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Das Team „RoboPig“ um Prof. Dr. Tobias Kaupp (Mitte) verfolgt gespannt den Livestream der Award Show. Im Hintergrund ist der Roboterarm zu sehen, mit dem das Team die Aufgabenstellung löste. Foto: Fabian Dax
Das Team „RoboPig“ um Prof. Dr. Tobias Kaupp (Mitte) verfolgt gespannt den Livestream der Award Show. Im Hintergrund ist der Roboterarm zu sehen, mit dem das Team die Aufgabenstellung löste. Foto: Fabian Dax

Robothon Grand Challenge: FHWS-Team erreicht 1. Platz

Nachwuchs-Robotiker erarbeiten innerhalb von vier Wochen intelligente Lösung für die Sortierung von E-Waste Internationaler Erfolg für ein Robotiker-Team aus Schweinfurt: Bei der Robothon Grand Challenge 2021 hat ein Studierendenteam der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS) den ersten Preis gewonnen, gemeinsam mit der Technischen Hochschule Ingolstadt. Die Teams freuen sich über ein Preisgeld von jeweils 10.000 Euro.

„Ein Silicon Valley der Robotik in Schweinfurt“

Mit einem Leichtbauroboter ein Schloss aufsperren, Batterien aus einem Gerät entfernen sowie Kabel ein- und ausstecken: Dies sind einige der komplexen Aufgaben, die es bei der Robothon Grand Challenge 2021 autonom auszuführen galt. Nur vier der zehn ausgewählten Studierendengruppen schafften es, alle Aufgaben während einer Live-Demonstration zu lösen. Dabei verfolgte jede Gruppe einen ganz eigenen Lösungsansatz – dies führte bei der hochkarätigen, internationalen Jury zu lebhaften Diskussionen. Das Team der Technischen Hochschule Ingolstadt präsentierte die schnellste Lösung. Das zweitschnellste Team von der FHWS überzeugte die Jury durch seinen adaptiven Lösungsansatz so sehr, dass der erste Preis an beide Teams gemeinsam verliehen wurde.

Der Roboter ist dabei, einen Schlüssel in ein Schloss einzuführen und nutzt dabei seine Feinfühligkeit. Das „Task Board“ erkennt die erfolgreiche Durchführung der Aufgaben durch Sensorik und misst gleichzeitig die dafür benötigte Zeit. Foto: Elhasan Mohamed

Der Roboter ist dabei, einen Schlüssel in ein Schloss einzuführen und nutzt dabei seine Feinfühligkeit. Das „Task Board“ erkennt die erfolgreiche Durchführung der Aufgaben durch Sensorik und misst gleichzeitig die dafür benötigte Zeit. Foto: Elhasan Mohamed

„Mit dem ersten Preis in einem Wettbewerb mit zehn Teams aus sechs Ländern, vier Kontinenten und sehr prominenten Hochschulen macht unsere Hochschule weltweit sichtbar, dass sich ein Silicon Valley der Robotik in Schweinfurt entwickelt“, freut sich FHWS-Präsident, Prof. Dr. Robert Grebner. „Das wirkt sehr positiv auf Stadt, deren Umland und auf die FHWS, weshalb ich mich sehr herzlich bedanken will für das Engagement bei unserem gemischt nationalen Studierendenteam und deren Coach Prof. Dr. Tobias Kaupp.“

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ZF als Praxispartner

Praxispartner ist das Unternehmen ZF Group mit seinem Production Tech Center Robotics & Vision (PTCRV). Denn die effiziente Wiederverwertung von einzelnen Komponenten ist auch für die Automobilbranche von Interesse. „Unser Fokus ist, den industriellen Einsatz der im Wettbewerb entwickelten Methoden zu untersuchen“, erklärt Uwe Wachter, Leiter des PTCRV.

„Für Menschen ein relativ einfacher Vorgang – für Roboter immer noch eine Herausforderung“, fasst Prof. Kaupp die Aufgabenstellung zusammen. Er ergänzt: „Es wurden Kameradaten, Kraftsensorik und entsprechende Algorithmen eingesetzt. Das sind entscheidende Kompetenzen, die wir in anderen Projekten unseres neu gegründeten Center Robotics (CERI) einsetzen können. Dieser Erfolg wird unsere zukünftigen Robotiker inspirieren!“

Team „RoboPig“: Studenten im Praxissemester

Das FHWS-Team mit dem Spitznamen „RoboPig“ besteht aus Studierenden der Fachrichtungen Mechatronik, Elhasan Mohamed und Desmond Fomelack, sowie Felix Pagels vom Studiengang Technomathematik, mit Unterstützung von Labormitarbeiter und Diplom-Ingenieur Martin Löser. „Wir sind Studenten im Praxissemester und keiner hat erwartet, dass wir so eine Herausforderung überhaupt bewältigen können, geschweige denn den 1. Platz belegen“, schildert Teamkapitän Elhasan Mohamed sichtlich begeistert. Vier Wochen arbeiteten die Studierenden an der Aufgabe, die Live-Demonstration bedeutete dann die Stunde der Wahrheit. „Es war nicht einfach, aber mit viel Engagement und der tollen Unterstützung von Seiten des CERIs haben wir es geschafft!“

Für die erfolgreichen Teilnehmer stellt die Robothon Grand Challenge auch einen Türöffner für die weitere Karriere dar: Spontan garantierte Prof. Elmar Rückert von der österreichischen Universität Leoben den angehenden Robotikern einen Platz bei Vorstellungsgesprächen für eine Promotion.

Über den Wettbewerb

Organisiert wurde der Robothon-Wettbewerb von der Munich School of Robotics and Machine Intelligence (MSRM) der Technischen Universität München, der Messe München und der internationalen „automatica“-Messe. Ziel des Wettbewerbs war es, intelligente Lösungen zu finden, um die Recycling-Quote bei E-Waste zu steigern, die momentan nur rund 20 Prozent beträgt. Für das Demontieren und Sortieren von E-Waste bietet sich der Einsatz von Robotern an. Das Erkennen und Lokalisieren von Gegenständen sowie die feinfühligen Bewegungsabläufe sind aber immer noch keine Selbstverständlichkeit für Maschinen. „Digitale Transformation und Umweltschutz sollten Hand in Hand gehen“, betonte Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach in ihrem Grußwort. „Das bringt eine ganze Reihe neuer Möglichkeiten – und Roboter können hier, dank künstlicher Intelligenz, wirklich etwas bewegen.“

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der FHWS Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt.
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