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Mit ein paar Tipps können Lebensmittel länger haltbar gemacht und so die Umwelt geschont werden. Foto: Pascal Höfig
Mit ein paar Tipps können Lebensmittel länger haltbar gemacht und so die Umwelt geschont werden. Foto: Pascal Höfig

Bloß nicht wegwerfen: Wie Lebensmittel länger haltbar bleiben

Der Klimawandel ist in Schweinfurt deutlich spürbar. Als Gegenmaßnahme achten viele Schweinfurter auf Nachhaltigkeit, zum Beispiel mit Energiesparen oder saisonalen Einkäufen aus der Region. Auch das Thema Müll ist ein wichtiges Nachhaltigkeitsthema. Ähnlich klimaschädlich wie weggeworfene Gebrauchsgegenstände sind entsorgte Lebensmittel.

Über zehn Millionen Lebensmittel landen jährlich in deutschen Mülltonnen. Viele wären eigentlich noch essbar. Obwohl Geschäfte und Restaurants den meisten Abfall produzieren, leben auch Schweinfurter Privathaushalte verschwenderisch. Mittlerweile gibt es Initiativen zur Rettung weggeworfener Nahrung. Am besten werden Lebensmittel aber gar nicht erst entsorgt. Verbraucher können ihren Nahrungsabfall reduzieren, indem sie Zutaten mit einfachen Methoden länger haltbar machen.

Auf dem Weg zu weniger Lebensmittelabfall

Als häufigste Gründe für unnötig entsorgte Lebensmittel gelten das Haltbarkeitsdatum und die Anschaffung im Übermaß. Verbraucher sollten frische Zutaten in genau bedarfsgerechter Abmessung bestellen. Am besten erstellen sie Anfang jeder Woche einen Kochplan, auf dem sie Gerichte mit bedarfsgenauer Zutatenliste notieren. Dadurch bleibt beim Kochen weniger übrig, das ablaufen und in die Tonne wandern kann. Kann man frische Nahrungsmittel aus unvorhersehbaren Gründen nicht rechtzeitig verkochen, macht man sie haltbar. Um das ganze Jahr über ausreichend Lebensmittelvorräte zu haben, mussten Menschen ihre Nahrung seit jeher konservieren.

Gut zu wissen: Verfall ist nicht gleich Verfall! Nach der Ernte oder Schlachtung laufen natürliche Stoffwechselvorgänge in Lebensmitteln ab. Mikroorganismen wie Bakterien, Schimmelpilze und Hefen leiten mikrobiologischen Verfall ein. Durch den Abbau von Fett, Eiweiß und Kohlenhydraten verändert die Nahrung den Geschmack, das Aussehen und den Geruch. Biochemischer Verderb entsteht hingegen durch Enzyme, die Farb- und Aromastoffe abbauen. Werden Fette und Öle ranzig, ist von chemischem Verfall die Rede. Davon abgesehen, können Temperaturen und Feuchtigkeit auf physikalischem Weg zum Verderben führen.

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So funktionieren einzelne Konservierungsmethoden

Genauso, wie Verderb verschiedener Art sein kann, sind es auch die Methoden zur Haltbarmachung. Welche sich anbieten, hängt vom Lebensmittel ab.

  • Kühlen im Sinne eines Wärmeentzugs auf zwei bis 15 Grad hemmt das Wachstum von Mikroorganismen. Dies verlängert die Haltbarkeit von Butter, Eiern, Milch, Obst, Fisch, Gemüse und Fleisch um einen Tag oder mehrere Monate.
  • Gefrieren in Form eines Wärmeentzugs auf -18 Grad oder weniger unterbricht das Mikroorganismenwachstum vollständig und reduziert die Enzymaktivität. Backwaren, Gemüse, Obst, Fisch, Fleisch und Gekochtes bleiben dadurch bis zu ein Jahr lang haltbar.
  • Einkochen im Sinne einer Erhitzung auf 75 bis 100 Grad tötet Mikroorganismen und Sporen teilweise ab. Obst und Gemüse wird dadurch zu Saft, Marmelade, Gelee oder Chutney und ist ein Jahr lang haltbar.
  • Trocknen hemmt Mikroorganismen und Enzyme in Obst, Getreide, Hülsenfrüchten sowie Kräutern durch Wasserentzug und macht sie ein Jahr lang haltbar.
  • Zuckern bremst unter Hitzeeinwirkung die Mikroorganismen in Obst. Als Marmelade, Konfitüre, Fruchtsirup, Gelee oder kandierte Früchte wird es einige Monate haltbar.
  • Säuern mit Essig senkt den pH-Wert von Gurken und Fisch. Dadurch steigt die Haltbarkeit um einige Monate.
  • Einlegen tötet durch zugesetzten Alkohol Mikroorganismen in Früchten ab. Mit Konservierungslösung verringert es die Sauerstoffversorgung in Eiern, Kräutern sowie Käse.
  • Milchsäuregärung hemmt mit Milchsäurebakterien das Wachstum anderer Mikroorganismen und senkt den pH-Wert von Kraut, Bohnen und Gurken.
  • Salzen tötet die Mikroorganismen in Fisch- und Fleischwaren durch Nitrit. Die Haltbarkeit steigt dadurch um einige Wochen.
  • Pökeln konserviert Fleisch sowie Fisch durch Wasserentzug und Nitrit für mehrere Wochen.
  • Räuchern tötet die Mikroorganismen in Fleisch und Fisch durch Rauchinhaltsstoffe, um die Haltbarkeit um einige Monate zu verlängern.
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