Im Bild (von rechts): Landrat Florian Töpper im Gespräch mit der Pflegefachkraft Jan Pfeuffer und Simone Falkenstein, Leiterin des Kreisalten- und Pflegeheims Werneck. Foto: Landratsamt Schweinfurt/Andreas Lösch
Im Bild (von rechts): Landrat Florian Töpper im Gespräch mit der Pflegefachkraft Jan Pfeuffer und Simone Falkenstein, Leiterin des Kreisalten- und Pflegeheims Werneck. Foto: Landratsamt Schweinfurt/Andreas Lösch

Kreisaltenheim Werneck: Weihnachten unter schwierigen Bedingungen

In der ersten Dezemberhälfte erreichte das Kreisalten- und Pflegeheim in Werneck eine bedrückende Nachricht: Laut dem Ergebnis einer Reihentestung hatten sich zahlreiche Bewohner und Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Umgehend wurden strenge Maßnahmen getroffen, um der Ausbreitung des Virus Einhalt zu gebieten.

Pandemiezonen eingerichtet

Weitere Reihentestungen folgten. Aktuell sind in der Einrichtung nach Feststellung des Gesundheitsamtes Schweinfurt 42 Bewohner und 8 Mitarbeiter mit SARS-CoV-2 infiziert. Insgesamt sind seit dem Beginn des größeren Infektionsgeschehens 8 positiv getestete Bewohner des Pflegeheims gestorben. Das gesamte Haus steht unter Quarantäne. Um der Infektionslage wieder Herr zu werden, wurden Pandemiezonen eingerichtet, das heißt, positiv getestete Bewohner sind in abgetrennten Bereichen untergebracht, ebenso sind Bewohner, die als Kontaktpersonen der Kategorie I festgestellt wurden, in separaten Bereichen untergebracht und auch Bewohner mit für Covid-19 typischen Symptomen werden extra isoliert (man spricht von sogenannter Kohortenisolierung).

Große Herausforderung

Für alle Betroffenen – Mitarbeitende, Bewohnerinnen und Bewohner und die Angehörigen – ist diese Situation eine große Herausforderung. Trotz der schwierigen Umstände habe man sich aber nicht unterkriegen lassen, berichtet Simone Falkenstein, Leiterin der Einrichtung. Sie traf am Dienstag, kurz vor Weihnachten, Landrat Florian Töpper zu einem kurzen, persönlichen Informationsaustausch vor dem Haupteingang des Kreisalten- und Pflegeheims. Ein Betreten der Einrichtung ist für Besucher nicht möglich, da das gesamte Gebäude unter Quarantäne steht. Töpper, der als Landrat Vorsitzender des Verwaltungsrats der Einrichtung ist, hatte den Bereich vor dem Eingang für ein Treffen gewählt, da er wegen der aktuell schwierigen Umstände seine persönlichen Grüße an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter überbringen wollte. „Ein herzliches Dankeschön an Sie und die ganze Belegschaft“, sagte Töpper. „Sie leisten auch in dieser gerade sehr schwierigen Situation hervorragende Arbeit.“

Noch kein Notstand

Laut Einrichtungsleiterin Falkenstein sind trotz aktuell acht infizierter Mitarbeiter die Dienstpläne nicht gefährdet. „Wir haben noch keinen Notstand“, erklärt sie. Der Schichtdienstbetrieb könne abgedeckt werden – dazu müssten zwar alle zusammenhelfen und mit anpacken, aber das gesamte Team funktioniere hier sehr gut.

Jan Pfeuffer, langjährige Pflegefachkraft im Kreisaltenheim Werneck, erklärt, dass die Kohortenisolierung und die gesamte Quarantäne der Einrichtung zwar eine große Umstellung für alle Beteiligten bedeute. Aber: „Wir tun unser Bestmögliches, um die Situation für alle so angenehm wie möglich zu machen.“ Insbesondere mit Blick auf die bevorstehenden Weihnachtstage sei das eine große Herausforderung, erklärt die Pflegefachkraft. Denn heuer können die Bewohnerinnen und Bewohner keinen Besuch empfangen und dürfen aufgrund der angeordneten Isolation das Heim auch nicht verlassen.

Schönes Weihnachtsfest ermöglichen

Klar sei das schwierig für die alten Menschen, sie sind traurig darüber, erklärt Pfeuffer. Dennoch tun die Pflegekräfte alles dafür, ihnen ein unter diesen Umständen schönes Fest zu bereiten. So ertönen etwa über die Lautsprecher in den Bewohnerzimmern Weihnachtslieder, an Heiligabend sind mehrere Betreuungsassistenten für die Bewohner da, es gibt eine Bescherung auf dem Zimmer (Angehörige können Geschenke in der Einrichtung abgegeben, die aus Infektionsschutzgründen 24 Stunden aufbewahrt und dann ausgehändigt werden), es werden Telefonate und Videochats mit Angehörigen organisiert. Außerdem hat sich die Küche ein besonderes Festtagsmahl einfallen lassen, das auf die Zimmer gebracht wird. „Auch, wenn es dieses Jahr anders wird: Es wird auch heuer ein Weihnachten im Kreisaltenheim geben“.

Impfstoff als Hoffnung

Auch, wenn er mit seinen 22 Lebensjahren noch zu den jüngeren Mitarbeitern gehört, räumt Jan Pfeuffer ein, dass der Beruf derzeit körperlich wie seelisch an die Substanz gehe. Hoffnung macht der Pflegefachkraft die nun bald beginnende Impfkampagne, für die neben den Bewohnerinnen und Bewohnern von Alten- und Pflegeinrichtungen in einer der früheren Impfphasen auch gefährdete Berufsgruppen wie Pflegekräfte vorgesehen sind. Die Impfung sieht Pfeuffer als Chance, nicht als Gefahr. Er sei froh, dass so schnell ein vielversprechender Impfstoff entwickelt werden konnte. „Ich werde mich impfen lassen, sobald das möglich ist“, sagt er.

„Die Belegschaft unseres Kreisaltenheims steht beispielhaft für die Berufsgruppen, die in Einrichtungen für besonders vom Virus gefährdete Menschen dafür sorgen, dass der Geist des Weihnachtsfestes auch unter solch schwierigen Bedingungen gelebt werden kann. Dafür danke ich von Herzen“, so Landrat Florian Töpper.

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Landratsamt Schweinfurt.

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