Maskenpflicht in der Keßlergasse in Schweinfurt. Foto: Dirk Flieger
Maskenpflicht in der Keßlergasse in Schweinfurt. Foto: Dirk Flieger

Corona: Bayern beschließt Maßnahmen für November

Nach der Ministerpräsidentenkonferenz zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch, 28. Oktober, wurden nun auch die neuen Corona-Maßnahmen für den Freistaat Bayern in der Kabinettssitzung am 29. Oktober endgültig festgelegt. Bayern werde die von Bund und Ländern beschlossenen Corona-Einschränkungen ab Montag, 2. November, eins zu eins umsetzen heißt es.

„Unser Land steht in der Pandemie erneut an einem Scheideweg: Jetzt und in diesen Tagen entscheidet sich, wie Deutschland und der Freistaat Bayern die zweite Infektionswelle überstehen und wie die durch die Pandemie verursachten Gesamtschäden für Leben, Gesundheit, Wirtschaft und Gesellschaft so klein wie möglich gehalten werden können“, so die Einleitung zum Bericht der Kabinettssitzung. Oberste Maxime bleibe weiterhin der bayerische Kurs der Vorsicht und Umsicht, so Ministerpräsident Söder.

Maßnahmen ab 2. November

Welche Maßnahmen werden nun also ergriffen, um den sog. „Lockdown light“ umzusetzen?

Kontakteinschränkung

Die wohl wichtigste Maßnahme in der kommenden Zeit werde es sein, Abstand zu halten und Kontakte zu verringern. Deshalb sind Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren. Der Aufenthalt im öffentlichen wie im privaten Raum ist begrenzt auf die Angehörigen des eigenen Hausstands und eines weiteren Hausstands, jedoch in jedem Fall auf maximal 10 Personen.

Bürgerinnen und Bürger werden aufgefordert, generell auf nicht notwendige private Reisen und Besuche – auch von Verwandten – zu verzichten. Das gilt im Inland und für überregionale tagestouristische Ausflüge. Übernachtungsangebote im Inland werden nur noch für notwendige und ausdrücklich nicht touristische Zwecke zur Verfügung gestellt.

Welche Einrichtungen werden geschlossen?

  • Geschlossen werden Institutionen und Einrichtungen, die der Freizeitgestaltung zuzuordnen sind.

Dazu gehören: Theater, Opern, Konzerthäuser und ähnliche Einrichtungen, Kinos, Freizeitparks und Anbieter von Freizeitaktivitäten (drinnen und draußen), Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen und ähnliche Einrichtungen, Prostitutionsstätten, Schwimm- und Spaßbäder, Saunen, Thermen, Fitnessstudios, Wellnesseinrichtungen, Museen, Zoos und ähnliche Einrichtungen.

  • Geschlossen werden außerdem Messen, Kongresse und Tagungen.
  • Geschlossen werden Gastronomiebetriebe sowie Bars, Kneipen und ähnliche Einrichtungen. Davon ausgenommen ist die Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Speisen für den Verzehr zu Hause sowie der Betrieb von Kantinen.
  • Geschlossen werden Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe, weil in diesem Bereich eine körperliche Nähe unabdingbar ist. Medizinisch notwendige Behandlungen (z. B. Physio-, Ergo-, Logotherapie, Podologie / Fußpflege) bleiben weiter möglich. Friseursalons bleiben unter den bestehenden Auflagen zur Hygiene geöffnet.

Kein Freizeit- und Amateursportbetrieb, keine Veranstaltungen

Ab Montag wird Freizeit- und Amateursportbetrieb mit Ausnahme des Individualsports allein, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen geschlossen. Profisportveranstaltungen können nur ohne Zuschauer stattfinden.

Veranstaltungen aller Art werden untersagt, ausgenommen sind verfassungsrechtlich geschützte Bereiche (z. B. Gottesdienste, Versammlungen nach dem Bayerischen Versammlungsgesetz).

Was bleibt geöffnet?

Der entscheidende Unterschied zum Lockdown im Frühjahr ist dieses Mal allerdings, dass

  • der Groß- und Einzelhandel unter Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen insgesamt geöffnet bleibt. Es darf sich in den Geschäften aber weiterhin nur ein Kunde je 10 Quadratmeter Verkaufsfläche aufhalten.
  • Schulen und Kindergärten offen bleiben.
  • Einrichtungen der Sozial- und Jugendhilfe sowie vergleichbare Beratungseinrichtungen geöffnet bleiben.

Was gilt außerdem?

