Industrie und Wirtschaft in Schweinfurt. Foto: Pascal Höfig
Industrie und Wirtschaft in Schweinfurt. Foto: Pascal Höfig

Corona: Ergebnisse der Blitzumfrage bei Schweinfurter Unternehmen

Die Wirtschaftsförderung der Stadt Schweinfurt hat Anfang Mai eine Blitzumfrage bei Unternehmen der Stadt durchgeführt. Von den angeschriebenen etwa 380 Unternehmen haben ca. ein Viertel an der Umfrage teilgenommen. Die Rücksendungen repräsentieren viele Branchen und alle Unternehmensgrößen.

Die erheblichen Einschränkungen, welche in Bayern seit dem 21. März 2020 gelten, trafen die meisten Unternehmen unvorbereitet und stellten selbst nicht von der Schließung betroffene Branchen vor erhebliche Herausforderungen.

Wegbrechende Aufträge, Liquidität, fehlende Kinderbetreuung

Die in der Umfrage drei häufigsten genannten Problemlagen sind die teils dramatische Veränderung der Auftragslage, die auch daraus resultierende Verschlechterung der Finanzlage und Liquidität sowie – und das betraf eben auch Branchen, welche nicht direkt von Schließungen betroffen waren – die fehlenden Kinderbetreuungsmöglichkeiten von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Probleme sind größenabhängig

Als weitere Problemlagen wurden unter „Sonstiges“ bspw. auch die Auftragsverzögerungen durch geschlossene Ämter, die Überzeugung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Tragen einer Maske und zu hohe Mietbelastungen aufgeführt. Die Unternehmen sind abhängig von ihrer Größe unterschiedlich von den einzelnen Problemlagen betroffen. So zeigt sich, dass kleine Unternehmen bei Auftragseinbrüchen schneller in finanzielle Bedrängnis geraten als große Unternehmen. Knapp die Hälfte der befragten Unternehmen dieser Größe verzeichnete Auftragsrückgänge z.B. durch Stornierungen. Ein Drittel der Unternehmen geriet dadurch in finanzielle Schwierigkeiten.

Hilfsprogramme wurden gut angenommen

Die am häufigsten genutzten Hilfsprogramme sind erwartungsgemäß die Soforthilfe und die Möglichkeiten der Kurzarbeit, welche jeweils von knapp der Hälfte aller befragten Unternehmen in Anspruch genommen wurde. Auch die von der Stadt Schweinfurt angebotene Möglichkeit der Gewerbesteuerstundung wurde von ca. 20 % der Unternehmen nach eigenen Angaben genutzt.

Wünsche an Politik und Stadt Schweinfurt

Gefragt nach den Erfahrungen aus der Krise und den daraus resultierenden Wünschen an die Landes- und Bundespolitik wurde besonders oft der Wunsch nach schnellen und klaren Regelungen genannt. Weitere Nennungen waren bereits auch schon vor der Krise bekannte Forderungen, welche im Rahmen der Umfrage aber noch einmal bekräftigt wurden, so z.B. Bürokratieabbau und Entwicklung von Konjunkturprogrammen.

Mit Abstand am häufigsten war der Wunsch an die Stadt Schweinfurt „die öffentliche Auftragsvergabe an lokale Unternehmen“ zu fördern, was aber aufgrund des Kommunalrechts nur eingeschränkt für die öffentliche Hand umsetzbar ist. Weitere Wünsche und Vorschläge waren die Durchführung von mehr Veranstaltungen, z.B. ein Handwerk-Schaufenster, mehr Werbung für die Stadt, schnelles Internet und der Ausbau der Fahrrad-Mobilität.

Trotzdem wenig Resignation

Die Umfrage hat gezeigt, dass der Einschnitt sehr stark war und sich die Unternehmen nur wenig vorbereiten konnten. „In vielen Gesprächen und Telefonaten, die wir geführt haben, wurde aber auch deutlich, dass die wenigsten Unternehmen resigniert haben, sondern überwiegend ein großes Durchhaltevermögen und trotz der teilweise bestehenden Existenzängste ein optimistischer Blick in die Zukunft vorherrscht“, so Pia Jost, Amtsleitung für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing der Stadt Schweinfurt.

Den gesamten Ergebnisbericht kann auf der Internetseite der Stadt Schweinfurt abgerufen werden.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Stadt Schweinfurt.

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