Wie zufrieden ist die Bevölkerung mit der Gesundheitsversorgung im Raum Schweinfurt? Grafik: Gesundheitsregionplus
Wie zufrieden ist die Bevölkerung mit der Gesundheitsversorgung im Raum Schweinfurt? Grafik: Gesundheitsregionplus

Große Zufriedenheit mit Gesundheitsversorgung in der Region Schweinfurt

Im November 2019 fand die Befragung der Bürgerinnen und Bürger der Gesundheitsregionplus von Stadt und Landkreis Schweinfurt zu den Themen Gesundheitsversorgung, Prävention und pflegerischer Versorgung statt. Dank der Unterstützung vieler Bürgermeisterinnen und Bürgermeister konnte die ursprünglich als Stichprobe mit 845 Fragebögen konzipierte Befragung auf eine Teil-Haushaltsbefragung mit 37.000 Fragebögen ausgeweitet werden. Das Institut Inifes gGmbH führte die Auswertung durch.

18% Rücklaufquote

Die Rücklaufquote der Fragebögen belief sich auf knapp 18%. „Mit dieser Rücklaufquote sind wir sehr zufrieden. Es zeigt, dass das Thema Gesundheit für die Bevölkerung wichtig ist“, sagt Anja Lehmeyer, die Geschäftsstellenleiterin der Gesundheitsregionplus von Stadt und Landkreis Schweinfurt. Auch bei ihren insgesamt sieben Vor-Ort-Terminen in Stadt und Landkreis Schweinfurt erhielt Lehmeyer wichtige Impulse und positive Rückmeldungen von Bürgerinnen und Bürgern.

68% bewerten sich als gesund

Besonders erfreuliche Ergebnisse lieferte die Frage nach der subjektiven Einschätzung des Gesundheitszustandes. Die Mehrheit der Befragten (68%) der gesamten Region Schweinfurt bewerten ihren Gesundheitszustand als gut bis ausgezeichnet. Auch zeigt das Stimmungsbild der Bevölkerung, dass die Mehrheit mit knapp 70 Prozent mit der regionalen Gesundheitsversorgung zufrieden bis sehr zufrieden ist. Mit der regionalen Gesundheitsversorgung sind die Menschen in der Stadt Schweinfurt etwas häufiger zufrieden als die Befragten aus dem Landkreis Schweinfurt (65,2% vs. 61,2%). Lediglich sieben Prozent aller Befragten sind unzufrieden mit der gesundheitlichen Versorgung.

Ziel der Befragung ist es – zusammen mit den Erkenntnissen aus den bereits geführten Expertengesprächen – Bereiche zu identifizieren, die von Bürgerinnen und Bürgern als ausbaufähig eingestuft werden oder die zukünftig aus Sicht der Befragten ein Problem darstellen könnten, um diese Herausforderungen dann im Netzwerk der Gesundheitsregionplus gemeinsam zu bearbeiten.

Hebammen Versorgung unzufrieden

Eines dieser Themen ist beispielsweise die flächendeckende Versorgung mit Hebammen, die von der Mehrheit der Befragten mit eher unzufrieden bewertet wurde. Bereits im vergangen Jahr hat sich ein Team von Hebammen aus Stadt und Landkreis Schweinfurt dieser Problematik angenommen. Ein Ergebnis daraus ist die Einrichtung einer Hebammensprechstunde. Die Einrichtung wird aus staatlichen Fördermitteln im Rahmen der Förderung der Geburtshilfe in Bayern finanziert.

Die Fördermittel konnten von der Gesundheitsregionplus, wie bereits berichtet, hierfür erfolgreich beantragt werden. „Die Hebammensprechstunde betreut Familien in unserer Region, die keine Hebamme während der Schwangerschaft und für die Wochenbettbetreuung gefunden haben.“ so Lehmeyer, die sich besonders über den Zuschlag zur zweiten Förderrunde 2020 freut. Seit 1. Juni dieses Jahres wird das Projekt durch eine Koordinatorin im Landratsamt Schweinfurt unterstützt und begleitet.

Hausärzte: Regel- bis unterversorgt

Vorhersehbar waren die Ergebnisse im Bereich der hausärztlichen Versorgung. Die offiziellen Versorgungszahlen der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) werden halbjährlich veröffentlicht. Aktuell gelten die Planungsbereiche Stadt Schweinfurt und Schweinfurt Nord als regelversorgt, die Bereiche Schweinfurt Süd und Gerolzhofen als drohend unterversorgt. In der gesamten Gesundheitsregion wünscht sich entsprechend knapp ein Drittel der Befragten (31,3 %) eine Verbesserung der Versorgungssituation mit Haus- und Allgemeinärzten. Ebenso viele Befragte geben an, dass wenn sie an die Gesundheitsversorgung in ihrer Gemeinde denken, am ehesten die Versorgung mit Haus- und Allgemeinärzten verbessert werden sollte.

