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Bücher über Bücher. Foto: Lilli Müller
Bücher über Bücher. Foto: Lilli Müller

Unsere 5 besten Empfehlungen für fränkischen Lesestoff

Passend zu unseren Challenges für den Lockdown und zur kalten Jahreszeit hat unsere Redaktion fünf Buchtipps für Euch zusammengefasst, um Euch die dunklen Tage zu versüßen. Und dabei handelt es sich nicht um irgendwelche: Alle empfohlenen Bücher stammen von fränkischen Autoren, die dem einen oder anderen nicht unbekannt sein sollten. Dabei sind von Krimis über Psychothriller bis hin zur Polit-Komödie die verschiedensten Genres vertreten. Besonders an ihnen sind die Orte des Geschehens, die größtenteils alle in Franken liegen.

Ein reizvolles Lesevergnügen, bei dem man die Orte, Lokale und Gassen, die man vielleicht schon jahrelang kennt, in einer Geschichte neu kennenlernen darf.

Buchhandlungen in Schweinfurt:

Falls Ihr Lust habt einer der Empfehlungen zu folgen, werdet Ihr in Schweinfurt hier fündig:
Thalia am Roßmarkt und in der Stadtgalerie, Collibri Buchladen, Schmitt & Hahn am Bahnhof und Hugendubel am Georg-Wichmann-Platz.

Einige Buchhandlungen bieten im Lockdown einen Postversand an.

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Roman Rausch – Würzburger Krimireihe

Wir starten die Buchtipps mit einem Autor aus Gerolzhofen. Der Unterfranke Roman Rausch wurde mit seiner siebenbändigen Romanreihe der Würzburger-Krimis mit Kommissar Kilian bekannt – eine Reihe, die jedem Würzburger, Unterfranken und Krimi-Fan wärmstens empfohlen ist. Auch, weil sie genug Lesestoff für den gesamten Winter bietet und nicht nach einem Teil Schluss ist.

Darum geht’s: Im ersten Band, „Tiepolos Fehler“ lernt man das Ermittlerduo kennen, das durch die Strafversetzung von Kommissar Kilian zusammenfindet. Nach dem Mord an einem Residenz-Wachmann finden sie heraus, dass er mit einer seltenen Vogelfeder erstochen wurde, mit denen früher Freskenmaler arbeiteten. Wie es der Zufall will, liegt der tote Wachmann auch noch unter dem größten Deckenfresko der Welt in der Residenz. Genau dort, wo zu diesem Zeitpunkt das Fresko von Tiepolo restauriert wird. Kann das wirklich alles nur ein Zufall sein oder handelt es sich dabei um ein perfide geplantes Verbrechen?

Darum interessant: Vor allem für Würzburger oder Fans von Würzburg bieten die Bücher von Roman Rausch etwas besonders Reizvolles. Die Geschichten spielen allesamt in den Gebäuden, Gassen und Lokalen die man als Würzburger nur allzu gut kennt. Ein Buch, das besonders in der kalten und dunklen Jahreszeit für Schaudern sorgt und Würzburg für ihre Bewohner in einem anderen Licht erscheinen lässt.

Renate Eckert – Hungrige Schatten

Wir bleiben gleich bei den Thriller- und Spannungslektüren und kommen zu einer Schweinfurter Autorin, Renate Eckert. Die gebürtige Schweinfurterin wuchs in Stadtlauringen auf und lebt auch heute noch in dem kleinen Ort. Nach ihrem bewegten Berufsleben als Journalistin beim Schweinfurter Tageblatt und als Pressereferentin bei zwei Landräten im Landratsamt Schweinfurt, fasste sie den Entschluss endlich das zu tun, was sie schon in ihrer Kindheit machen wollte: ein Buch schreiben. Mittlerweile sind daraus vier geworden.

Darum geht’s: Ihr erster Psycho-Thriller „Hungrige Schatten“, verhalf ihr damals erstmalig zum Erfolg, spielt in ihrem Geburtsort Schweinfurt und hat es in sich. Die junge Journalistin Anne startet gerade ins Berufsleben in der Lokalredaktion des Schweinfurter Tageblatts, als sie bei einem Porträt den charismatischen Lokalpolitiker Mathias kennenlernt, der sie sofort in seinen Bann zieht. Die anfängliche Euphorie blendet Anne so sehr, dass sie erst nach und nach bemerkt, dass irgendetwas mit der Beziehung und auch ihrem sonstigen Leben nicht mehr stimmt. Immer öfter geschehen seltsame Dinge und Anne beginnt ihrem Verstand zu misstrauen. Will sie jemand verrückt machen oder ist sie einem gefährlichen Geheimnis auf der Spur?

Darum interessant: Eine verheerende (Liebes-)Geschichte, bei der es einem eiskalt den Rücken runterläuft und die einen zugleich so in den Bann zieht, dass man dranbleiben muss, um zu erfahren, was es am Ende mit den Vorkommnissen um Anne auf sich hat. Nicht zu vergessen findet der Thriller in Schweinfurt statt und ist dadurch noch interessanter für Freunde der lokalen Literatur, da man die Orte als Unterfranke kennen müsste.

Tommie Jaud – Der Löwe büllt

Die nächste Buchempfehlung für den Winter stammt ebenfalls von einem Schweinfurter, diesmal allerdings nicht aus dem Genre Thriller, sondern aus dem der Komödie. Nach etlichen Bestsellern, wie „Vollidiot“ oder „Hummeldumm“ und zwei Verfilmungen seiner Bücher, gab es im Frühjahr 2019 das neuste Werk des Schweinfurters Tommi Jaud: „Der Löwe büllt.“, laut Jaud „das Buch für alle, die schonmal im Urlaub mit ihren Eltern waren.“ – ein Buch für Jedermann.

