Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Würzburg-Schweinfurt. Foto: Pascal Höfig
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Würzburg-Schweinfurt. Foto: Pascal Höfig

30 Jahre Wiedervereinigung – wie Mainfranken profitierte

Am 3. Oktober feiert Deutschland zum 30. Mal die Wiedervereinigung. Die innerdeutsche Teilung hatte über Jahrhunderte gewachsene und wirtschaftlich bedeutende Handelsbeziehungen zwischen Mainfranken und Thüringen gekappt. Das Ende der DDR und die Öffnung der innerdeutschen Grenze eröffneten deshalb auch neue Perspektiven für die Regionalentwicklung. IHK-Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Ralf Jahn blickt heute zurück auf drei erfolgreiche Jahrzehnte regionaler Wirtschaftsgeschichte, mahnt jedoch für die Zukunft zu weiterem Engagement in der strukturellen Entwicklung.

Neustart in turbulenten Zeiten

Ein Rückblick: Trotz der großen Aufbruchstimmung in Folge des Mauerfalls traf die Region in den Jahren 1993/1994 zunächst eine massive Wirtschaftskrise. „Der Strukturwandel in der Großindustrie kostete auch in Schweinfurt, dem Zentrum der Kugellagerindustrie, zahlreiche Arbeitsplätze. Es galt damals einerseits neue Verbindungen in die neuen Bundesländer aufzubauen. Andererseits mussten strukturelle Defizite überwunden werden“, erinnert sich Jahn an die ereignisreiche Zeit. Erster konkreter Erfolg dieses Bemühens war etwa die Gründung des länderübergreifenden UNESCO-Biosphärenreservats Rhön im Jahr 1991. Zeitgleich ging es mit der Planung und Umsetzung von Maßnahmen – etwa der Reaktivierung der Eisenbahntrasse Schweinfurt-Meiningen – an die infrastrukturelle Anbindung.
Wichtige Meilensteine folgten, vor allem der Anschluss über die Bundesstraße 19 oder die später neu gebaute Bundesautobahn 71. „Insgesamt hat Mainfranken als ehemalige Zonenrandregion durch die Wiedervereinigung in vielerlei Hinsicht profitiert“, resümiert Jahn.

Unterstützung weiterhin erforderlich

„Unsere Region hat sich in den vergangenen 30 Jahren zu einer wirtschaftlich stabilen Region entwickelt, die Öffnung der innerdeutschen Grenze war dafür sehr wichtig. Hierzu hat ohne Zweifel insbesondere der Bau der Autobahn 71 beigetragen, die Mainfranken und Thüringen heutzutage wie selbstverständlich miteinander verbindet. Wir haben viel erreicht, doch wir dürfen uns nicht ausruhen“, meint der IHK-Hauptgeschäftsführer. Der demographische Wandel, der Ausbau der digitalen Infrastruktur, die Entwicklung und Förderung neuer wirtschaftlicher Impulse, der Umgang mit dem Klimawandel oder der zunehmende internationale Protektionismus: Die Aufgaben für die Region seien umfangreich. „Wirtschaft und Politik müssen an einem Strang ziehen, wenn Mainfranken als Wirtschafts-, Lebens- und
Freizeitraum attraktiv bleiben möchte. Hierfür benötigen wir, insbesondere in vielen ländlich geprägten Orten, weiterhin Förderung und politischen Unterstützungswillen, um die richtigen Akzente zu setzen“, so Jahn.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der IHK.

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