Das Willy-Sachs-Stadion heute – Foto: Pascal Höfig
Das Willy-Sachs-Stadion heute – Foto: Pascal Höfig

Initiative will neuen Namen für Willy-Sachs-Stadion

Die NS-Vergangenheit von Willy Sachs beschäftigt die Stadt Schweinfurt schon viele Jahre. Wie kann eine Person, die überzeugter Nationalsozialist war, hohe Geldbeträge an die NSDAP gespendet hat und gute Beziehungen zu Nazi-Größen wie Heinrich Himmler oder Hermann Göring gepflegt hatte, Ehrenbürger der Stadt und noch dazu die Spielstätte der Schnüdel nach im benannt sein? Jetzt könnte es vielleicht eine Entscheidung in dieser Diskussion geben. Die Schweinfurter „Initiative gegen das Vergessen“ möchte eine Umbenennung und eine Aberkennung der Ehrenbürgerwürde, ein entsprechender Antrag soll nun laut Berichten des BR am Dienstag in den Stadtrat eingebracht werden.

Das Willy-Sachs-Stadion in Schweinfurt. Foto: Pascal Höfig

Das Willy-Sachs-Stadion in Schweinfurt. Foto: Pascal Höfig

„Für jegliche Ehrung ungeeignet“

In der Forderung der Initiative heißt es wie folgt:

„Wir treten für die Widerrufung der Ehrenbürgerwürde von Willy Sachs ein, weil er als SS-Mitglied, vielfacher Spender und Unterstützer der Nazi-Diktatur und Profiteur der NS-Kriegswirtschaft für jegliche Ehrung ungeeignet ist. Ein Ehrenbürger sollein Vorbild für alle Menschen sein. Das ist Willy Sachs in keiner Weise – auch nicht als Spender des Stadions. Wir schlagen vor, das historische Sportgelände in „Sachs-Arena“ umzubenennen. Damit soll erinnert werden an das positive, zum Teil auch widersprüchliche Wirken der Familie und an die Tausenden von Beschäftigten, die die Produkte und den Reichtum des Unternehmens erst ermöglichten.“

Im Jahr 1936 schenkte Willy Sachs, der Sohn von Ernst Sachs – der seiner Heimatstadt das nach ihm benannte Hallenbad, jetzt Kunsthalle, spendete – eben das Sportstadion am Ander-Kupfer-Platz. Ein Relief am Eingang erinnert noch heute daran.

Die Kunsthalle Schweinfurt - ehemals das Ernst-Sachs-Bad. Foto: Dirk Flieger

Die Kunsthalle Schweinfurt – ehemals das Ernst-Sachs-Bad. Foto: Dirk Flieger

Umbenennung ja oder nein?

Am Dienstag soll nun im Stadtrat darüber diskutiert werden, ob es wirklich zu einer Umbenennung kommen wird. Laut Berichten des BR stehe die SPD federführend hinter dem Antrag, der aber fraktionsübergreifend sei. Bis auf die AfD seien alle Parteien dabei.

Auch in Würzburg kam es bereits vor Jahren zu einer Umbenennung einer Sportstätte. Hier wurde vor 16 Jahren die Carl-Diem-Halle zur s.Oliver-Arena. Grund war ebenfalls die NS-Vergangenheit von Sportfunktionär Carl Diem.

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