Bandfoto von We, the Plague. Foto: We, the Plague.
Bandfoto von We, the Plague. Foto: We, the Plague.

„We, The Plague“ – eine Schweinfurter Deathcoreband

Dass es während der derzeitigen Corona-Zeit Personen gibt, die es besonders hart trifft, ist nichts Neues. Nicht nur finanziell belastet die Krise viele Menschen – sondern auch psychisch. Genau dieses Thema behandelt die Schweinfurter Band „We, The Plague“. Durch ihre Djent/Deathcore-Songs wollen sie gesellschaftliche Themen ansprechen und ihren Mitmenschen mitteilen: Niemand ist mit seinen Problemen allein! Erst 2019 zusammengeschlossen und mittlerweile in ganz Deutschland verteilt – doch ihr Herz bleibt in Schweinfurt. Jedoch müssen auch „We, The Plague“ aufgrund von Corona einige Einschränkungen hinnehmen. Welche genau das sind und was ihre Band noch so besonders macht, haben wir sie gefragt:

Schweinfurt City (SC): Erzählt doch mal etwas über Euch: Wer seid Ihr? Was macht Ihr? Was verbindet Euch mit Schweinfurt?

Wir sind „We, The Plague“, eine Djent/Deathcoreband, die wir Ende 2019 in Schweinfurt gegründet haben. Wir machen alle schon seit Jahren Musik und haben deshalb auch schon vorher in verschiedenen Bands zusammen gespielt oder uns bei Shows die Bühne geteilt. Natürlich hat jeder von uns seine ganz regulären Tagesjobs, jedoch versuchen wir so viel Freizeit und Urlaub wie möglich in unsere Musik zu stecken.

Auch wenn wir mittlerweile in Deutschland verteilt leben, so haben wir alle unglaublich viel Zeit in und um Schweinfurt verbracht. Ganz ehrlich können wir sagen, dass uns vor allem Kulturhäuser wie der Stattbahnhof Schweinfurt und das Jugendhaus FränZ am Herzen liegen. Sei es als Mitarbeiter um lokale Shows zu ermöglichen, als Band auf der Bühne oder als Fans im Publikum. Diese beiden Locations bereichern unabhängige Szene-Musik wie unsere ohnegleichen.

Ein Teil unserer Band lebt außerdem in Würzburg oder hat dort gelebt, deshalb müssen wir auch hier im selben Atemzug den B-Hof, das Labyrinth oder das Immerhin erwähnen. Unsere Empfehlung: bewegt Euren Arsch in diese Locations!

SC: Wie kamt Ihr zu der Idee? Um was geht es in Euren Songs?

Gerade Krisenzeiten wie diese zeigen in vielen Facetten das Schlechte in den Menschen. Wir wollen mit unserer Musik und unserem Bandnamen den Egoismus, die Korruption, die Gier und den moralischen Verfall der Menschheit behandeln. Gleichzeitig beschäftigen wir uns aber auch mit inneren Konflikten und psychischen Krankheiten, da diese aufgrund ihrer “Unsichtbarkeit” in unserer Gesellschaft oft kleingeredet oder sogar verleugnet werden.

Diese Krisenzeit und die Isolation und die damit verbundene Einsamkeit trifft vor allem depressive oder gar suizidgefährdete Personen. Deshalb wollen wir auch diese Gelegenheit nutzen, um zu sagen, ihr seid nicht allein!

SC: Wo nehmt Ihr Eure Ideen für die Songs her?

Nun, wie bereits erwähnt, werden unsere Ideen durch das Handeln der Menschen befeuert. Also so lange die Menschheit weiterhin Scheiße baut, sollten uns die Ideen nicht ausgehen. Die Liste unserer bis jetzt veröffentlichten Songs ist kurz und es gibt viele Themen, die wir noch nicht behandelt haben. Soziale Ungerechtigkeiten, institutioneller Rassismus, Depressionen und gesellschaftliche Ignoranz, um nur mal einen Teil zu nennen. Bei den meisten Themen sind wir entweder selbst betroffen oder haben Leute in unserem nahen Umfeld, mit denen wir an unseren Texten arbeiten.

