewünscht hätte.

„Im Workflow bei der Recherchearbeit empfinde ich es persönlich als herausfordernd, die Literatur nur digital zur Verfügung zu haben. Das hat damit zu tun, dass ich lediglich einen Laptop nutze und keinen stationären PC/Bildschirm. Da ist es manchmal unübersichtlich, die umfassenden PDF-Dokumente zu handhaben und ordentlich damit arbeiten zu können – Post’its und Notizzettel auf relevanten Buchseiten sind da schon ein bisschen praktischer! Aber das ist natürlich Jammern auf hohem Niveau – nachdem ich jetzt einen externen Bildschirm dazu genommen habe, wurde es schon wesentlich einfacher. Trotzdem ist diese technische Ausstattung keine Grundvoraussetzung im Homeoffice jedes Studierenden.“

Bücher mit Post-its und Markierungen standen nicht zur Verfügung. Foto: FHWS / Klein

Bücher mit Post-its und Markierungen standen nicht zur Verfügung. Foto: FHWS / Klein

Endergebnis positiv

Abschließend kommt die Absolventin trotz Pandemie zu einem positiven Ergebnis. „Alles in allem ist das Verfassen der Bachelorarbeit im Homeoffice natürlich absolut machbar und die FHWS erleichtert uns die Situation immens. Ein bisschen traurig ist es trotzdem, weil unsere letzten Studienmonate in Würzburg jetzt sehr abrupt aufgelöst wurden. Umso größer ist die Vorfreude auf unsere Abschlussfeier, die wir dann hoffentlich in entspannter Atmosphäre nachholen können!“

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der FHWS Würzburg-Schweinfurt.

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