Dazu passend wurde im Frühjahr 2020 die besonders erfreuliche und gewinnbringende Entwicklung für den Bereich Hausarztversorgung bekannt. Die Universität Würzburg, in Kooperation mit Lehreinrichtungen in der Region Schweinfurt, hat den Projektzuschlag für „BeLa – Beste Landpartie Allgemeinmedizin“ vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege für die Projektregion Unterfranken erhalten. BeLa verfolgt das Ziel, Studierende der Allgemeinmedizin im Rahmen von deren Praktika über Stipendien in die Regionen zu bringen. „In unserer BeLa-Region werden Lehrpraxen aus Schweinfurt, Haßfurt und Main-Spessart mitwirken.“ gibt Lehmeyer bekannt, die zusammen in der Arbeitsgruppe Landärzte der Gesundheitsregionplus versuchen, Rahmenbedingungen für die Stipendiaten zu schaffen, um die zukünftigen Allgemeinmediziner in unserer Region zu halten.

Präventive Angebote vor Ort

Im Bereich präventive Freizeitangebote wünschen sich 31% der Befragten mehr Angebote für die Senioren vor Ort. Die Anregungen der Befragten erstrecken sich von gemeinsamen Nachmittagen, Einkäufe mit Fahrdiensten über niedrigschwellige Bewegungsangebote bis hin zum Seniorensport. Deutlich wird, dass die sozialen Aspekte und die gemeinsamen Aktivitäten dabei im Vordergrund stehen. Diese Erkenntnis konnte Lehmeyer bei den Vor-Ort-Gesprächen in den Gemeinden im November bereits mitnehmen und in zwei Bürgermeisterrunden des Landkreises weitergeben.

Im Bereich präventive Freizeitangebote wünschen sich 31% der Befragten mehr Angebote für die Senioren vor Ort. Grafik: Gesundheitsregionplus

Im Bereich präventive Freizeitangebote wünschen sich 31% der Befragten mehr Angebote für die Senioren vor Ort. Grafik: Gesundheitsregionplus

Pflegebedarf & Wünsche nach Unterstützung

Sehr wertvoll sind auch die Angaben und Wünsche der Bürgerinnen und Bürger im Bereich Pflege. Über 42 Prozent aller Befragten geben an, dass sie heute oder in Zukunft Menschen Hilfe leisten müssen. Der Unterschied zwischen den Menschen in der Stadt und im Landkreis differiert minimal um 3 Prozentpunkte.

Über 42 Prozent aller Befragten geben an, dass sie heute oder in Zukunft Menschen Hilfe leisten müssen. Grafik: Gesundheitsregionplus

Über 42 Prozent aller Befragten geben an, dass sie heute oder in Zukunft Menschen Hilfe leisten müssen. Grafik: Gesundheitsregionplus

Zusammen mit der am häufigsten gewünschte Hilfe beziehungsweise Unterstützung, die Ambulante Pflege zu Hause mit 60 % bis 73,6 %, wird deutlich, wie stark das Thema „Gewinnung von Pflegefachkräften und Betreuungskräften“ die Arbeit in der Gesundheitsregionplus bestimmen wird. Am höchsten liegen die Werte beim Wunsch nach Ambulanter Pflege zu Hause im Schweinfurter Oberland (73,6 %) und in der Region MainSteigerwald (71,9%), am niedrigsten in der Allianz Schweinfurter Mainbogen (65,2 %) und in der Stadt Schweinfurt (60 %). Das Ergebnis für das Obere Werntal liegt bei 70,7%.

Welche Hilfe und Unterstützung wird gewünscht? Grafik: Gesundheitsregionplus

Welche Hilfe und Unterstützung wird gewünscht? Grafik: Gesundheitsregionplus

Bildung einer Arbeitsgruppe

„Die Bürgerinnen und Bürger haben uns wertvolle Informationen, teilweise Bestätigungen aber auch viele Aufgaben gegeben, denen wir uns in den Gremien und den Arbeitsgruppen annehmen werden.“ so Lehmeyer zu den ersten Ergebnissen der Befragung. Aus dem Gesundheitsforum haben sich drei Arbeitsgruppen mit je etwa 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gebildet, die sich gezielt den Themen Gesundheitsversorgung, Pflege und Gesundheitsvorsorge/Prävention widmen werden. „Ich hoffe sehr, dass wir trotz der schwierigen Zeit aufgrund der Corona-Pandemie – oder gerade deshalb – weiterhin so gut und engagiert gemeinsam die Gesundheitsregionplus Stadt und Landkreis Schweinfurt mit Leben füllen und freue mich auf die vor uns liegende Zusammenarbeit!“

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Landratsamt Schweinfurt.

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