SC: Wann hat das Ganze angefangen?

Nach der Auflösung der Schweinfurter Hardcoreband “Ed Is Dead” im Sommer 2019 haben Tobi, René und Lino beschlossen, dass wir weiterhin zusammen Musik machen wollen. Als eingespieltes Team entstanden die ersten Songideen schnell und so haben wir uns auf die Suche nach Mitmusikern gemacht, um die Band zu vervollständigen und so fanden wir unseren Sänger Mini und unseren Drummer Andy.

Und voilà, „We, The Plague“ war geboren. Die Dynamik ist sehr gut, da eigentlich fast jeder jeden aus der Band schon vorher kannte, das hat man dann auch bei der ersten Probe sofort gemerkt, es flowt.

SC: Wer ist Eure Zielgruppe?

Headbanger, Crowd Killer, Circle Pit Marathonläufer, Singalong Chorknaben, Mosh Pit Windmühlen, Air Guitar Shred Gods, 420 Konzert Nebelmaschinen, Heavy Metal Grandpas und Professional Mobile Phone Cameramen. Natürlich alles m/w/d!

 

 

SC: Was macht Eure Band so besonders?

Uns ist eine große Bandbreite wichtig und wir versuchen deshalb, unsere Songs möglichst divers zu gestalten. Durch unsere motivierten Mitglieder und die unterschiedlichen Geschmäcker aller fällt uns das auch nicht unglaublich schwer. Live sind wir mit vollem Körpereinsatz dabei, denn auch wenn wir als Fans auf Konzerte gehen, gibt es für uns fast nichts Schlimmeres als eine Band, die einfach nur da steht und spielt.

Ob eine Show gut wird, hängt im Zweifel nicht vom Publikum ab, sondern davon, was man als Band daraus macht. Wir bieten in jedem Fall einen authentischen Auftritt mit energiegeladenen Riffs und Hass von Herzen.

SC: Wie sieht es zurzeit aus? Gibt es Einschränkungen aufgrund von Corona?

Definitiv. 2020 sollte natürlich unser Jahr zum Durchstarten werden und jetzt sitzen wir zu Hause anstatt auf den Bühnen Deutschlands unsere Musik auch live präsentieren zu können. Wir hatten bereits einige Auftritte zugesagt, die meisten davon können, aufgrund der aktuellen Situation, nicht stattfinden. Wir können nun nur darauf hoffen, dass noch ein paar Auftritte dieses Jahr möglich sind, allen voran das Bonebreaker Festival im September! Ein Musikvideo zur aktuellen EP war ebenfalls geplant, was ebenso momentan nicht umzusetzen ist. Als Nebenprodukt der Quarantäne haben wir uns mit befreundeten Bands zusammengeschlossen und arbeiten an einem “Quarantäne-Collaboration-Song”. Also solltet ihr in nächster Zeit die Augen und Ohren auf unseren sozialen Kanälen offenhalten!

SC: Was sind Eure Pläne und Ziele für die Zukunft?

Unser Ziel für die nahe Zukunft ist es vor allem wieder Auftritte spielen zu können. Dabei blicken wir jedoch mit etwas Sorge auf die Musik- und Kulturszene. Viele Veranstalter, Clubs und Konzertvenues stecken durch die Corona-Krise in Schwierigkeiten. Wir sehen das auch als Weckruf, dass lokale Konzerte alles andere als selbstverständlich sind. Deshalb appellieren wir an jeden, seine lokale Kulturszene zu unterstützen. Kauft Soli-Tickets, kauft Getränkegutscheine oder spendet etwas. Zum Abschluss noch das Wichtigste: Sobald Corona sich verabschiedet hat und Konzerte möglich sind, bewegt Euren Arsch in Eure lokalen Clubs und haltet die Szene am Leben!

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