Landesweit gelten außerdem auch die bereits jetzt für Gebiete mit einer Inzidenz größer 50 festgelegten Maßnahmen wie insbesondere die Maskenpflicht an den Schulen (einschließlich Grundschule), auf frequentierten öffentlichen Plätzen und am Arbeitsplatz, das ab 22 Uhr geltende Alkoholkonsumverbot auf stark besuchten öffentlichen Plätzen oder das ebenfalls ab 22 Uhr geltende Alkoholverkaufsverbot an Tankstellen und durch Lieferdienste.

Stadt Schweinfurt

Über die bayerische Verordnung hinaus gelten auf Grundlage der neuen Allgemeinverfügung der Stadt Schweinfurt zudem folgende Regelungen:

Maskenpflicht

  • Es besteht weiterhin Maskenpflicht in der Keßlergasse, in der bereits seit 14. Oktober werktäglich in der Zeit von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung Pflicht ist.
  • Am Roßmarkt ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung unter der Überdachung des Rondells werktäglich zwischen 7 und 20 Uhr für alle Personen, die sich dort aufhalten, verpflichtend.
  • Weiterhin ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in allen öffentlichen Gebäuden, einschließlich der Fahrstühle verpflichtend.

Alkoholverbot

  • Das Alkoholverbot am Roßmarkt, auf dem Georg-Wichtermann-Platz und im Châteaudun-Park gilt von 22:00 – 06:00 Uhr.

Freizeit

  • Stadtbüchereien und Archive, wie das Stadtarchiv sind weiterhin geöffnet.
  •  In den Volkshochschulen dürfen die Sportkurse nicht stattfinden, Sprach- oder Integrationskurse beispielsweise sind möglich.
Die Corona-Regeln im Überblick. Grafik: Stadt Schweinfurt

Die Corona-Regeln im Überblick. Grafik: Stadt Schweinfurt

Schulen und Kitas

  • Schulen sind jetzt in den Herbstferien, sollen aber auch darüber hinaus geöffnet bleiben. Es gilt dann weiterhin eine Maskenpflicht für alle Lehrkräfte und Schüler aller Jahrgangsstufen auf dem gesamten Schulgelände – auch während des Unterrichts, am Sitzplatz.
  • Gleiches trifft auch auf Mittagsbetreuungen und Horte zu.
  • In allen Einrichtungen der Kindertagesbetreuung und in Heilpädagogischen Tagesstätten im Gebiet der Stadt Schweinfurt (auch Waldkindergärten und Waldgruppen) sind weiterhin feste Gruppen zu bilden, offene oder teiloffene Konzepte sind untersagt.
  • Die Beschäftigten sind verpflichtet, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

Alten- und Pflegeheime

  • Der Besuch von Alten- und Pflegeheimen in der Stadt Schweinfurt ist weiterhin auf täglich eine Person je Bewohner, bei Minderjährigen auch von den Eltern oder Sorgeberechtigten gemeinsam, während einer von der Einrichtung jeweils fest vorzugebenden Besuchszeit beschränkt.

Landkreis Schweinfurt

Über die bayerische Verordnung hinaus gelten auf Grundlage der neuen Allgemeinverfügung des Landratsamtes Schweinfurt zudem folgende Regelungen:

Maskenpflicht

  • Maskenpflicht in der Stadt Gerolzhofen für den Marktplatz sowie – soweit sie unmittelbar die Stadtpfarrkirche (sogenannter Steigerwald-Dom) umschließen – die Marktstraße sowie die Kirchgasse und in der Marktgemeinde Werneck für den Balthasar-Neumann-Platz im Bereich zwischen Hahnenhof und Würzburger Straße (gültig täglich, auch sonntags und feiertags, in der Zeit von 8 Uhr bis 18 Uhr).

Seniorenheime und Krankenhäuser

  • Der Besuch von Einrichtungen wie Seniorenheimen und Krankenhäusern wird im gesamten Gebiet des Landkreises Schweinfurt auf täglich eine Person während einer festen Besuchszeit beschränkt (bei Minderjährigen auch von den Eltern oder Sorgeberechtigten gemeinsam).

Kitas und Hort

  • In allen Einrichtungen der Kindertagesbetreuung und in Heilpädagogischen Tagesstätten im Gebiet des Landkreises Schweinfurt sind feste Gruppen zu bilden, offene oder teiloffene Konzepte sind untersagt. Alle Beschäftigten haben in der Einrichtung eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.
  • In Horten und Mittagsbetreuungen haben das Personal und die betreuten Kinder eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.
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