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Schweinfurter Rathaus. Foto: Pascal Höfig
Schweinfurter Rathaus. Foto: Pascal Höfig

Aufklärung und Aufmerksamkeit: Welt-Aids-Tag 2020

Jedes Jahr am 1. Dezember ist Welt-Aids-Tag. Ziel dieses Tages ist, aufzuklären und Vorurteile abzubauen. Das Motto des Welt-Aids-Tages 2020 lautet „Leben mit HIV – anders als du denkst“ dient dazu, bestehende Berührungsängste, Ablehnung und Diskriminierung entgegen zu wirken. Auch in Schweinfurt gibt es im Gesundheitsamt eine Aids-Beratungsstelle.

1000 HIV-Infizierte in Unterfranken

Im Regierungsbezirk Unterfranken leben zum aktuellen Zeitpunkt geschätzt 1000 Personen mit einer HIV-Infektion. Etwa 110 Menschen von den 1000 wissen zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts von Ihrer Infektion. Jährlich infizieren sich 25 bis 30 Personen neu mit dem HI-Virus. Die Neudiagnosen lagen für Unterfranken in den vergangenen Jahren im Durchschnitt bei 30. Für das Jahr 2020 rechnet der Caritasverband aufgrund der aktuellen Datenlage wieder mit 30 Neudiagnosen.

Caritas Beratungsstelle

Die HIV/Aids-Beratungsstelle der Caritas ist seit vielen Jahren mit einem intensiven Präventionsangebot in Unterfranken präsent. Dies wird von zahlreichen allgemeinbildenden und beruflichen Schulen abgerufen und trägt sicherlich dazu bei, dass der Wissensstand in Bezug auf die Übertragungswege von HIV und die Schutzmöglichkeiten vor einer Infektion auf einem hohen Niveau ist. Aufgrund der Einschränkungen durch Corona mussten in diesem Jahr viele Veranstaltungen abgesagt werden.

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Wie stellst du dir das Leben mit #HIV vor? Oft ist es ganz anders, als du denkst. In den nächsten Wochen erzählen Dejan,…

Gepostet von Welt-Aids-Tag am Donnerstag, 5. November 2020

 

 

Im Laufe des Jahres 2020 wandten sich 13 Personen (Stand: 25.11.20) mit einer HIV- Diagnose erstmals an die HIV/Aids-Beratungsstelle der Caritas. Einige der neuen Klienten leben schon viele Jahre mit dem Virus, wurden aber erst in diesem Jahr diagnostiziert.

Leben mit Infektion

Das Leben mit der Infektion sei mehr als 30 Jahre nach Beginn der Epidemie vielschichtig, heißt es. In der Beratung geht es darum, diese Komplexität für die ratsuchende Person zu verringern und auf ihrem Weg zu einem erfüllten Leben zu begleiten. Neben der unmittelbaren Krankheitsbewältigung nach dem Schock der Diagnose spielt die Frage „Wem erzähle ich von meiner Infektion?“ bei fast allen Ratsuchenden eine zentrale Rolle. Auch die Angst vor unangemessenen Reaktionen aus dem beruflichen und privaten Umfeld sei bei den meisten Klienten immer wieder Thema in den Beratungsgesprächen.

Medizinische Entwicklung

Sehr erfreulich auch unter dem Aspekt der Prävention sei die Tatsache, dass sich der Anteil der Menschen mit einer HIV-Infektion, die sich in einer erfolgreichen medizinischen Behandlung befinden, kontinuierlich erhöhe. Wird eine HIV-Infektion frühzeitig erkannt und erfolgreich behandelt, könne das Virus nicht mehr übertragen werden. Nach wie vor ist und bleibt die Empfehlung, Kondome zu verwenden, eine der zentralen Botschaften der HIV/STI-Prävention.

Fortschritt in der HIV-Forschung

Die medizinische Entwicklung geht weiter. Große Durchbrüche seien gegenwärtig nicht in Aussicht. Einige Ansätze in der Forschung seien vielversprechend und könnten dazu führen, dass die Behandlung für Betroffene einfacher wird. Eine Heilung sei auch nach Jahren intensiver Forschung in weiter Ferne.

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