Eingang zu den Ledward Barracks. Foto: Dirk Flieger
Eingang zu den Ledward Barracks. Foto: Dirk Flieger

Bürgerinitiative gegen Landesgartenschau 2026 gegründet

Die Landesgartenschau 2026 soll in Schweinfurt stattfinden, darauf hatte man sich im Stadtrat mit einer Mehrheit von 25 zu 15 Stimmen geeinigt, nachdem Bürgerentscheid und Ratsbegehren jeweils das Quorum verfehlt hatten. Im Vorfeld des Bürgerentscheids sah sich die Stadt Schweinfurt außerdem mit einer Klage von LGS-Gegnern konfrontiert. Und auch jetzt wird den LGS-Befürwortern das Feld nicht kampflos überlassen – die Diskussion über Sinn und Unsinn der Landesgartenschau hat durch die Umstände der Corona-Pandemie eine neue Wendung bekommen.

Corona-Krise als Anlass

Dieser dienen vier Initiatoren als entscheidende Triebfeder für die Gründung einer Bürgerinitiative (BI) gegen die Landesgartenschau in Schweinfurt. Laut eigener Pressemitteilung lädt dieser parteiunabhängige Kreis von Bürgern alle Interessierten zu einem Gründungstreffen ein, das am Montag, 14. September 2020, von 19:00 bis 21:00 Uhr im Eiscafé „Eisgeliebt“ am Schillerplatz in Schweinfurt stattfinden soll.

Wirtschaftliches Risiko nicht abschätzbar

Ihrer Einschätzung nach ist es in der jetzigen Wirtschaftskrise nicht an der Zeit, eine solche wirtschaftlich riskante Großveranstaltung 2026 durchzuführen, an der sich schon viele andere Kommunen wie Bad Schwalbach, Würzburg oder Lahr finanziell heftig verschluckt haben. Ziel sei es, „gemeinsam mit Gleichgesinnten die Befürworter um das Stadtoberhaupt dazu zu bewegen, die Prioritäten in der Krise weitsichtiger zu setzen“ – für die gemeinsame Heimatstadt Schweinfurt und die Menschen hier.

Zu hohes finanzielles Risiko zu Zeiten der Pandemie: Die Gegner einer Landesgartenschau 2026 in Schweinfurt formieren sich zu einer Bürgerinitiative gegen das städtische Großprojekt. Foto: BI

Zu hohes finanzielles Risiko zu Zeiten der Pandemie: Die Gegner einer Landesgartenschau 2026 in Schweinfurt formieren sich zu einer Bürgerinitiative gegen das städtische Großprojekt. Foto: BI

Erhöhung kommunaler Abgaben befürchtet

Ein finanzielles Scherbengericht nach der Landesgartenschau mit Erhöhung von kommunalen Abgaben wie der Grundsteuer oder der Hundesteuer solle unbedingt vermieden werden. Davon hoffen die Initiatoren der BI auch die Unterstützer einer Landesgartenschau in Schweinfurt noch überzeugen zu können. Laut Pressemitteilung hätten andere Städte wie beispielsweise Bad Homburg, Worms oder Darmstadt auch die Zeichen der Zeit erkannt und ihre Planungen für eine Landesgartenschau gestoppt. Die Unterstützer einer solchen Veranstaltung, die sich im „Freundeskreis Landesgartenschau Schweinfurt“ zusammengetan haben, argumentieren auf ihrer Webseite, dass „auf und um das Gelände der zukünftigen Landesgartenschau Natur, Freizeit, Wohnen und Studieren zu einem außergewöhnlichen Erlebnis verschmelzen“ sollen.

Stadtrat: Ausgestaltung des LGS-Vertrags

Die Landesgartenschau soll im Jahr 2026 auf dem Gelände des Kessler Field und in einem Teil der Ledward Kaserne stattfinden. Insbesondere Oberbürgermeister Sebastian Remelé von der CSU treibt das Prestigeprojekt voran, stößt aber immer wieder auf Widerstand aus der Bevölkerung. Am 29. September soll laut Main-Post im Stadtrat über die Vertragsmodalitäten zwischen der Stadt Schweinfurt und der Bayerischen Landesgartenschau GmbH verhandelt werden sowie die Ausschreibung des Gestaltungswettbewerbs erfolgen. Vielen Gegnern dient vor allem der unbefriedigende Verlauf der LGS 2018 in Würzburg als warnendes Beispiel.

Das Beispiel Würzburg: Stadt muss fünf Millionen Euro zusätzlich zahlen

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