Wichtiger denn je: Ohne die Reinigungskräfte als Hygiene-Experten sei die Bewältigung der Corona-Krise kaum denkbar, so die Gewerkschaft IG BAU. Foto: IG BAU
Wichtiger denn je: Ohne die Reinigungskräfte als Hygiene-Experten sei die Bewältigung der Corona-Krise kaum denkbar, so die Gewerkschaft IG BAU. Foto: IG BAU

Stadt und Landkreis Schweinfurt: Mehr Geld für Reinigungskräfte gefordert

Sie sind die Hygiene-Garanten in der Pandemie: Die insgesamt knapp 2.000 Beschäftigten im Reinigungsgewerbe von Stadt und Landkreis Schweinfurt. Die rund 450 Reinigungskräfte im Landkreis sowie die gut 1.500 Beschäftigten im Stadtgebiet sollen daher mehr Geld bekommen. Das fordert die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU). Durch Corona werde deutlich, wie sehr es auf die oft unsichtbare Arbeit von Gebäudereinigungsangestellten ankomme.

„Sauberkeit rettet Leben“

Der Bezirksvorsitzender der IG BAU Mainfranken, Michael Groha, erläutert deren Bedeutung in Zeiten der Pandemie: „Ohne ihren Einsatz in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Supermärkten würde die Gesellschaft kaum so glimpflich durch die Krise kommen. Letztlich rettet Sauberkeit Leben.“ Die Arbeitsbelastung der Reinigungskräfte habe pandemiebedingt stark zugenommen. „Um die neuen Hygienevorschriften einzuhalten, muss noch häufiger gereinigt werden. Etwa in Schulen soll jede Klinke mehrfach am Tag desinfiziert werden“, erklärt Groha. Trotz der zusätzlichen Aufgaben sei jedoch meist kein weiteres Personal eingestellt worden. Auch Bonus-Zahlungen habe es nicht gegeben – und das, „obwohl die Beschäftigten täglich einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind“.

Laufende Tarifrunde: Lohnerhöhungen gefordert

In der laufenden Lohn-Tarifrunde für das Gebäudereiniger-Handwerk fordert die IG BAU ein Plus von 1,20 Euro pro Stunde für die zwei Mindestlöhne der Branche. Damit erhöhe sich der Einstiegsverdienst auf zwölf Euro pro Stunde. Glas- und Fassadenreiniger kämen auf 15,30 Euro. Auszubildende sollen 100 Euro mehr pro Monat erhalten. Außerdem drängt die Gewerkschaft auf den Startschuss für das bereits im vergangenen Jahr geforderte Weihnachtsgeld in Höhe von 80 Stundenlöhnen.

Ausgleich für monatelanges Kurzarbeitergeld

Die IG BAU ruft die Arbeitgeber dazu auf, in der nächsten Tarifverhandlung ein „akzeptables Angebot“ vorzulegen. Die Beschäftigten erwarteten die Anerkennung für ihre unverzichtbare Arbeit. Hinzu kämen massive Lohneinbußen derer, die über Monate mit dem Kurzarbeitergeld auskommen mussten. „Nach dieser Durststrecke ist nun jeder zusätzliche Euro wichtig.“ Die Tarifverhandlungen zwischen der IG BAU und dem Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) gehen am 3. September in Köln in die zweite Runde.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt.

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