Darum geht’s: Protagonist in Jauds neustem Buch ist Nico. Mitten in den Vierzigern, Controller, verheiratet und mit der Gesamtsituation überfordert. Nach einem Zwischenfall im Büro wird ihm Zwangsurlaub verordnet, den er in einem kanarischen Paradies verbringt. Um einem schlechten Gewissen vorzubeugen, nimmt er seine kürzlich verwitwete Mutter mit, die seit dem Tod ihres Mannes etwas überdreht ist und die Zeit in vollen Zügen nutzen möchte. Wie nah das Paradies und die Hölle auf Erden beieinander liegen, erfährt Nico am eigenen Leib.

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Darum interessant: Ein heiteres Buch, das Erinnerungen an die eigenen Urlaube mit den Eltern zurückbringt und in der kalten Jahreszeit für wärmere Gedanken, Urlaubsfeeling und ein Schmunzeln auf den Lippen sorgt. Passend zur Weihnachtszeit gibt es auch einen Film-Zweiteiler von Jaud, für alle, die die fränkische Literatur im bewegten Bild erleben möchten.

Christiane Neudecker – Der Gott der Stadt

„Der Gott der Stadt“, der Erlanger Autorin Christiane Neudecker hat es in sich. In ihrem 2019 erschienenen  Roman geht es um fünf auserwählte Regiestudenten, die an einer renommierten Universität in Berlin studieren dürfen, kurz nach der Wiedervereinigung.

Darum geht’s: Protagonistin Katharina kommt aus Nürnberg und bestreitet gemeinsam mit den vier anderen, gänzlich unterschiedlichen Charakteren, die neue Aufgabe. Alle vereint dabei das gemeinsame Ziel, das Deutschland nach der Wende und der Druck, aus so vielen Bewerbern auserwählt zu sein. Die erste Aufgabe ihres Professors ist die Darstellung einer Zeile aus dem Faustfragment des Lyrikers Georg Heym, das zwar nicht lang, dafür aber inhaltlich umso komplizierter ist. Der Druck der Studenten steigt immens, ebenso wie der Konkurrenzkampf, während sie sich immer tiefer in ihren Gedanken zum Fragment verirren. Plötzlich entsteht eine neue, wahnsinnige Parallele zu dem Autor des Werkes: an Georg Heyms Todestag, dem 16. Januar, wird ein Toter auf der Probebühne gefunden.

Darum interessant: Christiane Neudeckers Thriller-Roman unterhält den Leser nicht nur unheimlich, sondern hält auch gedanklich auf Trab. Dabei verwebt sie die Wirklichkeit des Berlins 1996, des Lyrikers aus dem 20. Jahrhundert und die benötigte Portion Fiktion in einer einzigartigen Geschichte. Die perfekte Lektüre für regnerische Tage, um sich gedanklich tief zu verlieren und sich dabei auch noch gehörig zu fürchten.

Timur Vermes – Die Hungrigen und die Satten

Die Buchempfehlungen enden mit dem bekanntesten fränkischen Autor unserer Zeit: Timur Vermes. Auch wenn „Die Hungrigen und die Satten“, erst sein zweites Werk ist, ist der Nürnberger seit seinem Debütroman „Er ist wieder da“, von 2012 vielen ein Begriff.

Darum geht’s: Die „Hungrigen und die Satten“, erschien Ende 2019, knapp acht Jahre nach Vermes großen Erfolgsroman. Wieder handelt es sich um eine satirische Komödie, gespickt mit Gesellschaftskritik über aktuelle Themen unserer Zeit, diesmal allerdings ohne historisch realen Protagonist. Vor allem behandelt der Roman um unsere Medien- und Unterhaltungskultur, die Flüchtlingsthematik und die politischen Parteien in der Zukunft. So heißt es schon im Klappentext „Ein Kanzler, der kein Merkel mehr ist. Nie war Deutschland hilfloser.“ Vereint werden die drei Thematiken in einem Reality-TV Format: Ein Trash-TV Sternchen soll in Afrika hautnah von einem Flüchtlingslager berichten. Die Lage spitzt sich nach und nach zu als sich die Protagonistin entschließt, die Sendung in eine andere Richtung laufen zu lassen als geplant. Sie beschließt gemeinsam mit den Flüchtigen nach Europa zu laufen. Anfangs wird die Aktion nur müde vom Sender belächelt, am Ende dreht sich allerdings nichts mehr um eine TV-Format, sondern artet unvorhersehbar aus.

Darum interessant: Humoristisch verpackt, mit allerlei Überspitzungen macht Timur Vermes auf aktuelle Thematiken und Probleme unserer Zeit aufmerksam und gibt einen erschreckend realistischen Blick hinter die Kulissen. Ein fesselndes Buch für die kalte Jahreszeit, dass zum Nachdenken über die verschiedensten Themen anregt.

Wie immer in der Rubrik „Unsere Besten“ gilt: Die Auswahl der hier vorgestellten Bücher wurde von Mitgliedern unserer Redaktion frei getroffen. Es wurden weder Gelder noch Dienstleistungen ausgetauscht und auch die Reihenfolge der Vorstellung ist vollkommen zufällig gewählt.

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