Gartenschläfer in Unterfranken gesucht! Foto: Jiri Bohdal
Gartenschläfer in Unterfranken gesucht! Foto: Jiri Bohdal

Gartenschläfer in Unterfranken gesucht!

Der putzige Gartenschläfer (Eliomys quercinus) mit seiner unverkennbaren „Zorro-Maske“ ist der kleine Verwandte des Siebenschläfers. Seine Bestände sind in letzten Jahrzehnten massiv zurückgegangen. In vielen Regionen Deutschlands ist er bereits ausgestorben. In Bayern liegen aktuelle Nachweise hauptsächlich aus Oberfranken vor. In Unterfranken stammen Daten aus der Zeit zwischen 1983 – 1987. Jedoch fehlen systematische Bestandserfassungen.

Nisthilfen aufgehängt

Um herauszufinden, ob der Gartenschläfer in Unterfranken noch zu finden ist, werden 25 Nisthilfen in Gebieten aufgehängt, in denen der kleine Bilch mal zu finden war. Die Bentheim-Werkstatt in Würzburg fertigte speziell auf seine Bedürfnisse abgestimmte Kästen aus Holz an. Durch Kontrolle dieser sogenannten Kobel, können mit etwas Glück Gartenschläfer nachgewiesen werden. Sollten Exemplare der Schlafmaus in unserer Gegend noch zu finden sein, können die Kästen zudem eine Unterstützung für sie darstellen. Denn geeignete Niststätten sind oft knapp. Die ersten Kästen hängen bereits in den Landkreisen Main-Spessart, Würzburg und Schweinfurt und weitere Gebiete Unterfrankens werden folgen. Das Aufhängen und die Betreuung der Kästen werden von den jeweiligen unteren Naturschutzbehörden der Landratsämter organisiert.

Gartenschläfer Nisthilfe mit der Öffnung zum Stamm. Foto: Isabel Stöcker

Gartenschläfer Nisthilfe mit der Öffnung zum Stamm. Foto: Isabel Stöcker

Ursachen für Rückgang auf den Grund gehen

Bei der Planung dieser Artenhilfsmaßnahme bekam die höhere Naturschutzbehörde der Regierung von Unterfranken freundliche Unterstützung von Eckardt Kasch. Er ist Betreuer im Projekt „Spurensuche Gartenschläfer“. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat 2018 gemeinsam mit der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN) und der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) dieses vom Bundesamt für Naturschutz geförderte Projekt gestartet. Bis 2024 soll mit der Unterstützung von Ehrenamtlichen den Ursachen für den Rückgang der Gartenschläfer auf den Grund gegangen werden. Mithilfe dieser Erkenntnisse soll anschließend ein wirkungsvolles Schutzkonzept für die Schlafmaus entwickelt und umgesetzt werden. Zu dem Projekt gibt es eine sehr informative Internetseite www.gartenschlaefer.de, deren Besuch sich für jeden Natur- und Heimatinteressierten lohnt. Hier können auch eigene Gartenschläfer-Beobachtungen über ein Meldetool mitgeteilt werden.

Meldung über Tool

Im Rahmen des Projekts haben Kartierungen des Gartenschläfers in Unterfranken bisher nicht stattgefunden. Somit stellt die unterfränkische Gartenschläfer-Aktion eine sinnvolle Ergänzung dar. Sollten Sie einen kleinen behaarten Zorro im Garten haben, freut sich die Regierung von Unterfranken über eine Meldung über das oben genannte Meldetool. Die Regierung hofft außerdem auf viele Gartenschläfer-Nachweise durch die Kästen und durch Hinweise aus der Bevölkerung.

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