Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Würzburg-Schweinfurt. Foto: Pascal Höfig
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Würzburg-Schweinfurt. Foto: Pascal Höfig

IHK-Blitzumfrage: Jedem zweiten Unternehmen droht Schließung

Die Coronakrise stellt mainfränkische Unternehmen vor enorme Herausforderungen. Dies gilt insbesondere für Branchen, die aufgrund der Allgemeinverfügung der Bayerischen Staatsregierung von Betriebsuntersagungen betroffen sind. Für den Fall, dass die Einschränkungen bis Ende April aufrechterhalten werden, gibt fast jedes zweite mainfränkische Unternehmen (47 Prozent) an, dass die Betriebsaufgabe droht, so die IHK Würzburg-Schweinfurt in einer Pressemitteilung.

Durchschnittlich fast eine Million Euro Umsatzrückgang

71 Prozent der Unternehmen, die an der IHK-Umfrage teilgenommen haben, erklären, dass sie aufgrund der Beschränkungen für 2020 einen halbierten Jahresumsatz erwarten. Bei 30 Prozent der Firmen verringert sich der Jahresumsatz um ein Viertel. Im Durchschnitt erwarten Unternehmen durch die aktuellen Betriebseinschränkungen einen Umsatzrückgang für das laufende
Jahr in Höhe von rund 980.000 Euro.

„Wir sehen, dass die Krise massive Folgen für die Wirtschaft in Mainfranken hat. Nicht wenige kämpfen bereits heute um ihr unternehmerisches Fortbestehen“, betont Dr. Sascha Genders, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer.

Unternehmen spüren Folgen

Bereits aktuell spüren viele Unternehmen die Folgen der Coronakrise, noch dramatischer fällt hingegen die Beurteilung für die kommenden Wochen aus: „15 Prozent der Unternehmen sagen uns, dass sie die jetzige Situation finanziell noch 14 Tage aushalten können, bevor sie den Betrieb endgültig einstellen müssen. Bis Ende des Monats summiert sich dieser Anteil bereits auf 47 Prozent“, so Genders weiter. Über den Juni hinaus könnten nur 17 Prozent der Unternehmen die derzeitigen Einschränkungen wirtschaftlich verkraften.

Kreativ durch die Krise – Unternehmen passen sich an

Wie die IHK-Umfrage zeigt, reagieren Unternehmer trotz aller Einschränkungen flexibel auf die aktuellen Herausforderungen: Zum einen ergreifen sie Maßnahmen auf der betriebswirtschaftlichen Ebene – etwa, indem sie Liquiditätshilfen beantragen (76 Prozent). Zum anderen passen sie ihre Geschäftsmodelle den neuen Rahmenbedingungen an. So geben 41 Prozent der Unternehmen an, dass sie Geschäftsfelder digitalisiert haben – etwa, indem sie Onlineshops aufgebaut oder digitale Services eingeführt haben. 35 Prozent der Unternehmen haben Hol- und Bringdienste eingeführt, 28 Prozent verkaufen neuerdings Gutscheine.

Minderheit nimmt Beratungsleistungen in Anspruch

Auffällig: Nur eine kleine Minderheit der Unternehmen (drei Prozent) hat bislang Beratungsleistungen in Anspruch genommen. „Wir möchten unsere Mitgliedsbetriebe ermutigen, Beratungsangebote von Kammern, Branchenverbänden und Dienstleistern zu nutzen. Sie sind in der aktuellen Situation nicht alleine“, erklärt Genders. „Die IHK steht ihren Mitgliedsbetrieben als starker Partner zur Seite.“ Informationen finden Unternehmen auf dem Corona-Infoportal unter www.wuerzburg.ihk.de/coronavirus. Telefonisch beraten die IHK-Experten unter der Nummer 0931/4194-800.

Insgesamt haben 184 mainfränkische Unternehmen an der Befragung der IHK Würzburg-Schweinfurt teilgenommen.

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der IHK Würzburg-Schweinfurt.

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