Blitz über Schweinfurt. Foto: Dirk Flieger
Blitz über Schweinfurt. Foto: Dirk Flieger

Blitz-Atlas: Schweinfurt eine der blitzärmsten Städte Deutschlands

Letztes Jahr wurde Schweinfurt zur Blitz-Hauptstadt gekürt, nun zählt die unterfränkische Stadt laut Blitz-Informationsdienst von Siemens (BLIDS) zu den blitzärmsten in ganz Deutschland. Mit 5 Blitzeinschlägen belegt hier Schweinfurt nach Hof und Bayreuth den dritten Platz, dicht gefolgt von Würzburg mit 18 Blitzeinschlägen im Jahr 2019.

0,14 Blitze auf einen Quadratkilometer

Das bedeutet, dass in Schweinfurt auf einer Fläche von 36 km² nur 0,14 Blitze pro Quadratkilometer kommen. In Würzburg sind es bei 84 km² 0,21 Blitzeinschläge.

Die meisten Blitze verzeichneten die Städte Speyer mit einer Dichte von 3,1 Blitzen, Rostock mit 2,6, Schwerin und Lübeck mit 2,5 Blitzen pro Quadratkilometer. Insgesamt ermittelte BLIDS bundesweit erneut einen vergleichsweise niedrigen Stand an Blitzereignissen im Jahr 2019, mit 329.000 Einschlägen sind es 26% weniger als im Vorjahr: 2018 waren es noch 446.000 Einschläge.

Wenige Gewitter

„Das Jahr 2019 war in Deutschland, Mittel- und Westeuropa ausgesprochen blitzarm, wir verzeichneten wenige Gewitter und deutlich weniger Erdblitze, also Blitzeinschläge“, so Stephan Thern, Leiter des Blitz-Informationsdienstes von Siemens. „Es war schlicht zu trocken. Denn Gewitter benötigen Hitze und Feuchtigkeit.“ Insgesamt gab es 2019 in Deutschland 13 Tage mit mehr als 10.000 Einschlägen, so Thern. „Bei einer relativ geringen Stadtfläche wie in Speyer reichen einige wenige Gewitter, um letztlich eine hohe Blitzdichte auszuweisen“, sagt der Experte. „Im Fall der beiden nachfolgenden `Nordlichter´ Rostock und Lübeck spielt vermutlich die Nähe zur Ostsee eine Rolle.“

Viele Gewitter im Juni und Juli

Die Haupt-Gewittertätigkeit lag 2019 in den Monaten Juni und Juli. Der blitzreichste Tag sei der 12. Juni 2019 mit gemessenen 24.245 Einschlägen gewesen, so BLIDS. Dabei waren insbesondere die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, gefolgt von Sachsen, betroffen. Die meisten gemessenen Erdblitze in einem Bundesland an einem Tag – knapp 8.500 – verzeichnete BLIDS am 12. Juni in Mecklenburg-Vorpommern, danach Bayern mit 6.400 am 10. Juli.

Blitzeinschläge Versicherungsfall

Die Kunden des Siemens Blitz-Informationsdienstes sind Wetterdienste, Versicherungen, Industrieunternehmen aller Branchen sowie Betreiber von Stromnetzen und (Sport-)Anlagen. „BLIDS hilft festzustellen, ob ein Blitzeinschlag einen Schaden oder Ausfall verursacht hat“, sagt Stephan Thern. Blitze seien der Grund für viele Schäden an elektrischen Geräten. Die meist hochempfindliche Elektronik beispielsweise in Fernsehern, Satellitenempfängern, Waschmaschinen oder Industriesteuerungen könne selbst dann beschädigt werden, wenn der Blitz in größerer Entfernung einschlägt. Für Verbraucher und Endkunden bedeutet der Nachweis eine Kostenersparnis, da Blitzeinschläge in der Regel versichert sind, so BLIDS.

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